GLOSSE

Frühstück: Droht ein rätliches Tiefdruckgebiet?

Wer schon mal eines der berühmten Tiefdruckgebiete im Kitzinger Stadtrat erlebt hat, dürfte beim Blick auf die Tagesordnung am Dienstag allen Beteiligten eine wetterfeste Gemütslage empfehlen. Die Themenliste ist zwar nicht lang, aber reich an Konfliktstoffen: Bauamtsumbau, Gestaltungssatzung, Geschäftsordnung und ein zuweilen flatterhafter „Falter“ könnten Stürme im Wasserglas losbrechen lassen.
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Frühstück:     Von Mord, Sex und Sticheleien

Wer schon mal eines der berühmten Tiefdruckgebiete im Kitzinger Stadtrat erlebt hat, dürfte beim Blick auf die Tagesordnung am Dienstag allen Beteiligten eine wetterfeste Gemütslage empfehlen. Die Themenliste ist zwar nicht lang, aber reich an Konfliktstoffen: Bauamtsumbau, Gestaltungssatzung, Geschäftsordnung und ein zuweilen flatterhafter „Falter“ könnten Stürme im Wasserglas losbrechen lassen.

Wobei die Unwetterwarnung nicht neu wäre: Die Diskussion um die Vertragsverlängerung des Stadtmagazins „Falter“ war schon mal auf dem Tisch. Weil da zuletzt einiges an Info fehlte, vertagte der Stadtrat mögliches Streiten um das Blatt. Gestaltungssatzung: Wenn es um das künftige Gesicht der Altstadt geht, sind sich Erneuerer und Bewahrer uneins. Konsequenz: Am Dienstag dürfen sich alle Stadträte noch mal zoffen (oder auch nicht), was die künftig reine Lehre ist.

Weil es schon ums Gesicht der Stadt geht, gerät – wie üblich – das Bauamt ins Kreuzfeuer. Diesmal kriegen aber nicht die hauptamtlich Beschäftigten ihr Fett weg, sondern die Planung für den Umbau. Die große Frage: Ist die geplante und vor zweieinhalb Jahren vom Stadtrat (!) abgesegnete Rollstuhlrampe nun ein Pickel im Antlitz der Altstadt oder ein planerisches Muss? Eine Antwort könnte der Stadtrat geben, wenn es beim Ortstermin so viel Info gibt, dass eine Mehrheit danach das Wagnis des Beschlusses eingeht.

Die beste Chance, einer Vertagung zu entkommen, hat wohl die seit 2009 dahinschwebende Geschäftsordnung des Gremiums. Da gibt's, wenn man mal die Fundamental-Widerworte von KIK-Chef Christof dem Vergessen anheim gibt, nur im Detail Kritik .

Addiert der Stadtrats-Kenner jedoch die Steine der möglichen Anstöße, könnte die auf zwei Stunden angesetzte Sitzung etwas arg knapp bemessen sein. Allerdings darf man nie die Hoffnung aufgeben, dass der Kitzinger Stadtrat mal entscheidungsfreudig ist und sich die Weisheit des einstigen englischen Premierministers Winston Churchill zu eigen macht: „Man löst keine Probleme, indem man sie auf Eis legt.“

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