GLOSSE

Die Woche: Weizenbier und Witzemangel

Kitzingen ist dreisprachig. Behauptete jedenfalls Anfang der Woche eine Dame in einem Lottoladen in der Stadt. Alle guckten gespannt, was jetzt kommen würde – und wurden nicht enttäuscht: „Wir sprechen Hochdeutsch, Dialekt – und über andere Leute!“
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Die Woche:     Notfalls Eimer unter den Tisch

Kitzingen ist dreisprachig. Behauptete jedenfalls Anfang der Woche eine Dame in einem Lottoladen in der Stadt. Alle guckten gespannt, was jetzt kommen würde – und wurden nicht enttäuscht: „Wir sprechen Hochdeutsch, Dialekt – und über andere Leute!“

Bei dieser Kolumne ist das ein wenig anders – wir sprechen auch über Tiere, die Bahn und fliegende Pavillons. Über Menschen natürlich auch. Zumindest wenn sie Staatssekretärinnen sind, Dorothee Bär heißen und meinen, im Bundestag mit einem Trikot des FC Bayern München auflaufen zu müssen. Sollte das Schule machen, kann der Bundestag künftig gleich in der Allianz-Arena tagen.

Apropos Fußball – da war ja was diese Wochen. Stress hatten nicht nur die Bayern-Fans, sondern auch der eine oder andere Club-Anhänger. Zum Beispiel jener Clubberer aus Kitzingen, der sich am Mittwoch vornahm, bei jedem Treffer von Barcelona ein Weizenbier zu trinken. Gar nicht so einfach: Erst saß der Mann 70 Minuten auf dem Trockenen, um dann drei Halbe fast auf Ex trinken zu müssen.

Genug Fußball. Tiere, Bahn und fliegende Pavillons warten. Im Tierreich machten diese Woche ganz klar die Geiselwinder Störche das Rennen – sogar auf die Titelseite der Main-Post schafften sie es mit ihren Vierlingen.

Das war ein schöner Kontrast zu den Streikmeldungen der Bahn, die uns die ganze Woche nervten. Weselsky – man kann den Namen nicht mehr hören. Mister Rücksichtslos wäre viel treffender. Vierjährige streiten intelligenter. Inzwischen zieht sich der Bahnstreik so lange hin, dass die Witze ausgegangen sind. Einer ist übrig geblieben: Schaffner: „Opa, das ist kein gültiger Fahrausweis – sondern ein Schülerausweis!“ – Opa: „Tja, junger Mann, da sehen Sie mal, wie lange ich auf den Zug warten musste!“

Ein Streik, bei dem es nur um Eitelkeiten geht und selbst eine Schlichtung abgelehnt wird – das geht gar nicht. Die Bahnkunden hatten jedenfalls allen Grund, mächtig in die Luft zu gehen. Selbst Gebäude solidarisierten sich mit den ausgebremsten Bahnreisenden und gingen ebenfalls in die Luft. Was für eine Show in Volkach: Ein 73 Tonnen schwerer und denkmalgeschützter Pavillon wurde von einem Spezialkran umgehoben. Vielleicht ist das ja auch eine Möglichkeit, um die Züge wieder ein wenig in Bewegung zu bringen.

Zum Schluss noch ein appetitlicher Blick ins Ruhrgebiet. Dort warb diese Woche ein Metzger versehentlich für „Frisches Gekacktes“. 100 Gramm für 0,39 Euro. Billiger dürfte nur die Kackwurst sein.

Die Woche blickt samstags zurück, was unseren Autoren in den vergangenen sieben Tagen aufgefallen ist.

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