KITZINGEN

Stolpersteine auf dem Weg

Auf dem Weg zum von der Firma Blumquadrat geplanten Technologiepark conneKT in den einstigen Harvey Barracks gibt es noch einige Stolpersteine. Einer heißt Kreisverkehr. Der hat am Donnerstagabend im Kitzinger Stadtrat den vorgesehenen Beschluss über den Bebauungsplan und die erneute Auslegung verzögert. Mindestens bis zur Sitzung des Stadtrats Ende März.
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Viele Steine auf dem Weg zu conneKT: Die ehemalige Harvey-Kaserne ist auf dem Weg zum Gewerbepark. Investor Markus Blum hat schon viele Probleme wie die Frage der Kampfmittel, deren Suche das Bild zeigt, erledigt. Frei ist der Weg zu conneKT allerdings noch nicht. Foto: Foto: Siegfried Sebelka

Auf dem Weg zum von der Firma Blumquadrat geplanten Technologiepark conneKT in den einstigen Harvey Barracks gibt es noch einige Stolpersteine. Einer heißt Kreisverkehr. Der hat am Donnerstagabend im Kitzinger Stadtrat den vorgesehenen Beschluss über den Bebauungsplan und die erneute Auslegung verzögert. Mindestens bis zur Sitzung des Stadtrats Ende März.

Der Kreisverkehr an der Straße nach Großlangheim auf Höhe der des Richthofen-Circle ist ein wichtiger Teil der Erschließung des Geländes in der ehemaligen Flugplatzkaserne. An der Frage, wer was zahlen soll oder muss, schieden sich die Geister offensichtlich – allerdings hinter verschlossenen Türen. Als die Sitzung öffentlich wurde, war die Luft dick und klar, dass eine Lösung noch gefunden werden muss.

Torsten Fischer vom Bauamt sagte zur Umwandlung der größten ehemaligen Militärfläche in Kitzingen: „Das Projekt ist relativ komplex.“ Einigen Zahlen machen das deutlich. 75 Hektar Gesamtfläche – zweieinhalb mal so groß wie die Innenstadt, 63 Hektar bebaute Fläche, dazu noch 5,5 Hektar für den Verkehr und 5,4 Grünflächen. 11,3 Hektar Ausgleichsflächen kommen noch dazu. Das Ganze liegt auf zwei Kilometern Länge zwischen der Straße nach Großlangheim und der Panzerstraße.

Auf dem Gelände gibt es zumindest theoretisch ein Potenzial für 4800 Arbeitsplätze. Im Westen sollen Büro- und Dienstleistungen möglich sein, im Osten (Richtung Großlangheim) Flächen für Gewerbe, Industrie und Logistik. Im Blick des Planungsverfahrens sind weitere Teile des rund 200 Hektar großen ehemaligen Militärareals. Gemeint ist der Flugplatz, wo auf einem guten Drittel des Landbahnbereichs ein vom Stadtrat bereits genehmigter Solarpark entstehen soll. Der geplante Sonderlandeplatz spielt derzeit noch keine Rolle. Die Genehmigung des Luftamts Nordbayern fehlt noch.

Wie Fischer weiter sagte, sind die Themen Kampfmittel und Altlasten geklärt. Die geforderte beschränkte Kampfmittelfreiheit sei gewährleistet und auch die Altlasten seien nach einer Vereinbarung mit dem Landratsamt „händel- und wirtschaftlich darstellbar“. Geklärt sei auch, dass es bis auf eine 200 Quadratmeter große Verkaufsfläche zur Vor-Ort-Versorgung keinen Einzelhandel geben werde, der negative Auswirkungen auf die Innenstadt hat.

Wie die Diskussion zeigte, steht der Stadtrat nach wie vor zu der viel zitierten großen Chance für Kitzingen und den Plänen der Iphöfer Firma, die das Gelände im Mai 2013 gekauft hat. Der Teufel liegt aber im Detail. Der Kreisverkehr ist ein Thema. Ein Problem mit der Planung hat Andrea Schmidt (ÖDP). Sie will sich damit anfinden, dass für die Abrundung einer Gewerbefläche in Naturschutzflächen eingegriffen wird, auch wenn es Ausgleich dafür gibt. Bedenken gab es auch zum Lärmschutz, der aber laut Aussage der Gutachterin in den Griff zu bekommen ist.

Bis der Bebauungsplan rechtskräftig werden und conneKT in Betrieb gehen kann, müssen noch einmal die Behörden gehört und der Plan öffentlich ausgelegt werden. Parallel wird der so genannte städtebauliche Vertrag ausgehandelt. Der regelt die Zusammenarbeit der Stadt mit dem privaten Investor. Und da kann es, beispielsweise bei der Übernahme der Erschließungsanlagen, noch einmal um viel Geld gehen.

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