KITZINGEN

Fehlt dem Museum ein lockendes Konzept?

Selbst im 60-Millionen-Euro-Haushalt wie in Kitzingen steckt der Teufel im Kleinklein. Beispielsweise beim Museum, das ein Riesenminus produziert, bei wenig Besuchern.
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nger Stadtmuseuim FOTO Harald Meyer Foto: Harald Meyer

Zumindest mit seiner Zeit geht der Kitzinger Stadtrat sparsam um: Nach gerade mal fünfeinhalb Stunden in zwei Tagen war die – öffentliche – Beratung über den knapp 60 Millionen Euro starken Haushalt für 2016 und die finanzielle Zukunftsplanung durch. Am Mittwochabend war der Verwaltungshaushalt dran. Das 47,5-Millionen-Paket wird um 20 000 Euro aufgestockt. Das Extra geht in die Überarbeitung des Mobilfunkkonzepts.

Konzept für mehr Besucher?

Ruckzuck durch waren die 25 Budgets der städtischen Einrichtungen. Lediglich beim Stadtmuseum, das ein Minus von knapp 255 000 Euro produziert, stockte das Durchwinken. Angesichts von sinkenden Einnahmen, die inzwischen bei 2300 Euro im Jahr angekommen sind, stellte sich Freie-Wähler-Vorsitzende Jutta Wallrapp die Frage nach den Besucherzahlen. Die hätten im letzten Jahresbericht gefehlt.

Rein rechnerisch – der Eintritt für Erwachsene liegt bei zwei Euro – hätten gerade mal gut 1100 Besucher den Weg ins Haus gefunden. Wobei die Schulklassen nicht berücksichtigt würden. Die geringen Zahlen liegen nach Meinung von KIK-Fraktionschef Klaus Christof auch an der Konzeption des vor rund zehn Jahren sanierten Museums. Hier müsse eine „andere der Präsentation“ entwickelt werden, um die Kultureinrichtung attraktiver zu machen.

Eher skeptisch beurteilte OB Siegfried Müller den möglichen Erfolg einer Neukonzeption: „Wir werden die Masse an Besuchern nicht in das Heimatmuseum bringen.“ Zudem habe Museumsleiterin Stephanie Nomayo Vorschläge gemacht, um mehr Besucher ins Haus zu bringen. Die seien aber vom Stadtrat abgelehnt worden. Ob es hier einen neuen Vorstoß geben könnte, blieb offen. Erst soll Nomayo eine Besucherbilanz vorlegen.

Weil ein – laut Bürgermeister Stefan Güntner (CSU) – „ganz spezieller Anbieter“ vermehrt nach Standorten für Mobilfunkanlagen sucht, soll jetzt als Arbeitshilfe für Stadtrat, Verwaltung und Arbeitskreis Mobilfunk das Mobilfunkkonzept von 2007 auf einen aktuellen Stand gebracht werden. Nur die Fortschreibung des Papiers werde es ermöglichen, „auf Augenhöhe“ mit den Netzbetreibern zu verhandeln, gab Güntner die Meinung des Arbeitskreises weiter.

20 000 Euro genehmigte der Stadtrat dafür, das der Arbeitskreis künftig auf aktueller, technisch überarbeiteter Basis über Standorte und mögliche Alternativlösungen – auch zum Schutz der Bürger – verhandeln kann. Neben dem Dialog mit den Betreibern soll auch auf die Information der Bürger gesetzt werden. Jutta Wallrapp regte an, nach Fertigstellen des neuen Mobilfunkkonzepts einen Infoflyer dazu herauszugeben.

Trotz eines leidenschaftlichen Appells, mehr Geld für Erhaltungs- und Verbesserungsmaßnahmen in den Notwohnungen in der Siedlung vorzusehen, scheiterte Ödp-Stadträtin Andrea Schmidt am Widerstand einer Stadtratsmehrheit. Mit 21 gegen fünf Stimmen sperrte sich das Gremium gegen eine Erhöhung des Unterhalts-Budgets von 100 000 auf 150 000 Euro.

Kämmerin Monika Erdel erinnerte an die Verdoppelung des Etats im Vorjahr und daran, dass die Stadt bei nötigen Erneuerungsarbeiten auch im Notwohngebiet diese durchgeführt habe, selbst wenn die im Haushalt festgelegte Summe deutlich überschritten wurde.

Im Investitions-Etat hatte der Stadtrat am Dienstag deutlich mehr Geld eingestellt, um marode städtische Wohnungen zu sanieren: Statt 75 000 Euro stehen für 2016 satte 200 000 Euro zur Verfügung – auch für das Notwohngebiet.

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