DETTELBACH

Franziskaner berichten aus ihrem Leben

Das Franziskanerkloster in Dettelbach wird Ende Januar 2017 geschlossen. Beim Frauenbund erzählten Patres Stationen aus ihrem Leben.
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Das Dettelbacher Franziskanerkloster, wie es der Maler Otto Görner im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts als Aquarell malte. Das Bild entstammt dem Buch "Maria hilf, es ist Zeit", das der Dettelbacher Verlag Josef Röll anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Dettelbacher Wallfahrt herausgegeben hat. Foto: Repro: Josef Röll

Das Franziskanerkloster in Dettelbach wird Ende Januar 2017 geschlossen. Abschiedsgottesdienst ist am 22. Januar in der Wallfahrtskirche. Derzeit leben noch fünf Patres und ein Bruder in dem Kloster um Guardian Pater Richard Heßdörfer. Die Vorsitzende des katholischen Frauenbundes, Elisabeth Rost, hat sie zu der Veranstaltung „Zeitzeugen berichten“ eingeladen, um aus ihrem Leben und ihren Werdegang als Seelsorger zu berichten, wie es in einem Schreiben an die Presse heißt.

Den Anfang machte Pater Martin, der 1940 in Schlesien in Liebau geboren wurde. Die Eltern waren Bauern, betrieben eine kleine Wassermühle und eine kleine Bäckerei. Nach dem Krieg wurde die Familie vertrieben, zunächst kamen sie nach Braunschweig, wo der Vater eine Arbeit im Salzbergwerk fand. Später kaufte er einen Bauernhof mit Mühle in Salem am Bodensee. 1951 kam Peter Martin zu den Franziskanern in Hildesheim besuchte er das Gymnasium bis zum Abitur. Für ihn sei es ein sozialer Aufstieg gewesen, zum ersten Mal eine eigene Waschschüssel zu besitzen. 1960 trat er zunächst in Dietfurt in den Orden ein, dann studierte er an der Ordenshochschule St. Anna und erhielt in St. Gabriel in München seine Priesterweihe.

Anschließend kam er als Kaplan nach Hannover, später als Seelsorger in ein Studentenwohnheim nach Berlin. Von 1983 bis 1992 er in Hannover- Kleefeld, 1992 kam er nach Halle an der Saale, wo er 18 Jahre als Seelsorger eine Pfarrei leitete. 2010 wurde er nach Bayern versetzt und kam als Guardian auf den Kreuzberg. Und dort schließt sich der Kreis: Denn ab 31. Januar 2017 wird Pater Martin wieder auf dem Kreuzberg als Guardian arbeiten.

Auch Pater Berthold erzählte aus seinem Leben. 1935 in Berlin geboren und in Erfurt und Frankfurt am Main aufgewachsen, landete er nach dem Krieg wieder in Frankfurt, wo er Betriebswirtschaftslehre studierte. In München entstanden erste Kontakte zu den Franziskanern, schließlich folgte ein Studium der Theologie.

In Hammelburg wurde er zum Priester geweiht, die Primiz auf dem Kreuzberg gefeiert. Pater Bertholds erste Pfarrei war St. Gabriel in München Ost. Danach folgten viele Auslandsstationen, darunter Kairo, Alexandria, Jerusalem und Rhodos. 1995 kam er zurück nach München.

Eine besondere Zeit erlebte er in Israel zur Zeit der ersten palästinensischen Aufstände (Intifada). Schließlich wechselte er auf die griechischen Insel Kos. Auf der Insel gab es viele Touristen. Die Messen wurden auf Latein, die Lesungen und Kurzpredigten in den jeweiligen Landessprachen Englisch, Italienisch und Deutsch gehalten.

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