Kitzingen

Unser Wochenrückblick: Herr Namenlos von der Bahn

Die 45. Woche des Jahres war in ein Papier eingewickelt, auf dem groß „Gibt's doch gar nicht!“ stand. Hier die drei Gibt's-doch-gar-nicht!-Höhepunkte.
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Die Woche:     Notfalls Eimer unter den Tisch

Die 45. Woche des Jahres war in ein Papier eingewickelt, auf dem groß „Gibt's doch gar nicht!“ stand. Weil es einmal mehr gar so viel war, was uns das grauer werdende Haupt schütteln lässt, wollen wir uns auf drei Gibt's-doch-gar-nicht!-Höhepunkte konzentrieren.

Auf Platz drei landete ein Kreisverkehr in Volkach, der deutschlandweit Berühmtheit erlangte. Grund war ein 31-Jähriger, der auf der Flucht vor der Polizei 50 Kilometer durch Unterfranken raste. In Volkach endete die Flucht schließlich, als der Flüchtende mit dem in Frankreich entwendeten Wagen verkehrt herum in einen Kreisverkehr bretterte und mit einem entgegenkommenden Auto zusammenstieß.

Platz zwei

Platz zwei unserer Gibt's-doch-gar-nicht-Hitparade gehört dem Horrorhaus im Freizeit-Land Geiselwind. Wir dachten ja, dass der mitunter etwas skurril anmutende Prozess um echte „Horrorhaus-Grabsteine“ mit einem Urteil des Kitzinger Strafrichters sein Ende gefunden hat. Doch nun gefiel es der Staatsanwaltschaft, Berufung einzulegen. Damit geht alles wieder von vorne los und selbst der geneigteste Beobachter beginnt sich Gedanken zu machen, was das Verhältnis von Aufwand, Ertrag und dem zunehmenden Banalitätsfaktor betrifft.

Damit sind wir schon bei Platz eins. Der gehört – wie sollte es anders sein – der Bahn. Mitunter beschleicht einen ja der Verdacht, dass es die Bahn vielleicht gar nicht gibt. Und das nicht nur, weil man mal wieder vergeblich auf einen Zug gewartet hat, der ausgefallen ist.

Irgendwo im Nirgendwo

Nein, die Dinge sind tiefgreifender. Weil demnächst ein 3,4 Hektar großes Grundstück irgendwo im Nirgendwo bei Mainbernheim zur Versteigerung kommt, hatten wir von der Pressestelle der Bahn wissen wollen, was es damit auf sich hat. Die Antwort lautete, dass sich die Bahn „nicht öffentlich zu Grundstücks- und Immobilienangelegenheiten äußert“. Wobei die Antwort von einem Mann kam, der betonte: „Sollten Sie mich zitieren, dann bitte nicht namentlich!“

Das Nichts

Wir fassen also zusammen: Kein Name. Keine Auskunft. Keine Grundstücksangelegenheiten – das blanke Nichts.

Wenn man jetzt noch bedenkt, dass es bei der Bahn ganz, ganz oft auch keine Reservierungsanzeige, kein Bordbistro sowie keine funktionierenden Toiletten und Türen gibt, ist es vielleicht wirklich so, dass es die Bahn genau genommen gar nicht gibt.

Die Woche blickt samstags zurück, was unseren Autoren aufgefallen ist.



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