SCHWARZACH

Früh in der Arche, abends im Tatort

„A kloans bisserl weihnachtsgewichtig und a bisserl selbstfindend“ präsentierte sich Schauspieler Udo Wachtveitl am Wochenende bei der „Schwarzacher Weihnacht“. Bei der 23. Auflage der vorweihnachtlichen Veranstaltung begab sich der als Franz Leitmayr bekannte Tatortkommissar aus dem Ersten gleich dreimal auf die Spurensuche nach Wärme und Menschlichkeit.
Artikel drucken Artikel einbetten
Diesmal nicht auf Mördersuche: Nicht als Tatort-Kommissar, sondern als freundlicher Geschichtenerzähler fahndete Udo Wachtveitl bei der „Schwarzacher Weihnacht“ nach inneren Werten. Foto: Foto: Peter Pfannes

„A kloans bisserl weihnachtsgewichtig und a bisserl selbstfindend“ präsentierte sich Schauspieler Udo Wachtveitl am Wochenende bei der „Schwarzacher Weihnacht“. Bei der 23. Auflage der vorweihnachtlichen Veranstaltung begab sich der als Franz Leitmayr bekannte Tatortkommissar aus dem Ersten gleich dreimal auf die Spurensuche nach Wärme und Menschlichkeit.

Unverblümt richtete der passionierte Ermittler seinen Fokus auf die Menschen, die im Abseits stehen und die sich alleine fühlen.

Mit leiser und lauter Stimme nahm Wachtveitl die Besucher mit auf eine winterliche Erlebnisreise, die auf einem zugefrorenen See begann und durch heftigen Schneesturm führte. „Was kümmerte es die Kinder, dass die Eisfläche polizeilich gesperrt war?“

Erzählungen fürs Herz

Das Schicksal in der Erzählung von Oskar Maria Graf nahm seinen Lauf. Emotional und mit viel Feingefühl servierte der Geschichtenerzähler aus München das einsame Geschehen auf der Eisscholle, als das Schlittschuhlaufen jäh beendet war. Und mehrere Erzählungen fürs Herz sollten folgen, ehe sich Franz Leitmayr dann am Sonntagabend im Tatort-Krimi „Allmächtig“ auf die Suche nach einem spurlos verschwundenen Fernsehstar machte.

Theophil Steinbrenner, der die „Schwarzacher Weihnacht“ 1987 im Turm-Museum in Sommerach aus der Taufe hob und seitdem maßgeblich für ihre Erfolgsgeschichte verantwortlich ist, begrüßte den Fernsehkommissar, dessen Tatort-Kollege Miroslav Nemec alias Ivo Batic ebenfalls schon die Schwarzacher Weihnachtsgäste verwöhnt hatte.

Klangvolle Namen haben bisher den Weg auf die Weihnachtsbühne in Schwarzach gefunden, darunter Hannelore Hoger, Ruth-Maria Kubitschek und Siegfried Rauch. „Diese Künstler sind alle gerne nach Schwarzach gekommen und daraus sind Freundschaften entstanden“, sagte Steinbrenner.

Natürlich fänden sich Nachahmer der Traditionsveranstaltung auf der ältesten Kleinkunstbühne im Landkreis, auf der „ordentliche und faire Arbeit geleistet wird“, so der bekannte Schwarzacher Künstler. „Oft kopiert, doch nie erreicht“ sei das mit der heimischen Wirtschaft entwickelte Konzept, ganz nach dem Motto „Leben und leben lassen“.

Nach Steinbrenners verbaler Ouvertüre entfachten „Whistling to the bird” ein melodiöses Freudenfeuer mit irischen Klängen. Mit Flöte, Geige, Kontrabass und Gitarre spielten sich die jungen Musiker aus der Rhön in die Herzen der Gäste. Zusammen mit Sängerin Madeleine stimmte auch Udo Wachtveitl in den Chor mit ein und zeigte als Gesangssolist mit eigenen Songs wie „Wieder nix“ und „Einsam mit Prinzessinnen“, dass er nicht nur gut erzählen, sondern auch bestens singen kann.

Nächster Stargast ist Rita Russek

Steinbrenner, seine Familie und sein Helferteam haben kurz vor Weihnachten ganze Arbeit geleistet. In der Pause servierten sie bei Fackellicht unter freiem Himmel Glühwein und Gebäck. Das Willanzheimer Bläser-Quartett unter der Leitung von Ottmar Schwab sorgte für adventliche Stimmung auf dem Platz vor der Pfarrkirche. Es ging gesellig zu und es wurde reichlich kommuniziert.

Dabei erfuhr man auch, wen Steinbrenner für die nächste „Schwarzacher Weihnacht“ gewinnen konnte. Mit Rita Russek wird 2014 wieder eine erfolgreiche Schauspielerin in die Arche kommen. Bekannt ist die Münchnerin vor allem aus der Krimireihe „Wilsberg“ als Kommissarin Anna Springer.

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.