MARKTSTEFT

Inklusion: Ein starkes Zeichen für die Gemeinschaft

Nach vier Jahren gibt es hundert Kooperationen zwischen den Mainfränkischen Werkstätten und regionalen Unternehmen. Ein Ergebnis ist: Es profitieren beide Seiten davon.
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Freude über die 100. Kooperation: Vertreter von Mainfränkischen Werkstätten, der IHK Mainfranken und der Firma Wiedenmann Seile am Arbeitsplatz von Sandra Hennig. Foto: Foto: Wiedenmann Seile
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Eine stolze Zahl hatte Dieter Körber zu verkünden: 100 Kooperationen zwischen unterfränkischen Firmen und den Mainfränkischen Werkstätten sind mittlerweile geschlossen worden. Davon profitieren Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen, wie der Geschäftsführer von Wiedenmann Seile in Marktsteft, Bernhard Etzelmüller, versicherte.

2015 starteten die Mainfränkischen Werkstätten das Projekt „Inklusiv. Gemeinsam arbeiten“. Vier Jahre später ist die IHK Mainfranken ein fester und begeisterter Partner. „Wir wollen die Zusammenarbeit deshalb auch gerne verlängern“, meinte Max-Martin Deinhard und unterzeichnete einen entsprechenden Vertrag. Die Laufzeit: unbefristet.

„Wir profitieren auch als Unternehmen von dieser Zusammenarbeit.“
Bernhard Etzelmüller, Geschäftsführer Wiedenmann Seile

Etwa 300 Unternehmen sind in der „Allianz Fachkräfte für Mainfranken“ gelistet. Von der Elektrotechnik über die Holz- und Metallbearbeitung bis hin zum Garten- und Landschaftsbau reicht die Palette. Ein großes Netzwerk. Genau 100 Kooperationen gibt es, seit Bernhard Etzelmüller den Arbeitsvertrag kürzlich mit Sandra Hennig unterzeichnet hat. Die hat vor fast genau einem Jahr den Wunsch geäußert, bei der Firma Wiedenmann Seile zu arbeiten. Also haben die Mitarbeiter des Fachbereichs „Inklusiv. Gemeinsam arbeiten“ der Mainfränkischen Werkstätten den Kontakt geknüpft. Ein Praktikum im Frühjahr und bald war klar: Die Zusammenarbeit kann funktionieren.

„Natürlich geht es hier um einen sozialen Aspekt“, meinte Bernhard Etzelmüller bei der kleinen Feier anlässlich der 100. Kooperation. Aber das sei längst nicht alles. „Wir profitieren auch als Unternehmen von dieser Zusammenarbeit“, betonte der Geschäftsführer. Die Qualität der Mitarbeiter von den Mainfränkischen Werkstätten sei „top“, Sandra Hennig motiviert bei der Sache. „Qualität und Pünktlichkeit stimmen“, lobte Etzelmüller. „Kurzum, es gibt nichts zu motzen.“

Etzelmüller zeigte sich überzeugt davon, dass sich viele Mitarbeiter, die von den Mainfränkischen Werkstätten vermittelt werden, mehr mit ihren neuen Arbeitgebern identifizieren „als so manch anderer“. In seinem Betrieb habe jedenfalls jeder Beteiligte etwas von der Zusammenarbeit. Voraussetzung für ein Gelingen sei allerdings, dass die jeweilige Arbeitsgruppe „sozial stark“ sei.

Sandra Hennig ist bei Wiedenmann Seile in der Seilerei eingesetzt. Ihre Arbeiten: Konfektionieren und Verpacken. Die erledigt sie so zuverlässig, dass sich Geschäftsführer Bernhard Etzelmüller durchaus eine Erweiterung der Zusammenarbeit mit den Mainfränkischen Werkstätten vorstellen kann.

Geschäftsführer Dieter Körber freut das. Er beschreibt die Inklusion als eine Aufgabe des Gemeinwesens und der gesamten Region. „Unsere Aufgabe dabei lautet, Arbeitsplätze zu schaffen.“ Das könne nur funktionieren, wenn die Geschäftsführer und Mitarbeiter in den Betrieben offen für dieses Anliegen sind.

Als Türöffner bezeichnete Deinhard dabei die IHK Mainfranken. Sie könne Kontakte vermitteln und für weitere Kooperationen werben. Eine entsprechende Vereinbarung unterschrieb er in Marktsteft und formulierte ein hehres Ziel für die Zukunft: „Es sollte irgendwann gar nicht mehr auffallen, dass ein Mitarbeiter einen anderen Hintergrund hat.“

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