Kitzingen

Frühstück: „Mach mal gute Laune“

Als Opa kann ich dank der Segnungen des digitalen Zeitalters auch aus der Ferne nahezu live den Werdegang meiner wenige Wochen alten Enkelin verfolgen: Bilder, Videos, Chat – jedes Lächeln, jeder Pups landet ruckzuck auf meinem Tablet.
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Frühstück: Noch was für echte Rechner

Als Opa kann ich dank der Segnungen des digitalen Zeitalters auch aus der Ferne nahezu live den Werdegang meiner wenige Wochen alten Enkelin verfolgen: Bilder, Videos, Chat – jedes Lächeln, jeder Pups landet ruckzuck auf meinem Tablet.

Verreisen ist nicht mehr nötig, und virtuelle Besuche haben ja auch ganz handfeste Vorteile: Sie sparen Zeit und Geld, sind umweltfreundlicher. Und ganz nebenbei ergibt sich der praktische Vorteil, keinen Geruchsbelästigungen durch volle Windeln ausgesetzt zu sein. Oder den Babybrei ausgerechnet auf das neue Lieblingshemd gespuckt zu bekommen.

Es ist ziemlich lustig, wenn die Mama auf dem WhatsApp-Video mit kindlich verstellter Stimme verzückt über ein Lächeln jubiliert und gleich noch ein „Mach mal gute Laune“ hinterherschickt. Lustig auch deshalb, weil die Mama ganz neue Seiten offenbart: Als Mitarbeiterin eines internationalen Konzerns kennen sie die meisten stets korrekt, immer eher zurückhaltend.

Als Opa sollte man sein Glück indes nicht überstrapazieren: Es war schon gewagt, meiner besseren Hälfte dieses Enkel-Video beim Früh- stücks-Kaffee vorzuführen. Sie ist bekennender Morgenmuffel, außer für Nachbarkater Pablo vor neun eigentlich für niemand zu sprechen. Aber dann noch einen drauf zu setzten und ihr mit verstellter Stimme ein „Mach mal gute Laune“ zuzuflöten, war todesmutig. Der retten- de Satz aus dem Zimmer dauerte keine Zehntelsekunde – sonst wäre sicher die Kaffeetasse geflogen. . .

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