KITZINGEN

Galgenmühle weicht Mühlenhof

Der Kitzinger Bauboom erfasst bald auch die Siedlung. Hier ensteht das Projekt Mühlenhof mit 32 Wohnungen. Der Abriss der alten Gebäude rückt näher.
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Die Visualisierung des Projekts Mühlenhof zeigt, dass das geplante Vorhaben mit 32 Eigentumswohnungen das Viereck der einstigen Galgenmühle – auf deren Areal es entsteht – in der Kitzinger Siedlung nachzeichnet. Foto: Visualisierung: synergie-effekte HAAG Wohnbau GmbH
„Der Charakter der Mühle soll erhalten bleiben.“

Dieter Haag,

Bauunternehmer

Die längere Stille um das Bauprojekt Mühlenhof in der Kitzinger Siedlung war offensichtlich trügerisch. Drei Viertel der 32 Eigentumswohnungen seien inzwischen verkauft, erklärte Bauunternehmer Dieter Haag. Die Haag Wohnbau GmbH ist Investor des Vorhabens, das auf dem rund 5000 Quadratmeter großen Gelände der einstigen Galgenmühle entstehen soll. Deren Abriss soll laut Haag im Sommer beginnen.

Neubau im Mühlencharakter

Das Wohnbauprojekt, das in einem Geviert nahe dem Sickerbach die einstigen Mühlenbauten nachzeichnet, stützt sich seit April 2016 auf einen positiven Vorbescheid der Stadt. Inzwischen sei der Verkauf der Wohnungen weit fortgeschritten, die Werkplanung in Arbeit. Der Abriss der alten Gebäude werde auf die Sommerferien gelegt, um vor allem den Kindergarten nicht mit dem Lärm zu beeinträchtigen, sagte Haag.

Wenn die Bauten – bis auf den Keller der Galgenmühle – weg sind, soll zügig gebaut werden. Im späten Frühjahr 2019 könnten nach den Vorstellungen des Unternehmers aus Marktsteft die Wohnungen bezugsfertig sein. Das Ziel der Architektur, die in enger Zusammenarbeit des Iphöfer Architekten Walter Böhm mit den Spitzen des Bauamts entwickelt worden sei, beschreibt Haag so: „Der Charakter der Mühle soll erhalten bleiben.“

Massives Mauerwerk

Allerdings: Beim Thema Energiesparen setzen die Bauherren auf die Moderne. Eine zentrale Holzpelletanlage versorgt die zwischen 46 und 90 Quadratmeter großen Wohnungen in den fünf Bauten des Vierecks mit Wärme. Und damit die im Haus bleibt, bekämen die Häuser ein 42 Zentimeter starkes Ziegelmauerwerk, so Haag. Insgesamt werde der Energie-Effizienzstandard KfW 55 erreicht.

Der Mühlenhof hat nach Haags Worten vor allem Kapitalanleger angezogen: „Viele Käufer wollen vermieten.“ Und weil sein Unternehmen kein klassischer Bauträger sei, werde auch dieses Feld abgedeckt – mit der Dieter Haag Hausverwaltung, die sowohl die Vermietung als auch den Betrieb der Wohnanlage in die Hand nimmt.

Sanierung schied aus

Eine Verwertung des einstigen Gutshofs war schon mehrfach im Gespräch, scheiterte aber aus diversen Gründen. Eine Sanierung der baufälligen Gebäude sei aus wirtschaftlichen Gründen zuletzt nicht mehr in Frage gekommen, betonte Haag.

Vor rund zwei Jahren sei deshalb das Projekt Mühlenhof gemeinsam mit der Eigentümerfamilie Goller als Idee entstanden. Das kam dann Anfang 2016 in den Stadtrat, wo es mehrheitlich begrüßt wurde. Sorgen im Gremium, das Bauvorhaben könnte mit Erweiterungsplänen für das nahe Sickergrundsportzentrum kollidieren, waren im Juni vorigen Jahres mehrheitlich schnell vom Tisch – mit Blick auf ein Lärmgutachten und den positiven Vorbescheid.

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