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GLOSSE

Die Woche: Sieben Jahre länger leben

Der Frühling 2015 ist alles andere als schüchtern. Mit Macht kam er über uns. Sogleich dröhnte und wummerte es allerorts, Cabrios und Motorräder gaben alles. Auch die Mahner waren umgehend zur Stelle. Sie hoben warnend den Finger vor der Anfang-März-Sonne: Man solle sich dick eincremen.
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Die Woche:     Notfalls Eimer unter den Tisch

Der Frühling 2015 ist alles andere als schüchtern. Mit Macht kam er über uns. Sogleich dröhnte und wummerte es allerorts, Cabrios und Motorräder gaben alles. Auch die Mahner waren umgehend zur Stelle. Sie hoben warnend den Finger vor der Anfang-März-Sonne: Man solle sich dick eincremen.

Liebe Bedenkenträger, bleibt doch einfach im Schatten. Der Rest darf sich nach langen Monaten doch wohl mal über Kitzel-Strahlen auf der Haut freuen.

Viel Grund zum Freuen hat er gerade nicht – Andreas Kümmert, unser Beinahe-ESC-Teilnehmer. Jetzt zeigte er sich sogar überrascht, dass er nach seinem Knaller-Auftritt beim deutschen Vorentscheid die Schlagzeilen bestimmt – und ist deshalb sauer auf die Presse.

Was nicht logisch, sehr wohl aber schade ist. Denn zumindest wir hier in der Redaktion – das muss einfach mal gesagt werden – sind alle auf der Seite des scheuen Sängers: Auch wir wollten niemals zum ESC.

Zum Mitarbeiter der Woche reichte es für Andreas Kümmert trotzdem nicht. Den Platz sicherte sich stellvertretender Landrat Paul Streng. Bei der Feuerwehr in Willanzheim wusste er in seinem Grußwort zu berichten, dass Ehrenamtliche länger leben. Und zwar gleich sieben Jahre. Seither gehen im Landkreis die Ehrenämter aus, es soll zu ersten Schlägereien um die letzten Stellen gekommen sein. Die Zahl der 100-Jährigen dürfte damit ab sofort nach oben schießen.

Das bringt Kitzingen sicher in die Schlagzeilen – wovon es im Moment sowieso schon reichlich gibt. Mit dem Kampf gegen die Krähen schoss die Stadt gewissermaßen den Vogel ab und erlangte deutschlandweit Berühmtheit.

Dazu gesellte sich die World-Press-Ausstellung im Rathaus. Die Mainfrankenbahn nutzte das gleich für Werbung in eigener Sache: „Nutzen Sie zum Besuch der World-Press-Photo-Ausstellung in Kitzingen die Bahn: entspannend und bequem.“

Entspannt, bequem – die Bahn! Viele Kunden kennen das anders: unentspannt, unbequem, überfüllt, unpünktlich – und das Klo ist im Zweifelsfall auch kaputt.

Ansonsten fragten sich diese Woche viele, ob denn schon April ist. Weil die Kitzinger Narren vorgeschlagen hatten, künftig vielleicht Eintritt für den Landkreisfaschingsumzug zu verlangen. Schöner Aprilscherz, nur eben leider etwas zu früh.

Kein Scherz ist dagegen, dass am Wochenende das Frühjahrsvolksfest auf der Talavera in Würzburg startet. Falls es Sie dorthin zieht, denken Sie immer daran: Das Leben ist ein Vergnügungspark – nur die Größe der Geisterbahn variiert.

Die Woche blickt samstags zurück, was unseren Autoren in den vergangenen sieben Tagen aufgefallen ist.

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