Kitzingen
Bauprojekt

Goldener Löwe bald Blickfang statt Schandfleck?

Die Pläne sind weit gediehen: In der Nähe des Eisenbahnviadukts entsteht in Kitzingen ein Komplex für Betreutes Wohnen.
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Schandfleck: Der ehemalige Gasthof Goldener Löwe und die zwei angrenzenden Häuser (inklusive grünes Gebäude) sollen bald einem neuen Gebäudekomplex weichen.
Schandfleck: Der ehemalige Gasthof Goldener Löwe und die zwei angrenzenden Häuser (inklusive grünes Gebäude) sollen bald einem neuen Gebäudekomplex weichen.
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Im März 2012 haben die Verhandlungen begonnen. Mitte 2014 könnten die ersten Bewohner einziehen. Aus einem Schandfleck könnte dann nach und nach ein sehenswerter Blickfang am Eingang zur Kitzinger Innenstadt werden.

Der Goldene Löwe war einmal eine gut frequentierte Kitzinger Gaststätte. Lange ist das her. Seit Jahren grenzt ein Bauzaun das Haus an der Ecke Würzburger Straße/Lindenstraße ein. Die ehemalige Gaststätte verfällt mehr und mehr. Auch die beiden Nachbarhäuser - Lindenstraße 17 und 15 - sind alles andere als sehenswert.

Sie sollen alle nach und nach abgerissen werden und einem Neubau weichen. 25 Wohneinheiten für Betreutes Wohnen sind dort, ganz in der Nähe des Eisenbahnviaduktes, vorgesehen. Barrierefrei zugängliche Appartements für Senioren, eine rund um die Uhr verfügbare Pflegestation sowie Gemeinschaftsräume sollen entstehen.Der Goldene Löwe soll so gut wie originalgetreu wieder aufgebaut und in das Konzept integriert werden.

"Die Nachfrage nach Plätzen für Betreutes Wohnen ist groß", sagt Robert Dillmann, Planer des Projektes und Sprecher des Investors. Selbst aus Schweinfurt und Würzburg würden Anfragen vorliegen. Vor allem die Lage des Projektes, am Rand der Innenstadt, und die große Grünfläche überzeugen.

Nach und nach soll das Projekt verwirklicht werden. Abschnittsweise sollen die Gebäude abgerissen und dann wieder aufgebaut werden. "Innerhalb von zwei Wochen kann es losgehen", sagt Dillmann. Vorher braucht er allerdings die Genehmigung der Stadt. Der Bauausschuss hat dem Projekt bereits zugestimmt. Die Verwaltung braucht noch ein paar letzte Formalien: Sie möchte beispielsweise eine modellhafte Darstellung des Entwurfs und will geprüft haben, ob die vorhandenen Außenwände des Goldenen Löwen teilweise erhalten werden können.

In drei Teile ist das Vorhaben gegliedert: Der Bereich des ehemaligen Gasthauses sieht im Erdgeschoss eine Gaststätte vor. "Die wird nicht nur für die Bewohner zugänglich sein", kündigt Dillmann an. "Auch die Bürger sind willkommen." In den zwei darüber liegenden Geschossen sollen Wohnungen entstehen. Genau so wie im mittleren Bereich (drei Geschosse) und im Bereich am Stadtturm. Stößt das Konzept auf großes Interesse, ist auch noch ein Ankauf und Umbau des Gebäudes Lindenstraße 13 denkbar.

"Die alte Stadtmauer wird im unteren Bereich in das Projekt integriert", informierte der Leiter des Stadtbauamtes, Oliver Graumann, in der jüngsten Bauausschusssitzung. Bürgermeister Werner May bezeichnete das Projekt schon jetzt als Gewinn für Kitzingen: "Das wird die Stadt in diesem Bereich voranbringen."

Tatsächlich gehört die Zone rund um die Würzburger Straße/Lindenstraße nicht gerade zu den Sahnestücken Kitzingens. Die Wohnanlage wird das Bild verändern, davon ist auch Dillmann überzeugt. 1400 Quadratmeter Garten in Richtung B 8 gehören dazu. Dort soll ein Pavillon errichtet werden, der Baumbestand bleibt erhalten. Ein überdachter Rundgang soll auch in den kälteren Monaten zum Treffpunkt werden.

Denn darauf legt der Planer Wert: Die Anlage soll ein Ort der Begegnung werden, der Goldene Löwe quasi eine Begegnungsgaststätte.

Im Moment ist das Gasthaus allerdings in einem erbärmlichen Zustand. "Das Haus stürzt immer weiter ein", sagt Dillmann. "Als wir es im Januar gekauft haben, war die Gaststätte noch in Ordnung." Jetzt liegen Teile des Daches auf den Tischen. Die historische Ausstattung, zu der Holzvertäfelungen und verglaste Fenster gehören, soll auf jeden Fall erhalten bleiben. Das wünscht sich auch das Landesamt für Denkmalschutz.

Das Mobiliar befindet sich noch im Gebäude. Je weiter sich der Beginn der Arbeiten hinauszögert, desto gefährlicher wird es für die alten Wirtshausmöbel.




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