Kitzingen
Vandalismus

Graffiti an den Kitzinger Wänden

Immer wieder werden Wände mit Graffiti verunstaltet. Die Täter sind kaum zu fassen.
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Schön ist was anderes. Wer am Wochenende durch die Siedlung in Kitzingen lief oder fuhr, der konnte sie gar nicht übersehen: Schmierereien an etlichen Hauswänden. Am Nahkauf-Markt in der Königsberger Straße haben Unbekannte ihre Version vom "Tor zur Unterwelt" aufgesprüht. Wenige Meter weiter Richtung B8 prangt auf einer frisch gestrichenen Hauswand der Schriftzug "Fuck Cops" und auf der anderen Seite der Bundesstraße, am Galgenwasen, haben die unbekannten Täter ebenfalls zugeschlagen.

"Ein klarer Fall von Sachbeschädigung", sagt Helmut Dürr, Pressesprecher der Polizei in Kitzingen. Und keine Seltenheit. Fälle wie diese gibt es immer wieder im Landkreis Kitzingen. In den letzten Wochen und Monaten waren die Schmierereien vor allem in Marktbreit zu beobachten. Am sanierten Gymnasium beispielsweise oder bei der Firma GOK. "In der letzten Woche verging fast kein Tag ohne eine entsprechende Meldung", sagt Dürr. Ein paar Geschädigte haben sich in Marktbreit deshalb zusammengetan, um den Unbekannten auf die Schliche zu kommen. "Die Stadt Marktbreit, die Grundschule, die Mittelschule und die Firma GOK bieten zusammen 1000 Euro Belohnung für Hinweise auf die Sprayer.

Die Polizei geht davon aus, dass die Marktbreiter Fälle miteinander in Verbindung stehen. Will heißen: Es handelt sich wohl um ein und dieselben Täter. "Es ist aber ganz schwierig, die Schmierer zu ermitteln", berichtet Dürr. Wie auch? Das Aufsprühen von Parolen oder Figuren auf Hauswände geht schnell und passiert meist des nächtens. "Am besten, wir erwischen jemanden auf frischer Tat", sagt Dürr. Die Polizei ist deshalb auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

In Kitzingen gibt es immer wieder mal Probleme mit Graffiti. Spektakulär war der Fall vom Wohnmobilstellplatz, als Unbekannte Oberbürgermeister Siegfried Müller verunglimpften. "Aber es hält sich doch alles in allem in Grenzen", meint der Leiter des Bauhofes, Georg Günther. Dessen Mitarbeiter müssen ran, wenn städtische Gebäude betroffen sind. Zum Glück gibt es einen extra Graffiti-Entferner, mit dem die Arbeit relativ schnell zu meistern ist. Und die Kosten halten sich auch in Grenzen. Günther schätzt, dass die Stadt zwischen 2000 und 3000 Euro pro Jahr aufbringen muss, um Schmierereien wieder zu entfernen.

Für private Hausbesitzer kann so eine Schmiererei allerdings ganz schön teuer und unangenehm sein. Die Kosten hängen vom Untergrund der Fassade und der Größe des Graffiti ab. Manchmal muss sogar die ganze Hauswand neu gestrichen werden.

Die Schäden, die in der Siedlung in der Nacht auf Freitag entstanden sind, schätzt die Polizei auf 5000 Euro. Die unbekannten Täter hatten mehrere Reihenhäuser, Schaltkästen und Zigarettenautomaten besprüht.

Zurückgelassen hatten sie eine Spraydose, die der Polizei zumindest ein wenig Hoffnung macht, Rückschlüsse auf den Täter herstellen zu können. Ob es sich um einen Einzelfall handelt, oder um den Beginn einer neuen Serie, lässt sich derzeit nicht sagen. Gestern Vormittag entdeckte der Hausmeister an der Richard-Rother-Realschule Graffiti am Fahrradabstellplatz. Nicht der erste Fall von Schmierereien am Schulgebäude. "Es handelt sich um symbolhafte, schwer zu entziffernde Worte", informiert Schuldirektor Michael Rückel. Er hat gleich das Landratsamt und die Polizei informiert. Die kennt sich ja mittlerweile gut aus mit Graffiti in Stadt und Landkreis Kitzingen.
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