ASTHEIM

Flurgang: Vielseitige Natur und lokale Spezialitäten

Das neue Konzept des Kultur- und Tourismusvereins kam gut an. Sehen, schmecken und erfahren: Alle Sinne wurden an 20 Stationen des Astheimer „Flurgangs“ angesprochen.
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Heimischen Honig probieren und währenddessen den Bienen bei der Produktion zuschauen: Der vom Astheimer Kultur- und Tourismusverein veranstaltete „FLUR.GANG“ am Samstag und Sonntag begeisterte mit seinen 20 Stationen die Besucher. Foto: Fotos (2): Jan Speth
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Sehen, schmecken und erfahren: Alle Sinne wurden an 20 Stationen des zweitägigen Astheimer „Flurgangs“ am Wochenende angesprochen. Im Fokus des Rundwegs standen insbesondere die Natur- und Kulturlandschaft, aber auch der geschichtliche Wandel der heimischen Flur und der Technik. „Ein tolles Angebot“ fanden die Besucher – „werden wir wiederholen“ versprach der Veranstalter.

Quittensecco, Apfelsaft von mainfränkischen Streuobstwiesen, Heilkräuter oder regionale Destillate – an fast allen Stationen durften die Besucher des 2,5 Kilometer langen Rundwegs lokale Spezialitäten ausprobieren. So konnten beispielsweise mit Blick auf einen gläsernen Bienenstock Honigprodukte getestet werden. Verknüpft wurde der kulinarische Genuss mit anschaulichen Informationen über den Obst-, Spargel- und Weinanbau sowie die Landwirtschaft an der Mainschleife.

Nach dem Motto „Flur im Wandel der Zeit“ wurde auf die Veränderungen in den unterschiedlichen Anbaumethoden vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert eingegangen: Der Kultur- und Tourismusverein als Veranstalter der zweitägigen Veranstaltung präsentierte Bilder aus den vergangenen 50 Jahren, die die Veränderungen in der Flur dokumentierten. Direkt am Weinberg zeigte der Obst- und Weinbauverein, wie man mit Begrünung zwischen den Rebstöcken und Tröpfchenbewässerung eine Entwicklung zum nachhaltigen Weinbau eingeschlagen habe. Der Bauernverband berichtete vom Betriebs- und Strukturwandel.

Als „Quittenpapst“ wurde bereits Marius Wittur von Medien aufgrund seines Quitten-Projekts an der Mainschleife tituliert. Mit Leidenschaft rekultiviert der Untereisenheimer alte Quittensorten, die in der Astheimer Flur wachsen. Der Rundgang am Wochenende umfasste einen Teil des Quittenlehrpfades, an einer Station wurden die verschiedenen Quitten-Produkte präsentiert und verkauft.

Der Umwelt- und Naturschutz bildete einen elementaren Bestandteil beim „FLUR.GANG“: Mit dem Kreisimkerverband Kitzingen, dem Bienenzuchtverein Volkach und Umgebung, der Bund Naturschutz Ortsgruppe Volkach und dem Bund für Vogelschutz stellten örtliche Organisationen ihre Arbeit vor. Der Schutz der Mainauen, das Fledermausprojekt „Naturgeflatter“ von Christian Söder oder die Gefährdung des exotisch aussehenden Wiedehopfs waren einige der vielen Themen. Auch die Fernwasserversorgung Uffenheim war mit einem Trinkwasserbrunnen vor Ort und der Förderverein Mainschleifenbahn warb für umweltschonenden Personentransport.

„Die Landschaft mit Blick auf den Main ist traumhaft und die Stationen fügen sich hier toll ein.“

Theresa Schmitt,

Volkach

Nicht ganz alltägliche Themen standen ebenfalls auf dem Programm: Die Firma LZR zeigte eine Ausstellung mit dem Titel „Vom Sandschöpfer zum Schwimmbagger - 60 Jahre Sandabbau in Astheim“. Der Freundeskreis des Botanischen Gartens Würzburg „Pro Planta“ informierte über die Expansion von Flechten aufgrund zunehmend besserer Luftqualitäten. Es war gerade das Naturerlebnis der Astheimer Flur, das viele Besucher begeisterte: „Die Landschaft mit Blick auf den Main ist traumhaft und die Stationen fügen sich hier toll ein“, sagte beispielsweise Theresa Schmitt aus Volkach, die mit ihren Kindern den Rundweg lief. „Schön, dass auch die Kinder eingebunden wurden, ein tolles Angebot“, freute sich Wolfgang Keller aus Würzburg.

„Wir werden die Veranstaltung wiederholen, aber nicht jährlich“, versprach Thomas Leipold, Vorsitzender des Kultur- und Tourismusvereins Astheim. Für den etwa 20 Mitglieder zählenden Verein war die Veranstaltung ein Kraftakt. Viel Lob gab es bei der Eröffnung des Rundgangs am Samstagvormittag vom stellvertretenden Landrat Paul Streng und von der stellvertretenden Bürgermeisterin Gerlinde Martin.

Anwesend waren auch Vertreter des Amts für Landwirtschaft Kitzingen und des Fischereiverbandes, der Astheimer Kartäuser (Leo Wagenhäuser) und Weinprinzessinnen von der Mainschleife.

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