Würzburg
Asylpolitik

Flüchtlinge setzen Hungerstreik aus

Nach 17 Tagen ohne feste Nahrung haben die zehn iranischen Flüchtlinge in Würzburg ihren Hungerstreik beendet. Den Platz vor dem Rathaus wollen sie vorerst nicht räumen.
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Erste Nahrung seit 17 Tagen: Die Iranischen Flüchtlinge vor dem Würzburger Rathaus beendeten am Mittwochnachmittag ihren Hungerstreik. Foto: Tobias Köpplinger
Die Erleichterung war den zehn jungen Männern anzusehen. Sie lächelten, nickten, dann gingen sie nach kurzer Pause zurück in den Wappensaal des Würzburger Rathauses. Dort saßen sich zuvor die zehn Flüchtlinge, der Vizepräsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und ein Ministerialdirigent des Bayerischen Sozialministeriums gegenüber. Über zweieinhalb Stunden lang redeten sie.

Michael Griesbeck aus dem Bundesamt sagte, "alle neuen Tatsachen können vorgetragen werden", dazu zähle auch der zweiwöchige Hungerstreik. Binnen zwei bis drei Wochen will seine Behörde überprüfen, ob der medienwirksame Protest der jungen Männer den Verfolgungsdruck in ihrem Heimatland erhöht hat und dies im Asylverfahren gewürdigt werden müsse.


Selbstmord als Initialzündung



Die zehn Männer traten am 19. März in den Hungerstreik, um für ihre Anerkennung als politische Flüchtlinge zu kämpfen und auf die Verhältnisse in den Gemeinschaftsunterkünften in Bayern aufmerksam zu machen. Ende Januar hatte sich in der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft einer alten Kaserne ein junger Iraner erhängt . Seine Freunde sagen, er habe es nicht mehr ausgehalten. Nach den Gesprächen am Mittwoch nannten beide Seiten die Ergebnisse des Austauschs positiv. Hassan Hosseinzadeh, der Sprecher der Iraner, sagte: "Wir sind hier um zu leben, nicht um zu sterben."

Das Protest-Camp direkt vor dem Rathaus in Würzburg wollen die zehn Männer vorerst nicht räumen. Sollten die Männer nicht als politische Flüchtlinge anerkannt werden, wollen sie ihren Hungerstreik wieder aufnehmen, sagte Hosseinzadeh.


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