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Glückwunsch, Dora und Gert Kriesinger

Dora und Gert Kriesinger aus Albertshofen erlebten jetzt das Jubelfest der Diamantenen Hochzeit. Das Paar war am 10. August 1956 vor Pfarrer Julius Kunstmann vor den Traualtar getreten. Aus der Ehe gingen sechs Söhne hervor, von denen einer bereits gestorben ist. Waren die Kinder alle männlich, sind die sieben Enkel der Kriesingers alle weiblich. Dora Kriesinger (geborene Will) ist eine waschechte Albertshöferin, die nach dem Schulbesuch in einem Haushalt bis zu ihrer Hochzeit angestellt war. Nachdem die Kinder erzogen waren, arbeitete die jetzt 78-Jährige als Reinigungskraft 24 Jahre lang im Kitzinger Armin-Knab-Gymnasium. Sie hatte den Garten als ihr Hobby, gehört wie ihr Mann seit 20 Jahren dem VdK-Ortsverband an und war mit ihrem Mann, so lange es gesundheitlich ging, viel als Radlerin oder als Wanderin unterwegs. Das Erholen und Kuren ist seit Jahrzehnten eine Passion der Kriesingers, die 24 Jahre lang in der gleichen Pension am Schliersee waren und seit 30 Jahren ein- bis zweimal pro Jahr zum Badekur-Urlaub nach Bad Füssing reisen. Gert Kriesinger hatte in Düsseldorf das Licht der Welt erblickt. Durch das Kinderlandverschickungs-Programm hatte es ihn 1942 nach Albertshofen zu den Pflegeeltern Fritz und Babette Heilmann verschlagen. Im Jahr 1949 begann der heute 81-Jährige eine Lehre als Maler und Verputzer im Betrieb des Albertshöfers Matthäus Neubert. In den folgenden 23 Jahren ging er seinem Beruf in der Region und auch auf Montage in Frankfurt nach, um die Familie zu ernähren und das erbaute Haus zu finanzieren. „Ich habe dann 1972 eine Ganzjahresanstellung gesucht“, schilderte der Rentner seine Intention. Er wurde fündig mit dem Hausmeisterposten am Armin-Knab-Gymnasium. Diese Funktion füllte er 24 Jahre lang bis zum Renteneintritt im Jahr 1996 aus. Kriesinger war als junger Mann begeisterter Fußballer und mischte als Jugendlicher auch bei den Handballern mit. Längst ist er Ehrenmitglied im TSV Albertshofen und steuert darauf zu, in zwei Jahren für 70 Jahre Mitgliedschaft geehrt zu werden. Er ist überzeugter Sozialdemokrat und war Gründungsmitglied des SPD-Ortsvereins. Heute ist der 81-Jährige Stammgast auf dem Albertshöfer „Rentnerbänkchen“ in Sichtweite der Mainfähre. „Was der eine nicht weiß, das weiß der andere“, skizziert der seit 60 Jahren verheiratete Albertshöfer seinen täglichen Vormittagstreff.