GLOSSE

Dienstags-Dischli: Der März und der Hermann

Auch wenn sich das Wetter derzeit anstrengt, mit Nebel, Nässe und Kälte das Gegenteil zu beweisen und der Kalender überhaupt nichts davon wissen will: Der Winter wird abgehakt. Es ist Frühling und zwar exakt ab heute.
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Dienstags-Dischli: Dreht sie sich oder doch nicht?

Auch wenn sich das Wetter derzeit anstrengt, mit Nebel, Nässe und Kälte das Gegenteil zu beweisen und der Kalender überhaupt nichts davon wissen will: Der Winter wird abgehakt. Es ist Frühling und zwar exakt ab heute.

Der 1. März ist der meteorologische Frühlingsanfang. Bis der astronomische im Kalender steht, dauert es noch bis zum 20. März. Dass die Meteorologen ihre Jahreszeiten in ganze Monate einteilen, ist sehr übersichtlich und hat statistische Gründe. Daten lassen sich besser vergleichen, wenn der Beginn der Jahreszeiten jeweils auf den Ersten eines Monats fällt, weiß das schlaue Internetlexikon.

Also stehen uns drei Monate Frühling ins Haus, bis am 1. Juni der Sommer beginnt. Damit ist klar: Die Bauern haben wieder was zu tun, auch wenn sie heute im Märzen eher selten Rösslein einspannen und längst auf PS-starke Bulldogs umgestiegen sind.

Damit die auf die Äcker können, muss das Wetter passen. Dafür gibt es wissenschaftlich unterlegte Wettervorhersagen oder den Hundertjährigen Kalender. Allerdings sollte man den in diesem Jahr besser nicht zu Rate ziehen. Wenn der Recht hat, „bringt dieser Frühling viel Reif und bis zum 8. Juni raue, wilde Luft, was dem Weinwuchs und allen Früchten schädlich ist.“ Gleichzeitig verspricht dasselbe Werk für den März aber auch: „Die Tage sind meistenteils schön und lustig.“ Was immer das heißen mag. Es ist wie immer bei Vorhersagen. Kann sein, kann auch nicht sein.

Sicher bleibt: Der Frühling ist da. Der Beweis heißt Hermann. Die hauseigene Wetterstation ist eine 15 Jahre alte griechische Landschildkröte, hat das Stadium der Winterstarre abgelegt und randaliert – derzeit noch indoor im Terrarium. Aber auch so ist klar, wenn Rambo unterwegs ist, ist Frühling.

Dienstags-Dischli, das sind mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken der Expertenrunde an den Steh-Tischen (fränkisch: Dischli) in der Kitzinger Fußgängerzone. Zu lesen – selbstredend – immer dienstags in dieser Zeitung.

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