Marktbreit

Gefährliche Traumrunde

Ausgerechnet der "Liebespfad" stand in der Bürgerversammlung in Marktbreit in der Kritik. Das Wegstück, das zu den Traumrunden gehört, ist sehr abschüssig. Doch was tun?
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Der "Liebespfad" in Marktbreit ist Teil einer Traumrunde, führt steil von der Stadt hinauf auf die Kappl und sollte nach Meinung von Hartwig Zobel für Fußgänger besser gesichert werden. Foto: Robert Haaß

"Habe ich etwas falsch gemacht?", fragte sich Marktbreits Bürgermeister Erich Hegwein am Donnerstagabend in der Bürgerversammlung in Marktbreit angesichts der doppelten Anzahl an Besucher verglichen mit dem Vorjahr. Doch wie alles im Leben ist auch das relativ: 2018 hatten gerade mal elf Bürger den Weg in den Rathaussaal gefunden, am Donnerstag waren es 22 – bei über 3000 Einwohner der Stadt auch nicht die Masse.

Und wenn, dann hat Hegwein nicht allzu viel falsch gemacht, denn nach seinen rund 50 Minuten dauernden Ausführungen hielten sich die Fragen aus den Reihen der Zuhörer in Grenzen und waren nach 20 Minuten beantwortet.

Für sehr abschüssig und fast gefährlich hielt Hartwig Zobel die Traumrunde Marktbreit-Obernbreit im Bereich des "Liebespfades", der hinauf auf die Kappl führt. Seiner Meinung nach müsste der steile Pfad besser gesichert werden. Leichter gesagt, als getan, so Hegwein, denn mit schwerem Gerät sei dort kaum hinzukommen. Die Stadt werde versuchen, einen Kompromiss zwischen der jetzt von einigen geschätzten Ursprünglichkeit hin zu mehr Sicherheit zu finden.

Noch einmal Fußgänger: Werner Fuchs monierte den doch langen und umständlichen Fußweg vom Baugebiet Ohrenberg in die Stadt und die Schulen. Auch dieses Problem ist erkannt, doch wird eine Lösung, nicht nur wegen der topografischen Lage, noch eine Weile dauern. Zudem soll in den kommenden Jahren die Staatsstraße entlang der Bahnlinie saniert werden, was die Lage nicht vereinfacht.

Friedl Ebert will nicht die ganze Nacht den Parkplatz am Main beleuchtet sehen. Dies erfolge aus Sicherheitsgründen, sagte Hegwein, denn es gab hier nachts auch schon Beschädigungen an Autos. Reden könnte man aber über die Anstrahlung des Rathauses, die sicher in den Nachtstunden beschränkt werden könnte.

Nach Ansicht eines weiteren Bürgers könnte die Parküberwachung im Bereich der katholischen Kirche während der Gottesdienstzeiten ausgesetzt werden. Hier werde eh kaum kontrolliert, so Hegwein, doch werden Autos manches Mal so abgestellt, dass es für Rettungsfahrzeuge kaum noch ein Durchkommen gebe.

Kritisiert wurden zwei Stadtratsbeschlüsse: Zum einen die Ablehnung, sich am Netzwerk jüdischer Friedhof Rödelsee zu beteiligen, zum anderen der Verkauf eines Grundstücks nahe des evangelischen Kindergartens.



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