Kitzingen

Februar-Wetter: Sonne satt und zu wenig Regen

Über einen sonnigen, aber zu trockenen Februar berichtet Wetterexperte Thomas Karl und erklärt, warum die Chancen für Regen nächste Woche gut stehen.
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Blauer Himmel, Sonnenschein – so präsentierte sich der Februar ab Monatsmitte. Da machte die Arbeit im Weinberg, hier unterhalb der Vogelsburg bei Volkach, doch gleich mehr Spaß. Foto: Klaus Hofmann

"Der Februar war so, wie er sich angefühlt hat", sagt Thomas Karl, der beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kitzingen die Wetterlage beobachtet: "warm." Mit durchschnittlich 3,3 Grad war er deutlich wärmer als im langjährigen Durchschnitt (1,2 Grad). Kühl hat der Wintermonat angefangen, aber ab dem 15. wurde es warm. Den Spitzenwert von 17,5 Grad hat Karl in der Mainbernheimer Straße in Kitzingen am 27. Februar gemessen. "Es war erstaunlich warm", sagt Karl.

Typisch für einen sonnigen Februar waren viele Nächte mit Nachtfrost. 18 Nächte mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zählte Karl. Am kältesten war es am 7. Februar mit -4,1 Grad. Eistage, also Tage mit Frost, gab es im Gegensatz zum vergangenen Jahr keine. "Die Kälte hat im Februar komplett gefehlt", fasst Karl seine Zahlen zusammen.

Zu wenig Regen

Nur elf Liter hat es im Februar geregnet. "Das war viel zu trocken", sagt Karl. Sieben Regentage gab es insgesamt und gleich am Monatsersten hat er mit 3,3 Litern am meisten geregnet. Das heißt, zum Durchschnitt von 34,5 Litern fehlen über 20 Liter. "Aber der Februar ist von Haus aus kein regenreicher Monat", erklärt er.

Blauer Himmel und Sonne satt lockten die Leute ab Monatsmitte nach draußen. 124 Sonnenstunden schrieb Karl für Februar 2019 in seine Statistik. Das sind vier mehr als 2018, aber weniger als 2003. 143 Stunden schien am Anfang des Jahrtausends im Februar die Sonne . "Das war auch ein sehr warmes Jahr", erinnert sich Karl. Nach dem trockenen Jahr 2018 seien die Landwirte in Habachtstellung. Karl erinnert sich an die problematischen Jahre 1975 und 1976. Auch da folgten zwei sehr trockene Jahre aufeinander. Aber: "Damals hatten wir nicht diese hohen Temperaturen, wie wir sie jetzt haben."

Knospen schießen

Die eisigen Nächte nutzten die Landwirte für vorbereitende Bodenarbeiten und zum Düngen. "Das hat man ja gerochen", sagt Karl und lacht. Sommerweizen, Sommerdurum und Sommergerste wurden gesät. "Die Landwirte haben die sehr günstigen Bedingungen genutzt." Im Garten war im Februar Zeit für den Rückschnitt der Bäume und Sträucher. Ab 1. März ist das verboten, damit die Vögel in Ruhe brüten können. "Man merkt, dass die Bäume in den Saft gehen und die Knospen schieben", berichtet Pflanzenschutzexperte Karl aus seinem eigenen Garten. "Das ist untypisch für den Februar." Schneeglöckchen seien dagegen nichts Ungewöhnliches.

Noch ist Karl entspannt, wenn er nach Prognosen für dieses Jahr gefragt wird. Ein normales Jahr sei noch möglich, wenn es denn im März genügend regnet. Die Chancen stehen gut sagt er lachend: "Es sind Ferien. Da hat's Zeit zum Regnen."

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