KITZINGEN

Neue Weinbar in Kitzingen: Erst shoppen, dann Schoppen

Am Kitzinger Marktplatz öffnet in der Vorweihnachtszeit eine neue Weinbar. Die soll mehr Gäste in die Stadt locken.
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Am ersten Wochenende war schon ganz schön viel los. Das „1482“ ist gut angenommen worden. Foto: Foto: B. Vierrether
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Jahre lang liefen die Kitzinger daran vorbei. Ein Blick hinein hatte sich nicht gelohnt. Das hat sich gewaltig verändert. Das ehemalige Elektrogeschäft Kelber am Marktplatz hat sich in ein Schmuckstück verwandelt – mit Potenzial zum Szenetreff.

Frank Gimperlein schaut zufrieden drein. Fünf Tage lang hatte der Vorsitzende des Stadtmarketingvereins zusammen mit Christine Pfanzer und Katrin Winkler die Ärmel hoch gekrempelt und die Räume in eine gemütliche Bar verwandelt. „Zwei Tage haben wir alleine dafür gebraucht, die Böden zu schrubben“, erzählt Christine Pfanzer und deutet auf die Holzdielen. „Da drunter befindet sich nur noch Sand“, sagt Gimperlein und lächelt. Der Gebäudekomplex stammt aus dem 15. Jahrhundert. Da bleiben Überraschungen bei einer Renovierung nicht aus.

„Zwei Tage haben wir alleine dafür gebraucht, die Böden zu schrubben.“
Christine Pfanzer, Stadtmarketingverein

Aus dem ehemaligen Elektrogeschäft befindet sich nur noch ein Regal in der Bar. Den Rest haben die drei Macher vom Stadtmarketingverein entsorgt und den Raum mit viel Fantasie und erstaunlichen Utensilien neu bestückt. Im Regal stehen neben modernen Weinflaschen und Bocksbeuteln alte „Römer“ aus dem ehemaligen Dietz, an der Bar und den Tischen leuchten Lampen wie sie jedem Seniorenheim gerecht werden. Gerade nachts erscheint die Bar so in einem gemütlichen Licht.

Mitten im Raum steht ein Pferd – zum Glück kein echtes, sondern ein Sportgerät, wie es von Turnern benutzt wird. Gimperlein, der als Veranstalter von Konzerten über etliche Verbindungen verfügt, hat es aus dem Würzburger Café Ludwig gerettet, kurz vor dessen Schließung.

An der Wand hängen Bilder von den Winzern, die ihre Weine in der Bar anbieten werden. „Die sind deckungsgleich mit unseren Weingütern beim Stadtschoppen“, erklärt Gimperlein. Auf der Alten Mainbrücke ist letztendlich auch die Idee für die Renovierung und Neueröffnung des Ladens als Szene-Treff entstanden. „Viele Gäste hatten uns gefragt, ob wir im Winter auch Glühwein auf der Alten Mainbrücke verkaufen könnten“, berichtet Gimperlein. Ein bisschen zu zugig erschien ihm dieser Gedanke. Schon im Herbst schwebte ihm ein Umzug ins Innere vor. Ein Statiker hatte sich die Räume in der Oberen Kirchgasse angesehen und grünes Licht gegeben. Also machten sich die drei vom Stadtmarketingverein an die Arbeit.

Als Konkurrenz zu den umliegenden Cafés und Kneipen sieht Gimperlein die Bar nicht, eher als Ergänzung. „Wir haben nur in der Vorweihnachtszeit geöffnet“, betont er. „Und nur von Donnerstag bis Sonntag.“ Zu essen gibt es in der Bar nichts. „Die Gäste sollen sich in den umliegenden Geschäften am Marktplatz bedienen“, sagt Gimperlein. Er rechnet damit, dass die Bar Menschen anlockt, die auch den Marktplatz beleben und so manchen Einkauf in der Kitzinger Innenstadt tätigen. Der Name der Bar leitet sich von dem Datum ab, an dem das erste Fränkische Weingesetz verabschiedet worden ist – auf Kitzingen Boden. Im Jahr 1482 trafen sich Abgesandte der fränkischen Fürsten und Bischöfe, um der weit verbreiteten Weinpanscherei einen Riegel vorzuschieben. Sie legten fest, welche Inhaltsstoffe im Wein vorhanden sein dürfen – und welche nicht. Gepanschten Wein wird man im „1482“ nicht finden. Die Anbieter gehören zu den angesagtesten Weingüter in Franken.

Mit dem Zuspruch am ersten Wochenende sind Frank Gimperlein und seine Mitstreiter sehr zufrieden gewesen. Ein gutes Zeichen für das große Ziel, das der Stadtmarketingverein verfolgt: Läuft alles nach Plan, wird vielleicht schon Ende kommenden Jahres eine Vinothek im „Dietz-Gebäude“ eröffnet. „Das Interesse ist groß“, berichtet Gimperlein. Pro Woche erhält er ein bis zwei Anrufe von Winzern, die dort gerne vertreten wären. Auch potenzielle Pächter haben sich schon gemeldet. Wer zum Zuge kommen wird, ist derzeit noch völlig unklar. Die Stellen werden öffentlich ausgeschrieben. Das „1482“ soll jedenfalls als Weinbar in die Konzeption eingebunden werden. Wer sich einen Eindruck verschaffen will, hat an den nächsten drei Wochenenden noch Zeit.

Dann kommt Weihnachten. Und die Macher vom Stadtmarketingverein können endlich mal wieder durch schnaufen.

Öffnungszeiten „1482“: In der Vorweihnachtszeit, von Donnerstag bis einschließlich Sonntag, jeweils von 17 bis 22 Uhr.

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