MARKTBREIT

Felix Neureuther besucht Schule in Marktbreit

Zur Urkunden-Verleihung in Marktbreit war der Skirennläufer und Pate des Projekts Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage aus Garmisch-Partenkirchen angereist.
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Zur Verleihung in Marktbreit (Lkr. Kitzingen) war auch der Pate des Projektes, der Ski-Rennläufer Felix Neureuther, aus Garmisch-Partenkirchen angereist. Foto: Chuleck Guido

„Ihr und euer Einsatz gegen Rassismus sind für mich ein Vorbild und sollte es für viele Andere auch sein.“ Derjenige, der sich verbal vor Schülern der Leo-Weismantel-Realschule und des Bildungswerkes in Marktbreit verneigt, ist für sie selbst ein Vorbild, und zwar ein sportliches: Felix Neureuther, Weltklasse-Skirennläufer im Slalom und der Abfahrt. Er ist Pate der Schulen beim Projekt „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“.

Video: Guido Chuleck

Für diesen Einsatz bekamen beide Schulen am Mittwoch jeweils eine Urkunde, vergeben vom Bundeskoordinationszentrum in Berlin, einer Organisation von Schülern für Schüler. Sie sind damit die Schulen Nr. 382 und 382 in Bayern, die sich offiziell gegen Rassismus und für Courage engagieren. Um im bundesweiten Netzwerk mit mehr als 2000 Schulen aufgenommen zu werden, mussten sich 70 Prozent der Schüler schriftlich zu drei Grundsätzen verpflichten, erklärt Asterina Beneke, Aktivcoach-Team der Landeskoordination Bayern: „Kein Rassismus und Diskriminierung, aktiv dagegen vorgehen und ein jährlicher Projekttag in der Schule.“ Außerdem sollte sich das durch den ganzen Schulalltag ziehen.

An jenem Projekttag, betreut von den Lehrerinnen Ina Härtel und Ursula Voit, arbeiteten die Schüler in Rollenspielen und beim Basteln sowie Gesprächsrunden die komplexe Thematik mit ihren Lehrern auf. Von der Polizeiinspektion Kitzingen waren die Dienststellenleiterin Cordula Schmidt und ihre Beamtin Susanne Eyrich erschienen. Sie erklärten den Schülern der Klassen fünf bis zehn die Regeln für ein Eingreifen („Nothilfe“). Im Zweifel, so Eyrich, sollten die Schüler entweder Passanten um Hilfe bitten oder die Polizei informieren, sich selbst aber nicht in Gefahr bringen.

Wichtig ist es, dass Menschen integriert werden
„Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“, befand der stellvertretende Landrat Paul Streng. Im Landkreis würden gut 1100 Asylbewerber leben, und das Miteinander und die Integration würden sehr gut laufen. „Wichtig ist, dass diese Menschen Schutz vor Krieg suchen und lieber in ihrer Heimat geblieben wären, was aber nicht mehr geht“, so Streng. Um so wichtiger sei es, dass diese Menschen nicht nur warm und trocken hier leben, sondern integriert werden.

Dieses Projekt, sagte Neureuther den gut 300 Schülern, kenne er in seiner Heimat Oberbayern nicht. „Das hat mich aber durch euer Engagement so begeistert, dass ich es mitnehmen und daheim dafür Werbung machen werde“, versprach er ihnen. Dass ein populärer Sportler die Patenschaft übernehmen sollte, war den Initiatoren in Marktbreit, also den Schülern, schnell klar. Schülersprecher Philipp Mengler zu den geforderten Eigenschaften: „Er muss aus Bayern kommen, sportlich, nicht so alt, sympathisch und international bekannt und erfolgreich sein.“ Schnell fiel die Wahl auf Felix Neureuther, der vor im Punkt „Sympathie“ bei den Schülern punktete und sich nach der Fragerunde ungezählte Male fotografieren ließ.

Nach dem kleinen Festakt auf dem Pausenhof der Schule ließen die 300 Schüler, jetzt in bunten T-Shirts, mit ihrem Paten Ballons in die Luft steigen, als deutlich sichtbares Zeichen gegen Rassismus und für Courage.

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