KITZINGEN

Spektakuläre Flugshows am Himmel über Kitzingen zum Jubiläum

100 Jahre Vereinsgeschichte feiert der Luftsportclub Kitzingen am Samstag und am Sonntag. Das Programm: Ballonglühen, Feuerwerk, Passagierflüge und Abwechslung im Festzelt.
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Markus Neubert und Leopold Fischer haben den Motorflieger des LSC aus dem Hangar geholt. Am Wochenende werden dutzende Flugzeuge aus ganz Deutschland über dem Kitzinger Himmel zu sehen sein. Foto: Foto: Ralf Dieter
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Die Vorfreude ist beinahe mit Händen zu greifen. Eva Poch, Rolf Laxa, Leopold Fischer und Markus Neubert sitzen am Vereinsheim und blicken Richtung Flugfeld. Dort wird es am Wochenende richtig hoch hergehen.100 Jahre Vereinsgeschichte feiert der Luftsportclub Kitzingen am Samstag und am Sonntag. Das Programm kann sich sehen lassen: Ballonglühen, Feuerwerk, Passagierflüge und viel Abwechslung im Festzelt. Die rund 100 Mitglieder haben sich mächtig ins Zeug gelegt, um ihren Verein im besten Licht zu präsentieren.

„Bei schönem Wetter hast du da oben 100 Kilometer Sicht.“
Leopold Fischer, Flugschüler

„Die Vorbereitungen begannen schon vor einem Jahr“, berichtet Flugleiter Rolf Laxa, der auch für die Küche verantwortlich zeichnet. Befreundete Vereine sind angeschrieben worden, auf der Flugmesse Aero hat Vorsitzender Herbert Sattler etliche Bekannte aus dem gesamten Bundesgebiet angesprochen. Und so werden unter anderem Kunstflieger aus Frankfurt, Ulm oder Memmingen nach Kitzingen kommen, um ihr Können zu demonstrieren.

In den 70er- und 80er-Jahren waren die Flugtage während der Deutsch-Amerikanischen Freundschaftswochen der Renner. Zehntausende Besucher strömten auf das Gelände der ehemaligen Harvey-Barracks. Mit so viel Andrang rechnen die Verantwortlichen nicht. „Wir hoffen aber schon, dass es mehr als tausend Besucher werden“, sagt Laxa. Nach zähen Verhandlungen konnte das Fluggelände im Jahr 2017 wieder eröffnen. Davon profitieren Menschen wie Leopold Fischer und Markus Neubert. Leopold hat vor einem Jahr mit dem Fliegen begonnen – da war er 14 Jahre jung. „Mein Vater ist Motorflieger, der hat mich mal mitgenommen“, erzählt er. Die Begeisterung war geweckt. 50 Starts hat er schon unter der Aufsicht seines Fluglehrers im Segelflieger absolviert, ist bis Iphofen, Marktbreit und Biebelried geflogen. „Bei schönem Wetter hast du da oben 100 Kilometer Sicht“, sagt er und seine Augen strahlen.

Fast jedes Wochenende ist Leopold am Vereinsgelände anzutreffen und hat natürlich am jährlichen Sommerlager teilgenommen. „Segelfliegen ist Teamsport“, betont er. „Man muss sich immer aufeinander verlassen können.“ Mit 16 Jahren darf er endlich seinen Schein machen und frei fliegen. Irgendwann will er sein Hobby zum Beruf machen. „Damit wäre er nicht der einzige“, versichert Rolf Laxa. Zwei LSC-Mitglieder haben die Ausbildung zum Berufspiloten gemacht, einer ist Fluglotse am Tower in Frankfurt am Main. Alle haben sie früh angefangen.

Leopold Fischer ist deshalb auch keine Ausnahme im LSC. Der Kitzinger Verein ist heuer für seine Jugendarbeit ausgezeichnet worden. „Für den größten Zuwachs an Jugendlichen in Bayern“, erklärt Rolf Laxa.

Als Jugendlicher geht Markus Neubert nicht mehr durch, als Fluganfänger aber schon. 33 Jahre alt ist der Kitzinger und hat sich kürzlich einen lang ersehnten Traum erfüllt. „Ich hatte schon immer Interesse am Fliegen“, sagt er. „Aber mir hat einfach der Mut gefehlt.“ Dann hat ihn eines Tages sein Werkstattleiter – selbst begeisterter Flieger – mitgenommen. Von da an gab es dann kein Halten mehr. Jetzt steht auch Markus Neubert kurz vor den Prüfungen zum Motorflieger. „Die Perspektive da oben ist komplett anders“, schwärmt er und hat noch viel vor. „Meine Ambitionen gehen in Richtung Kunstflug.“ Figuren fliegen, Drehungen einbauen, Loopings vollführen: Bertram Poch kennt diese Herausforderungen. „Da braucht man schon eine Zusatzqualifikation“, sagt er. Ganz so ruhig, wie es vom Boden aus scheint, geht es in der Luft nicht zu. „Da will selbst das Atmen gelernt sein“, erklärt er. Die Kunstflieger, die an diesem Wochenende am Kitzinger Himmel zu sehen sind, beherrschen ihr Handwerk. Wer sich informieren will, kommt mit ihnen am Wochenende am Kitzinger Vereinsheim des LSC ins Gespräch. Aber Vorsicht: Die Ansteckungsgefahr ist hoch. Das Virus Fliegen geht um.

Kitzingen fliegt

Samstag, 21. September, ab 10 Uhr: Einlass. Festzelt und Biergartenbetrieb, Rundflüge mit Motorflugzeugen, Segelflugzeugen (Start mit elektrobetriebener Winde über Solarenergie), Tragschraubern, Helikopterrundflüge mit einer Robinson R44.

10.30 Uhr: Frühschoppen/Weißwurstfrühstück mit Blasmusik.

13 Uhr: Kunstflugvorführungen, Segelflug, Motorflug, Modellflug, Ballonstarts.

17 Uhr: Festakt 100 Jahre Flugplatz und Luftsportclub Kitzingen e.V. mit Flugzeug- und Elektro-Windentaufe.

17.45 Uhr: Gruppenstart der Heißluftballone.

19 Uhr: „Lost in Tunes“. Die neunköpfige Senkrechtstarterband aus Kitzingen präsentiert Classic Soul, Classic Rock und Jazz im Festzelt.

20.15 Uhr: Ballonglühen mit musikalischer Untermalung.

22 Uhr: Großes Feuerwerk (Genehmigung noch offen)

24 Uhr: Veranstaltungsende.

Sonntag, 22. September:

10 Uhr: Beginn Einlass. Festzelt und Biergartenbetrieb Rundflüge mit Motorflugzeugen, Segelflugzeugen, Tragschraubern, Helikopterrundflüge mit einer Robinson R44.

Ab 10.30 Uhr: Frühschoppen/Weißwurstfrühstück mit fränkischer Volksmusik.

13 bis 18 Uhr: Große spektakuläre Flugshow moderiert von Dr. Bertram Poch.

Ab 15 Uhr: Donny Vox live im Festzelt bzw. im Biergartenbereich.

19 Uhr: Veranstaltungsende

Rahmenprogramm an beiden Tagen: Original American Ice-Cream, Segelflugsimulator für angehende Pilotinnen und Piloten, Verkaufsstand Flugspielgeräte, Verkaufsstand Süßigkeiten, Bratwurst, Currywurst, Burger, Pulled Pork, Ausschankwagen mit Bierspezialitäten, Photoshooting in einem Originalflugzeug, Info-Stand über die Möglichkeiten der Flugausbildung durch den Luftsportclub Kitzingen e.V.

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