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Freizeitpark

Freizeitland Geiselwind: Rettung aus Aussichtsplattform - erst vor kurzem wurde der Ernstfall geprobt

21 Menschen saßen am Dienstag auf der Aussichtsplattform des Freizeitlandes Geiselwind in Unterfranken fest. Einsatzkräfte mussten die Besucher aus etwa 60 Metern Höhe mit Hilfe eines Hubschraubers retten. Dem Besucheransturm am nächsten Tag tat das keinen Abbruch.
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  • Besucheransturm nach Rettungseinsatz in fränkischem Freizeitpark
  • "Top of the World" im Freizeitland Geiselwind mit Defekt
  • 21 Fahrgäste saßen in 60 Metern Höhe auf Aussichtsplattform fest
  • Alle Details zum Einsatz im Überblick:

Update vom 5. September: Besucheransturm nach Rettungsaktion

Rund drei Stunden saßen 21 Besucher des Freizeitlandes Geiselwind am Dienstag fest. In schwindelerregender Höhe - auf der Aussichtsplattform des Wahrzeichens "Top of the World", einem sogenannten "Gyro-Tower". Erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit haben Rettungskräfte alle Besucher mit Hilfe eines Rettungshubschraubers wieder auf den sicheren Boden zurückbringen können. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.

Der Tag danach stand ganz im Zeichen der Fehlersuche. Warum hatte sich der Aussichtsturm, der im Guiness-Buch-der-Rekorde als größter transportabler Aussichtsturm der Welt steht, am Dienstagnachmittag einfach abgeschaltet? Warum blieb die Aussichtsplattform auf 60 Metern Höhe stehen? Offenbar ein technischer Defekt, wie die Polizei am Mittwoch berichtete. Das Ergebnis des TÜV steht noch aus.

Für den Ernstfall wird regelmäßig geprobt

Glücklicherweise kennen sich die Höhenretter der Würzburger Berufsfeuerwehr mit den Gegebenheiten im Vergnügungspark bestens aus. Seit Jahren üben die Einsatzkräfte an den größeren Fahrgeschäften für den Ernstfall - auch am "Top of the World".

Erst vor wenigen Wochen war der Ernstfall nur wenige Meter entfernt geprobt worden, damals hatten die Helfer die Rettung aus dem 18 Meter hohen Looping der Boomerang-Achterbahn simuliert. Brigitte Mahr, Pressesprecherin des Freizeitparks, weist drauf hin, dass die Fahrgeschäfte im Park "auf 1000-prozentige Sicherheit eingestellt sind, damit nichts passieren kann".

Besucheransturm: Freizeitland Geiselwind regelrecht gestürmt

Dem Besucherandrang tat die Aufregung vom Dienstagabend übrigens keinen Abbruch. Am darauffolgenden Tag (Mittwoch, 4. September) wurde der Vergnügungspark förmlich überrannt. Die Autos stauten sich fast bis zur Autobahn zurück und an den Kassen herrschte enormer Andrang. Auch die Reaktionen im Internet waren überwiegend gelassen: Manche sahen die Hubschrauber-Rettung sogar als zusätzliche Attraktion an und bedauerten, nicht dabei gewesen zu sein.

Update 4. September, 15.30 Uhr: Polizeiliche Ermittlungen abgeschlossen

Nachdem am Dienstagnachmittag eine Gondel eines Fahrgeschäfts in rund 60 Metern Höhe stehen blieb und die Insassen durch Höhenretter der Feuerwehr sicher zur Erde gebracht werden mussten, sind die polizeilichen Ermittlungen abgeschlossen.

Gegen 16.30 Uhr löste ein Sicherheitsmechanismus eines Fahrgeschäfts im Freizeitpark in Geiselwind (Kreis Kitzinigen/Unterfranken) aus und setzte eine Gondel mit 21 Fahrgästen in rund 60 Metern Höhe fest. Höhenretter der Feuerwehr befreiten alle Personen. Ein Kind stieß sich bei der Rettungsaktion den Kopf. Alle anderen kamen unverletzt mit dem Schrecken davon.

Die Ursache der Störung ist im technischen Bereich zu suchen. Anhaltspunkte für strafrechtlich relevantes menschliches Fehlverhalten gibt es nicht. Wann das Fahrgeschäft wieder in Betrieb genommen werden kann müssen nun Prüfstellen und Betreiber klären.

Update 4. September, 13.30 Uhr: Zweiter Fall an einem Tag: 14 Fahrgäste sitzen in Riesenrad fest

Auch in der bayerischen Landeshauptstadt gab es am gleichen Tag einen Zwischenfall an einem Fahrgeschäft: Nach dem Brand eines Verteilerkastens blieb ein Riesenrad am Ostbahnhof stehen. 14 Fahrgäste mussten von der Feuerwehr aus den Gondeln gerettet werden. Verletzt wurde niemand, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Nach rund einer Stunde waren alle Fahrgäste wieder am Boden.

Zwei Fälle an nur einem Tag. Für den Sprecher des Tüv Süd, Thomas Oberst, sind das trotzdem Einzelfälle. Und die Tatsache, dass niemand zu Schaden kam, sei der Beleg dafür, dass das Sicherheitssystem hierzulande funktioniert. "Wir haben in Deutschland insgesamt ein sehr hohes Sicherheitsniveau bei Fahrgeschäften", sagte er. Bevor Fahrgeschäfte in Betrieb genommen werden, würden sie geprüft, betonte Oberst. Und auch danach immer wieder. Sogenannte "fliegende Bauten", die von einer Kirmes zur nächsten ziehen, würden regelmäßig überprüft. Achterbahnen jährlich, langsamere Kinderkarussells alle drei Jahre. Und auch nach jedem Aufbau komme das Bauamt - oder im Fall des Oktoberfestes der Tüv Süd gemeinsam mit dem Kreisverwaltungsreferat - um zu prüfen, ob alles funktioniert.

Auch Evakuierungsmaßnahmen wie in Geiselwind und München würden regelmäßig geübt, sagte Oberst. "Für die Betroffenen ist das natürlich sehr aufregend, aber die Retter wissen genau, was sie tun." Soweit er das überblicken könne, sei in beiden Fällen alles planmäßig abgelaufen. "Die Anlagen sind in einer sicheren Position stehen geblieben und die Sicherheitsmechanismen haben so gegriffen, wie das in einem solchen Fall geplant ist."

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Schaustellerbundes, Frank Hakelberg, betonte: "Unsere Anlagen gehören zu den sichersten der Welt." Und: "Die Wiesn ist sicher." Das Volksfest in München beginnt am 21. September.

Update 4. September 2019: Ursache für Panne bekannt

Die Polizei hat am Mittwoch die Ursache für die Panne im Freizeitland Geiselwind bekanntgegeben: Ein technischer Defekt soll den Ausfall verursacht haben. Der TÜV soll nun herausfinden, wie genau die Störung zustande kam. Bis dahin bleibt die Aussichtsplattform "Top of the World" im Freizeitpark Geiselwind gesperrt.

Es wurden auch genauere Details über den Rettungseinsatz bekanntgegeben. Ein Kind, das sich den Angaben zufolge weigerte, wurde schließlich von einem Höhenretter abgeseilt. "Das wollte nicht, hatte einfach Höhenangst", sagte der Leiter der Höhenrettungsgruppe, Bernd Erlenbach

Update, 20.15 Uhr: Rettungseinsatz im Freizeitland beendet

Der Rettungseinsatz im Freizeitland Geiselwind ist beendet. Alle Personen konnten sicher auf den Boden gebracht werden. Aktuell ist psychologisches Personal vor Ort und betreut die 21 Menschen, die auf der Aussichtsplattform festsaßen.

Update, 19.50 Uhr: Elf Kinder unter den Besuchern

Gegenüber inFranken.de hat die Polizei neue Informationen bekanntgegeben: Unter den 21 Besuchern, die auf der Aussichtsplattform im Freizeitland Geiselwind festsaßen, befinden sich elf Kinder. Davon wurde ein Kind leicht verletzt, als es aus einer Gondel ausstieg. Die Plattform befindet sich in circa 60 Meter Höhe. Von dort aus wurden die Parkbesucher gerettet. Aktuell (Stand: 19.50 Uhr) wird die letzte Person sicher auf den Boden gebracht. Der Einsatz dauert noch circa bis 20.30 Uhr, wie ein Polizeisprecher sagte.

Der Freizeitpark hat seit 16 Uhr geschlossen.

Erstmeldung, 19 Uhr: Großer Rettungseinsatz in fränkischem Freizeitpark

Am Dienstagabend (3. September 2019) kommt es zu einem großangelegten Rettungseinsatz im Freizeitpark Geiselwind (Kreis Kitzingen). Ersten Informationen der unterfränkischen Polizei zufolge müssen circa 25 Menschen von einer Aussichtsplattform gerettet werden, wie ein Sprecher der Polizei zu inFranken.de sagte.

Drama im Freizeitpark Geiselwind: Drei Hubschrauber zur Rettung im Einsatz

Gegen 16.30 Uhr ging der Alarm ein, dass die Freizeitpark-Besucher im oberen Drittel der Aussichtsplattform feststecken. Seitdem läuft der Rettungseinsatz der Polizei, der Bundeswehr und der Deutschen Luftrettung im Park. Insgesamt drei Hubschrauber sind im Einsatz, um die Menschen sicher auf den Boden zu bringen. Der Einsatz wird sich laut Angaben der Polizei noch bis in die Abendstunden ziehen. Mehr in Kürze auf inFranken.de.

Freizeitpark Geiselwind: Hier läuft der Rettungseinsatz

Im fränkischen Freizeitland sorgten 2018 echte Grabsteine für Aufsehen.

tu

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