MAINSTOCKHEIM

Freie Dachwahl im Baugebiet

Gar nicht wie geschnitten Brot läuft das Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans Wunn in Mainstockheim. Das hat sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung gezeigt.
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Dächer in Siedlungen (Symbolbild). Foto: Foto: SILVIA EIDEL

Gar nicht wie geschnitten Brot läuft das Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans „Wunn“ in Mainstockheim. Nach langer Diskussion einigten sich die Gemeinderäte in ihrer Sitzung auf die Festsetzungen für den Plan und reagierte auch auf die Ankündigung eines Bürgerbegehrens gegen das Baugebiet.

Auffällig in der Sitzung: Dominierten in den vorausgegangenen Beratungen vor allem die Gegner des Gebiets unter den Zuschauern, waren vor allem junge Besucher im Rathaussaal, die sich Bauen in der Wunn wünschen.

Bis zu 80 Wohnhäuser

Es ist ein großes Gebiet oberhalb von Mainstockheim, im Anschluss an das Baugebiet Haselberg, das die weitere Entwicklung der Gemeinde sichern soll. Nach Vorstellung der Ratsmehrheit könnten dort im „Endausbau“ bis zu 180 neue Wohnhäuser entstehen. Der erste Schritt soll nun den aktuellen Bedarf an Baunachfragen in Mainstockheim abdecken und ist auf rund 30 Bauplätze ausgelegt.

Nach der Behandlung der Bedenken und Anregungen der ersten öffentlichen Auslegung im Juni, bestätigten die Räte die in der Folge vom Planungsbüro eingearbeiteten geringfügigen Änderungen und legten die Festsetzungen für den Bebauungsplan fest.

Nach längerer Diskussion war klar: Die Räte wollen größtmögliche Freiheit für die Bauwerber, so können nun fast sämtliche Dachformen in der Wunn verwirklicht werden, es könnten also Toskanahäuser neben Pultdächern, Flachbauten und Mansarddächern stehen. In der Folge kann es dann auch keine Beschränkungen bei der Dacheindeckung geben, lediglich glasierte Ziegel werden ausgeschlossen.

Ein in der Sitzung vorgestelltes Lärmgutachten zeigt, dass eine Belastung im Gebiet durch die nahe Bahn nachts, wegen der lauten Güterzüge, durchaus zu erwarten ist. Insgesamt liegt diese aber in einem Bereich, der durch den Einbau von Schallschutzfenstern in Schlafräumen oder durch den Bau von Schlafräumen auf der bahnabgewandten Seite der Häuser geregelt werden kann.

Am Ende stimmten die Räte den geänderten Festsetzungen bei einer Gegenstimme zu, das Verfahren kann nun in die nächste Runde gehen. Dazu werden die aktuellen Planungsentwürfe mit allen Anlagen und den Stellungnahmen der ersten Öffentlichkeitsbeteiligung nochmals öffentlich aus- und den Trägern öffentlicher Belange vorgelegt. Da dies während der Ferienzeit erfolgt, wird die Dauer der Auslegung von einem Monat um zwei Wochen verlängert.

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