GLOSSE

Die Woche: Abgesagte Höhenluft

222 Millionen Euro für einen Mann, der Bällen nachläuft und dazu ein Nicht-Landesvater, der in Iphofen den Defiliermarsch kriegt. Die Woche hatte es in sich.
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Lebendige Feuerwehrgeschichte
Gelungener Auftritt: Staatsminister Markus Söder schüttelte beim Kreisbürgerfest der CSU in der Iphöfer Karl-Knauf-Halle viele Hände, schrieb Autogramme und erntete für seine mit meist feinen Seitenhieben gespickte Rede viel Applaus. Foto: Gerhard Krämer Foto: Gerhard Krämer

Was alles in so eine Woche passt: Hitze. Wolkenbrüche. Ein 222-Millionen-Euro-Transfer für einen Fußballer. Die Spenden für Unicef Deutschland liegen - das nur als Vergleich für den Irrsinn - bei 97,5 Millionen Euro im Jahr 2016. Dann noch der Diesel-Skandal - eine Niederlage für Verbraucher und Umwelt. Der Diesel-Gipfel blieb hinter den Erwartungen zurück. Wahrscheinlich hat sich die Politik gedacht: „Sind eh alle im Urlaub, da können wir uns das erlauben!“

Dabei geht es, das muss man sich immer wieder vor Augen halten, um unser aller Gesundheit. Was da durch Betrug zusätzlich in die Luft geblasen wurde, erfüllt gleich mehrere Straftatbestände.

Was auch für den Eier-Skandal gilt. Da ist immer von Eiern die Rede, die mit dem Insektizid Fipronil belastet sind. Wobei schon „belastet“ falsch ist - es müsste verseucht heißen! Und Fipronil, das irgendwie nach einem lustigen Hustensaftnamen klingt, ist in Wahrheit ein Bekämpfungsmittel gegen Flöhe, Läuse, Zecken, Schaben und Milben.

Wie der Skandal ausgeht? Wahrscheinlich so wie beim Bier vor einem Jahr, als Glyphosat in einigen Sorten nachgewiesen wurde - seither hat keiner je wieder etwas davon gehört.

Wie schön ruhig war es da doch in Kitzingen. Die Aufreger beschränkten sich auf zwei Absagen in Volkach: Es wird kein Weinhotel geben. Und zum Weinfest kommt kein Riesenrad. Dabei hatten wir uns schon überlegt, in luftiger Höhe eine etwas andere Weinprobe zu machen. Wäre bestimmt spannend geworden, weil doch Wein - wie man aus dem Flieger kennt - in luftiger Höhe mitunter einen ganz anderen Geschmack bekommt.

Mit dem Schnuppern von Höhenluft hat es sich also auf absehbare Zeit. Bleiben wir also bei bodennahen Themen. Diese Woche holte uns in der Redaktion wieder die beliebte Frage ein, warum es in den Schuhläden zwar Flip-Flops gibt - jedoch weiterhin keine Flop-Flops.

Außerdem wurden erste Wetten angenommen, wann denn endlich das erste Weihnachtsgebäck in den Läden auftaucht. Eventuelle Sichtungen können Sie gerne an uns weiterleiten.

Zum Schluss noch der Beweis, dass man im Kitzinger Land die Zukunft fest vor Augen hat. Beim CSU-Kreisbürgerfest wurde für Heimatminister Markus Söder der Defiliermarsch gespielt - was dem Ministerpräsidenten vorbehalten ist.

In Iphofen war man seiner Zeit eben schon immer voraus. Der Ministerpräsident in spe punktete zudem mit einem lässigen Kommentar: „Ich komme damit emotional zu Recht.“ In Wirklichkeit war es natürlich so, dass sich Markus Söder gedacht hat: „Sind eh alle im Urlaub, da kann man sich das erlauben!“

Die Woche blickt samstags zurück, was unseren Autoren aufgefallen ist.

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