Die Woche: Puddingteilchen für 900 Euro

Wieder ein neues Wort gelernt: Äquinoktium. Manche sagen auch Tagundnachtgleiche. Am Donnerstag war es soweit, Tag und Nacht auf die Sekunde gleich lang. Haargenau halb-halb. Kurzum: S'is wieder Frühling – den wir an dieser Stelle ausdrücklich, voller Überschwang und mit einem Gedicht begrüßen: Rosen sind Rosen, Veilchen sind Veilchen. Doch besser als Blumen sind Puddingteilchen.
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Die Woche:     Notfalls Eimer unter den Tisch

Wieder ein neues Wort gelernt: Äquinoktium. Manche sagen auch Tagundnachtgleiche. Am Donnerstag war es soweit, Tag und Nacht auf die Sekunde gleich lang. Haargenau halb-halb. Kurzum: S'is wieder Frühling – den wir an dieser Stelle ausdrücklich, voller Überschwang und mit einem Gedicht begrüßen: Rosen sind Rosen, Veilchen sind Veilchen. Doch besser als Blumen sind Puddingteilchen.

Halb-halb – das galt auch für die Stadtratswahl in Kitzingen. Die eine Hälfte der Bevölkerung wollte, dass alles so – sagen wir mal: verworren – wie bisher bleibt. Die andere Hälfte glänzte durch Desinteresse und ging erst gar nicht zur Wahl.

Das machte nicht nur Kitzingens Hauptamtschef Ralph Hartner fassungslos, der mit Blick auf die Bilder der World-Press-Ausstellung im Rathaus anmerkte, dass es Länder gibt, in denen Menschen im Kampf für Demokratie und Wahlrecht ihr Leben riskieren – während bei uns hier vielen Leuten irgendwie alles so was von egal ist. Eine Wahlbeteiligung unter 50 Prozent – da kann man vom Glauben abfallen.

Dabei können Wahlen spannender sein als ein Tatort aus Münster: In Abtswind ging es beim Bürgermeisteramt um eine Stimme, in Mainbernheim um acht Stimmen und in Marktbreit um 32.

Damit sind wir auch schon bei unserer beliebten Rubrik „Schlafmütze der Woche“. Hier holte sich die Stadt Kitzingen den Preis ab, weil sie es schaffte, die Sperrung der Kitzinger Nordtangente geheim zu halten. Am Donnerstag, als die Deckenbauarbeiten längst begonnen hatten, kam dann doch mal der Hinweis auf die Sperrung. Die Meldung traf um 14.12 Uhr ein. Weitere Beschwerden gab es im Internet: „Zu spät gemeldet“ hieß es da. Und dass es „schlechte Wegweiser für die Umleitung“ gebe. Der Preis ist also in vielerlei Hinsicht verdient.

Eindeutig auch, wer es zum Raser der Woche geschafft hat: Ein Österreicher, der auf der B 8 nach Kitzingen mit 165 unterwegs war. Die flotte Fahrt kostet ihn rund 900 Euro Bußgeld – was man dafür an Rosen, Veilchen oder gar Puddingteilchen hätte kaufen können!

Die Woche blickt immer samstags zurück, was unseren Autoren in den vergangenen sieben Tagen aufgefallen ist.

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