GLOSSE

Unser Wochenrückblick: Der Fall des Hofrats

Ein fliegender Hofrat, Aufruhr an der Mainschleife und rasierte Beine - unser Wochenrückblick hat einiges im Schlepptau.
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Wochenrückblick: Pritt-Stift trifft Uhu
Mit dem Valentinstag lauerte diese Wochen eine böse Falle. Ein Tag, an dem gerade Männer vieles falsch machen können. Zumal sich ja auch immer wieder diese eine Frage stellt: Plant man ausnahmsweise mal etwas Romantisches? Oder unternimmt man doch lieber wieder irgend etwas mit dem Partner? In Kitzingen soll es ja bei einem Ehepaar, das schon ein paar Tage länger verheiratet ist, sogar zu diesem Dialog gekommen sein: Sie (erbost): „Nicht zu fassen! Du hast schon wieder nicht an den Valentinstag gedacht!“ Er (entspannt): „Aber das von ganzem Herzen!“ Ansonsten konnte von Entspannung allerdings keine Rede sein. Gerade in Kitzingen war doch einiges los. Für Aufregung sorgte eine Aktion in der Wörthstraße, wo mal eben vom neuen Besitzer Versorgungsleitungen für ein Grundstück gekappt wurden, auf dem sich noch Firmen befinden. Viele sprachen daraufhin von Wild-West-Methoden, andere von einer Nacht- und Nebelaktion, wieder andere von einer Invasion und einem Handstreich. Am Ende, so lässt es sich vielleicht zusammenfassen, war es wohl eine Mischung aus alledem. Inzwischen hat ein Würzburger Gericht bei einer Eilanhörung einen Vergleich aushandeln können – und in Kitzingen kann wieder Frieden einkehren. Wobei, so wirklich ruhig ist es weiterhin nicht. Das liegt an einem Spinner, der Autos mit Kleber beschmiert. 27 Sachbeschädigungen kamen in den vergangenen Monaten zusammen, der Schaden liegt um die 50 000 Euro. Bei dieser Gelegenheit kam heraus, dass in Wolfsburg noch so ein Autozukleisterer unterwegs ist, der laut Polizeimeldung sogar schon 500 Autos verschmiert haben soll. Dass es sich dabei um den großen Bruder des Kitzinger Täters handeln könnte, hat die Polizei allerdings ausgeschlossen. Dem Vernehmen nach sollen die Ordnungshüter nun Kitzingen unter Dauerüberwachung gestellt haben. Angeblich wurde sogar die „Soko Pritt-Stift“ ins Leben rufen. Und wenn das nicht reicht, kommt noch die „Soko Uhu“ gleich hinterher – was vielleicht sogar noch die treffendere Bezeichnung wäre, weil hier zum Kleber noch die Erkenntnis kommt, dass da jemand einen gewaltigen Vogel hat. Die Woche blickt samstags zurück, was unseren Autoren aufgefallen ist.

Wir erleben gerade erlesene Tage. Die „Woche der Sprache und des Lesens“ in Kitzingen wartet mit einer herrlichen Vielfalt auf. Mit Pflück-Gedichten, einem literarischen Gemüsegarten und einer Lesung an diesem Samstag, bei der eine überraschende These aufgestellt wird: „Mit rasierten Beinen spricht sich‘s besser“. Das behauptet Julia Riegler und wir werden da natürlich – rein dienstlich – bei ihr ganz genau hinschauen.

Und wer weiß: Vielleicht starten wir in diesem Zusammenhang demnächst auch einen entsprechenden Selbstversuch – davon dann aber bei Gelegenheit mehr.

Volkach trillert

In Volkach blieb derweil wenig Zeit zum Lesen – es gab Aufruhr. Tumult an der Mainschleife. Viele Volkacher wollen sich ihr Freibad nicht nehmen lassen und gehen dafür auf die Straße. Ob es „Wir sind das Volk!“-Rufe gab, ist nicht überliefert. Auf alle Fälle aber schnellte der Trillerpfeifen-Absatz in schwindelerregende Höhen.

Aus allen Wolken gefallen

Höhe ist ein gutes Stichwort, um elegant Kitzingens Hofrat Walter Vierrether in diese kleine Kolumne zu holen. Dieser Tage tauchte bei Facebook ein Fernsehbericht aus dem Jahr 1994 auf. Damals feierte der Luftsportclub Kitzingen seinen 75. Geburtstag. Und wer wagte aus diesem Anlaß einen Tandem-Fallschirmsprung? Genau, der Walter. Damals noch ein junger Hüpfer, ließ er sich ohne mit der Wimper zu zucken aus dem Flieger und damit aus allen Wolken fallen.

Und wie das so ist in Kitzingen: Einen Tag, nachdem das Video in den sozialen Netzwerken wieder aufgetaucht war, läuft man sich über den Weg – und erfährt die ganze Wahrheit. Denn so cool, wie das damals in dem Bericht wirkte, war's gar nicht. Im Gegenteil: Tags zuvor hatte der Walter vor lauter Aufregung sogar den flotten Otto bekommen. Ein spätes Geständnis. Weil das ja irgendwie zur historischen Wahrheit gehört, wollten wir diese Randgeschichte auf keinen (Durch-)Fall unerwähnt lassen.

Gratulation nach Marktsteft

Aber wir wollen uns nicht zu sehr mit den alten Geschichten aufhalten und lieber eine Gratulation nach Marktsteft schicken. Der älteste Binnenhafen Bayerns erwacht zu neuem Leben und bekommt die Umweltstation des Landkreises.

Es gäbe dazu noch einiges zu erzählen, aber wir müssen jetzt dringend ins Bad. Weil wir ja gelernt haben, dass vor dem Erzählen besser die Beine rasiert werden sollten.

Die Woche blickt samstags zurück, was unseren Autoren aufgefallen ist.

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