FEUERBACH

Mit Fleiß und Spaß bei der Sache

Katharina und Emma sind fleißig bei der Sache. Mit einem ausrangierten Joghurt-Becher und einem Pinsel bewaffnet, stehen sie an der Pferdekoppel und machen sich an die Arbeit. Das Leder der Trense muss schließlich schön geschmeidig bleiben. Also pinseln die beiden Mädchen jede Menge Öl auf das Zaumzeug.
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Geschafft: Alle 15 Teilnehmer haben die Anforderungen des Reitabzeichens gemeistert. Foto: Foto: Bartel
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Katharina und Emma sind fleißig bei der Sache. Mit einem ausrangierten Joghurt-Becher und einem Pinsel bewaffnet, stehen sie an der Pferdekoppel und machen sich an die Arbeit. Das Leder der Trense muss schließlich schön geschmeidig bleiben. Also pinseln die beiden Mädchen jede Menge Öl auf das Zaumzeug.

Eine Woche Vorbereitung haben die 15 Mädchen und Frauen zwischen 8 und 22 Jahren hinter sich gebracht. Eine Woche Vorbereitung auf die erste Prüfung in ihrem Lieblingshobby. Kindergerecht hießen die Prüfungen früher „großes und kleines Hufeisen“ und konnten lediglich bis zum 16. Lebensjahr abgelegt werden. Das hat sich geändert. „Es gibt halt auch Erwachsene, die eine Prüfung ablegen wollen“, sagt Petra Bartel vom Reiterhof Bartel in Feuerbach. Erwachsene wie Katharina Hartmann.

„Ich wollte schauen, ob ich richtig mit einem Pferd umgehen kann.“
Katharina Hartmann, Prüfungsteilnehmerin

Die 21-Jährige ist relativ spät zum Reiten gekommen, vor zweieinhalb Jahren. Die Prüfung wollte sie dennoch machen. „Ich wollte schauen, ob ich richtig mit einem Pferd umgehen kann“, erklärt sie. Die praktischen Anforderungen hat sie größtenteils schon im Reitunterricht gelernt. „Aber die Theorie konnte ich hier im Unterricht vertiefen.“

Etwa alle zwei Jahre bietet Petra Bartel einen Prüfungsunterricht an. Die Inhalte gibt die Deutsche Reiterliche Vereinigung weitgehend vor. Im alten Backhaus haben die 15 Teilnehmer die Theorie gepaukt, zum Beispiel „ethische Grundsätze.“ „Ein Pferd ist ein Lebewesen“, erklärt Bartel. „Und sollte auch wie ein Lebewesen behandelt werden.“

Das richtige Futter, die richtige Pflege, das Zäumen und Satteln und die Versorgung nach der Arbeit: Grundlagen, die eigentlich jeder Mensch kennen sollte, der mit Pferden umgeht. „Die Teilnahme an diesen Kursen ist aber freiwillig“, erklärt Bartel. Auf der Reitanlage werden dann die praktischen Prüfungsinhalte einstudiert: Reiten in der Gruppe im Schritt, Trab und Galopp. Die so genannte Bodenarbeit haben die Mädchen ebenfalls einstudiert: Führen und Halten an einem vorgegebenem Punkt, Anbinden, die Sicherheit auf der Stallgasse, das Passieren anderer Pferde.

Katharina und Emma haben keine Angst vor der Prüfung, die von einer unabhängigen „Richterin“ abgenommen wird. Trotz ihrer neun- beziehungsweise zehn Jahre sind die beiden Dettelbacherin schon „alte Hasen.“ Seit vier Jahren reiten sie bereits. „Die Prüfung schaffen wir bestimmt“, sagt Katharina.

Sie sollte Recht behalten. Alle 15 Teilnehmer haben die Prüfung bestanden. „Und das mit Bravour“, freut sich Petra Bartel. Fleiß zeichnet sich auch beim Lieblingshobby aus.

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