KITZINGEN

Gänsehaut im Sommer

Wem gerade die Sommerlektüre ausgegangen ist – hier die Lese-Tipps aus der Redaktion.
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Sommer im Park
Ihnen ist gerade der sommerliche Lesestoff ausgegangen? Dann hätten wir da noch ein paar Vorschläge für Sie – frisch aus der Redaktion. Foto: Archiv-Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Zum Glück zieht sich der Sommer noch ein wenig hin. Wem gerade die Sommerlektüre ausgegangen ist – wir haben in der Redaktion bei dem verbliebenen Rest eine kleine Spontan-Umfrage durchgeführt. Heraus kamen – natürlich – nur allerbeste Lese-Tipps: Michaela Stumpf (Redakteurin)

„Ist Ihnen der August zu warm? Abkühlung gefällig? Ich sage nur: Blackout. Gänsehaut garantiert. Marc Elsberg heißt der Autor, der es geschafft hat, dass ich rund um die Uhr meine Nase in sein Buch gesteckt habe. Ein Thriller, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt, weil dieses Szenario durchaus Wirklichkeit werden könnte: An einem kalten Februartag brechen in Europa alle Stromnetze zusammen. Der totale Blackout. Der italienische Informatiker Piero Manzano vermutet einen Hackerangriff, versucht bei Europol durchzudringen, gerät selbst in Verdacht, während alle Menschen in Europa nur noch eines wollen: ÜBERLEBEN.“

Julia Lucia (Redakteurin):

„Ohne Gute-Nacht-Geschichte gehen meine zwei Töchter nicht ins Bett. Normalerweise muss ich dann etwas über Pferde, Ponys oder Einhörner vorlesen. Selten habe ich das Glück, dass ich die Lektüre auswählen darf. Doch wenn es wieder mal soweit ist, fällt meine Wahl (fast) immer auf Das große Gähnen. Diese Zoo- und Gute-Nacht-Geschichte macht uns allen drei viel Spaß.

Es ist kurz vor acht und die Zootiere bereiten sich auf die Nachtruhe vor. Zuerst fängt der Tiger an zu gähnen, dann die Schwäne und weil das Gähnen so ansteckend ist, gähnt am Ende der ganze Zoo. Monika Spang beschreibt humorvoll die Zu-Bett -geh-Rituale der Giraffen, Esel oder Löwen. Sonja Bougaeva malte dazu Bilder, die ihren Witz im Detail zeigen.

Nicht nur die liebevolle Darstellung der Tiere überzeugt, sondern auch die Reime, die einen zum Lachen und zum Gähnen (Vorsicht – auch den Vorleser!) bringen. Und wenn dann alle Tiere und Kinder schlafen, steht einem lauen Sommerabend im Garten nichts mehr im Wege.“ Linda Ollmann (Praktikantin):

„Nicht etwa von den Büchern zur Serie, sondern von der Serie zum Buch hieß es für mich bei 'Game of Thrones'. Nachdem die Serie schon eine regelrechte Sucht auslöste, stand fest, dass die Bücher unbedingt gelesen werden müssen. Zehn Bände (in der deutschen Ausgabe) von 'Das Lied von Eis und Feuer' umfasst die Fantasy-Saga von George R. R. Martin bis jetzt. In einer Welt, in der mittelalterliche Bedingungen herrschen und die nach einem Krieg gegen den irren König vom Usurpator regiert wird, wartet auf die Familie Stark von Winterfell eine spannende Reise in die Hauptstadt von Westeros.

Die Bücher, mit ungefähr 550 Seiten, lassen einen beim Lesen nicht mehr los. Im Schnitt waren die ersten beiden Bücher nach drei Tagen zu Ende gelesen. Egal ob beim Essen, draußen oder im Bett, das Buch war immer in der Hand. Ein magischer Bann, der einen – zumindest als Fantasy-Liebhaber – nicht mehr loslässt.“

Robert Stöckinger (Redakteur):

„Zu umfangreichen Romanen oder Klassikern greife ich nicht so gerne, mangels Zeit. Ohnehin lese ich viel quer und bevorzuge Kurzgeschichten, Reportagen und Berichte über Menschen, Städte oder Länder – auch wenn es nur Reiseführer oder Zeitschriften sind. Interessant finde ich auch Betrachtungen und Kommentare zur neueren Geschichte Deutschlands (ab 1800). Und hoffentlich komme ich wieder einmal dazu, in einem Werk von Bastian Sick zu blättern, vielleicht in Folgen aus „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ oder „Happy aua“. Auf alle Fälle will ich wieder einmal so viele „Zwiebelfisch-Kolumnen“ lesen, wie ich nur schaffe. Bei denen fällt es mir schwer, mit dem Lesen aufzuhören.“ Petra Leonhardt (Redaktions-Assistentin):

„Zuletzt gelesen habe ich den Roman 'Am Ende des Schweigens' von Charlotte Link. Besonders der Überraschungseffekt und die Spannung, die einen bis zur letzten Seite fesselt, haben mich begeistert. In dem Buch wird die Geschichte von drei befreundeten Ehepaaren erzählt, die seit Jahren ihren Urlaub in dem gemeinsamen Ferienhaus in Stanbury verbringen.

Doch die Harmonie zwischen den Freunden und auch zwischen den Ehepartnern trügt – das Haus in Stanbury wird zum Schauplatz eines grausamen Verbrechens, worauf endlich das jahrelange Schweigen gebrochen wird und die Wahrheit ans Licht kommt.“

Frank Weichhan (Redakteur):

„Der Thriller 'Ich. Darf. Nicht. Schlafen.' ging durch die Decke und brachte seinen Autor S. J. Watson von Null auf Welterfolg – aber auch unter Zugzwang: Lässt sich das wiederholen? Was kommt nach einem solchen Debüt? Das neue Werk heißt 'Tu es. Tu es nicht.' und haut einen lange Zeit nicht vom Hocker. Thriller geht anders, man muss sich regelrecht in das Buch und in das Leben einer gewissen Julia hineinkämpfen. Wer dabei bleibt, wird immerhin fürstlich belohnt – mit einem Knaller-Ende.“

Conny Puls (Redakteurin):

„Nach jahrelangem Verschlingen von Psychothrillern – vorzugsweise von Sebastian Fitzek – brauchte ich zuletzt leichtere Kost. Und was liegt da als Tierliebhaber näher, als ,Das Seelenleben der Tiere' von Peter Wohlleben? Der Förster beschreibt eindrucksvoll, und vor allem humorig seine Beobachtungen von Haus- und Wildtieren. Wer hätte beispielsweise gewusst, dass sich Pferde schämen und Raben einfach so aus Spaß – jawoll, so völlig sinnfrei – auf einem Dosendeckel Schlitten fahren? Peter Wohlleben vergleicht das Seelenleben der Tiere mit menschlichen Eigenschaften und zieht dazu auch wissenschaftliche Untersuchungen heran. Wer sich für Tiere und deren Gefühlsleben interessiert, findet hier aufschlussreiche Einblicke und streift das nächste Mal ganz sicher mit einem anderen Blick durch den Wald.“

Harald Meyer (Redakteur):

„Es gibt Tage, da liegt das Leben quer im Magen. Dann schreit das Hirn mal nach leichter Kost. Bei der Suche muss es im Buchladen bei mir klick gemacht haben – bei einem Cover und einem Titel, der weiter nicht weg sein könnte von meinem gewohnten Lese-Beuteschema. Ein Griff und „Tante Poldi und die Früchte des Herrn“ wechselten den Besitzer. So schrill – und ein bisschen von gestern – die Aufmachung, so skurril der Inhalt. Da geht's um eine fröhlich-versoffene und schon etwas ältere Bayerin, die in Sizilien gelandet ist, bei den Recherchen um den gemeuchelten Hund ihrer Freundin stark angesäuselt im Bett eines Winzers landet, der am nächsten Tag als Mordverdächtiger Karriere macht – und Tante Poldis detektivische Gene aktiviert. Die 368 Seiten lesen sich flott. Und wer schon immer der Meinung ist, dass mit 60 das Leben erst anfängt, ab und zu ein Stimmungsaufheller den Abend verschönt und der Abstürze und Höhenflüge einer Freizeit-Ermittlerin nicht scheut, der sollte es mit diesem Buch von Mario Giordano menscheln lassen.“

Daniela Röllinger (Redakteurin):

„Lesen muss sein – wenn ich kein gutes Buch habe, sinkt meine Laune. Am liebsten lese ich Thriller und Krimis. Tess Gerritsen, Jo Nesbo, Jussi Adler Olsen, Simon Beckett. Es darf gerne etwas blutrünstiger sein. Irgendwann ist dann genug gemordet und zerstückelt, dann brauch' ich ab und zu etwas Leichtes. Als letztes ,Eigentlich bist du gar nicht mein Typ' von Anna Bell. Es geht um Abi, die von ihrem Freund Joseph verlassen wird. Sie findet eine Liste mit Dingen, die er bis zu seinem 40. Geburtstag erlebt haben will und arbeitet sie ab – in der Hoffnung, ihn zurückzubekommen. Leicht, unterhaltsam, romantisch und ein kleines bisschen ein Spiegel, dass man lieber seine eigenen Träume verwirklichen sollte als immer auf die anderen zu schauen.

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