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GEISELWIND

Groß wie 70 Fußballfelder: Der Mega-Rasthof in Geiselwind

Der Autobahn-Rasthof Strohofer an der A3 ist einer der größten in Europa. Nun kommen ein Kletterpark und weitere Attraktionen hinzu.
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Erlebniswelt Strohofer
Ein Überblick über das Angebot der Erlebniswelt Strohofer in Geiselwind. Foto: Ivana Biscan

Vorsichtig setzt Linnea einen Fuß vor den anderen. Das fünfjährige Mädchen balanciert konzentriert über einen wackeligen Baumstamm. Erst als sie mit beiden Füßen wieder sicher auf der nächsten Plattform steht, huscht ein Lächeln über ihr Gesicht. Geschafft. Elf Parcours in verschiedenen Schwierigkeitsgraden mit 107 Kletterelementen erwarten die großen und kleinen Besucher in der Erlebniswelt Strohofer in Geiselwind (Lkr. Kitzingen). An diesem Freitag wird das Gelände, das sich direkt hinter der bekannten Tank- und Rastanlage Strohofer befindet, offiziell eröffnet.

Erlebniswelt wird eröffnet

„Wir wollen Kindern mit unserer Erlebniswelt wieder einen Zugang zur Natur ermöglichen“, erklärt Ruth Strohofer, die das Unternehmen mit ihrem Mann Manfred, Sohn Moritz und Schwester Manuela leitet. Zur Erlebniswelt gehören vier Tipis und mehrere Baumzelte, in denen man nach der Klettertour übernachten kann. Auf dem Gelände gibt es Kräuterbeete und eine Waldküche. „Die Kinder dürfen über dem offenen Feuer ihr Abendessen und ihr Frühstück zubereiten“, sagt Betriebsleiter Fritz Silbermann, der mit seiner Frau Moni die Erlebniswelt leitet.

Moni Silbermann verteilt Sicherheitsgurte mit Karabinerhaken und bunte Helme an die Kleinen. Kinder sind auf die Hilfe eines Erwachsenen angewiesen, der jeweils beide Karabinerhaken für sie einhängen muss. „Wir legen viel Wert auf Sicherheit“, erklärt die Trainerin. Durch das Sicherheitssystem ist es unmöglich, dass jemand ungesichert in der Höhe steht. „Mindestens ein Sicherungsseil muss eingehakt sein, sonst bekommt man den anderen Haken gar nicht erst auf.“

Kletterstrecke für Anfänger und Profis

Je nach Alter, Körpergröße oder gewünschtem Schwierigkeitsgrad stehen verschiedene Kletterparcours zur Auswahl. Der Kinderparcour ist ab drei Jahren. Für die große Klettertour muss man mindestens 1,40 Meter groß sein. „Bei uns kann jeder die Kletterstrecke finden, die er bewältigen kann, erfährt dabei die eigenen Grenzen“, sagt Silbermann. Dabei variiert auch die Höhe: von einem Meter für Anfänger bis hinauf zu 15 Metern für Kletterprofis. „Es gibt immer mehr Kinder, die Höhenangst haben“, stellt Silbermann fest. Gerade um diese Kinder und auch Erwachsene bemüht sich das Ehepaar. Doch auch körperliche und geistig eingeschränkte Menschen sowie Ältere können hier ihre Erfahrungen beim Klettern sammeln.

Betriebsfläche ist 50 Hektar groß

Die Tank- und Rastanlage Strohofer wurde 1981 eröffnet. „Noch im gleichen Jahr fand das erste Trucker Festival statt“, erinnert sich Ruth Strohofer. Ihr Vater und Gründer des Eventzentrums, Toni Strohofer, hatte die Idee dazu. Heute finden auf dem Gelände 150 Veranstaltungen im Jahr statt, vom Techno-Event über das „Bike and Music Weekend“ bis hin zu einem Konzert mit den Troglauer Buam. Dazu gibt es noch ein 24-Stunden-Restaurant mit eigener Metzgerei, ein Hotel mit Schwimmbad und Fitnessstudio, eine private Autobahnkirche und vieles mehr. Die Erlebniswelt ist das neueste Baby des Unternehmens, dessen Betriebsfläche mittlerweile 50 Hektar groß ist - so groß wie 70 Fußballfelder.

Experte: „Die Mutter aller Rasthöfe“

Der Mega-Rasthof an der A3 gehört längst zu den größten in Europa, und natürlich kennt ihn auch Andreas Mossyrsch aus München, Vorstand von Camion Pro, einem Berufsverband aus der Transportbranche für kleinere Unternehmen mit großen Lastwagen. „Strohofer in Geiselwind ist die Mutter aller Autohöfe“, sagt Mossyrsch. „Toni Strohofer hat große Verdienste, denn er hat den Autohof als Geschäftsidee erst ins Leben gerufen“, so der Experte.

Der unterfränkische Unternehmer sei „bekannt wie ein bunter Hund. Wer ihn nicht kennt, ist nicht im Fernverkehr tätig“.

Nun also das neue Projekt Kletterwald: Mit Fritz Silbermann konnte ein echter Profi in Sachen Kletterparks gewonnen werden. „Ich bin seit 20 Jahren im Geschäft“, erklärt der drahtige, braugebrannte Mann stolz. Mit seiner Frau hat er den „Kletterwald am See“ in Schweinfurt gebaut und acht Jahre lang geleitet. In Geiselwind sucht das Paar nun neue Herausforderungen. Wieder ist jedes Element mit der Hand gefertigt und eigens für den Park gebaut. Sein Ziel: „Hier soll Europas größter Kletterpark entstehen“, sagt Silbermann.

Feuer vor den Tipis

„Klettern ist ein richtiger Sport“, erklärt der Experte, jeder Muskel des Körpers werde dabei angespannt. „Das Gleichgewicht wird trainiert und auch Haltung und Koordination profitieren.“ Die Ursprünge der Kletterparks liegen bei den Hindernisparcours der Militärs. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden solche Parcours genutzt, um die Soldaten zu trainieren. „In Deutschland ist das starke Interesse an Kletterparks erst in den letzten Jahren aufgekommen.“

Wer nach dem Klettern noch nicht genug hat, kann sich im Bogenschießen versuchen. „Bereits nach einer Stunde Übung landet man richtige Treffer“, freut sich Moritz Strohofer, der als Eventmanager im Familienunternehmen arbeitet. Ruhe und Konzentration sind beim Schießsport mit Pfeil und Bogen gefragt.

Fritz Silbermann hat in der Zwischenzeit vor den Tipis Feuer gemacht. Innen liegen kuschelige Felle am Boden und ein ausgestopfter Bärenkopf. Von der Decke hängen Traumfänger und Indianerschmuck. „Hier würde ich gerne übernachten“, sagt Linnea. Heute klappt es nicht, aber vielleicht ein anderes Mal. Mitarbeit: ach

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