GLOSSE

Frühstück: Todesmut auf der Autobahn

An der Autobahnauffahrt fühle ich mich in meinem Kleinwagen todesmutig wie der Heilige Georg vor seinem Kampf mit dem Drachen. Nur war das Ungeheuer wohl nicht – wie einige Raser – mit 200 Stundenkilometern unterwegs. Und eventuell auch etwas weniger gefährlich.
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Frühstück:     Von Mord, Sex und Sticheleien

An der Autobahnauffahrt fühle ich mich in meinem Kleinwagen todesmutig wie der Heilige Georg vor seinem Kampf mit dem Drachen. Nur war das Ungeheuer wohl nicht – wie einige Raser – mit 200 Stundenkilometern unterwegs. Und eventuell auch etwas weniger gefährlich.

Gefahren lauern auf Deutschlands Fernstraßen überall. Vor mir wechselt ein Auto in Höchstgeschwindigkeit die Spur. Von der Erfindung namens Blinker hat sein Fahrer anscheinend noch nichts gehört. Als ich mit 160 Sachen einen Lastwagen überhole, kommt ein Wagen angerast und gibt Lichthupe – als wär's das Selbstverständlichste der Welt. Ich erschrecke jedenfalls fast zu Tode.

Halte ich den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand ein, drängelt sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein anderes Fahrzeug in halsbrecherischer Art und Weise zwischen mich und meinen Vordermann. Und ich muss in die Eisen steigen. Mit der Sicherheit ist es aus.

Und warum das Ganze? Anscheinend gilt immer noch die alte Devise: Zeit ist Geld. Das gilt nicht nur für Lastwagenfahrer und Geschäftsleute. Auch die Urlauber jagen neuerdings wie wahnsinnig dahin.

Und ich befinde mich – ob ich bei der Hetzerei mitmache oder nicht – auf der Autobahn immer mitten in der Gefahrenzone. Anders als der Heilige Georg kann ich den Drachen jedoch nicht einfach erlegen. Aber wer weiß? Mit rund 50 PS mehr . . .

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