GLOSSE

Die Woche: 1.0, 2.0, 3.0 und 4.0

Was für manche Aufbruch in die Zukunft bedeutet, ist für andere längst Vergangenheit. Zwischen Realität und Digitalität blicken wir zurück auf die Ereignisse dieser Woche.
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Die Woche:     Notfalls Eimer unter den Tisch

Fast so hoch wie breit, hat diese Woche die Schaeffler AG ihr neues Versandhaus in Kitzingen eröffnet. 110 Millionen Euro hat man dafür im conneKT verbuddelt und verbaut. Aber weil Versandhaus eher nach Otto, Baur und Neckermann klingt, nennen die Schaefflers es Distributionszentrum. Und noch besser klingt freilich Europäisches Distributionszentrum (EDZ).

Automatisches Versandhaus

Das Ganze ist dann aber doch so ähnlich wie bei Amazon & Co.: riesige Lagerhallen voller Paletten, Pakete und Päckchen. Das einzige, was so ein bisschen fehlt, sind Menschen. Zwar arbeiten dort tatsächlich schon 100 Leute, aber irgendwie verlieren die sich auf dem 20 Fußballfelder großen Grundstück. Wenn man durch die Hallen läuft, sieht man vor allem automatische Gabelstapler, computergesteuerte Fließbänder und Roboter.

Jedenfalls ist Schaeffler stolz darauf, dass die elektronischen Helferlein die vielen Pakete quasi wie von Geisterhand bewegen, stapeln und lagern. Für Schaeffler ist das ein großer Schritt in die digitale Zukunft. Industrie 4.0 sozusagen. Andere Firmen haben solche Versandhäuser allerdings schon lange in der Vergangenheit gebaut – also eher Industrie 2.0.

Ganz realer Verkehr

Ganz real bleibt der Verkehr - Industrie 1.0 -, der mit solchen Zentren verbunden ist. Denn wie der Name schon sagt, werden die Waren zentral an- und ausgeliefert. Zu den 100 Menschen muss man also anfangs noch 85 Laster dazurechnen. Später werden es täglich sogar 200.

So ist das, wenn man am Schnittpunkt zweier europäischer Fernstraßen liegt: Das zieht nicht nur Firmen an, sondern auch Verkehr. Je nach Standpunkt finden die Leute das dann eher gut oder eher weniger.

Begeistert war jedenfalls die Landrätin, dass der Landkreis und die Stadt Kitzingen nun einen weiteren globalen Spieler beheimaten. Das zieht hoffentlich Nachahmer an, hofft Tamara Bischof.

Schüler müssen selbst lernen

Und prompt kam es in dieser Woche zu einem weiteren Spatenstich, der einige Milliönchen schwer ist: Das Münsterschwarzacher Gymnasium saniert und baut auf Teufel komm raus (wenn diese Metapher erlaubt ist).

Wenn ich es richtig verstehe, sollen die Schüler aber trotz aller Digitaltechnik auch künftig noch selbst laufen, allein ihr Klassenzimmer finden und selbstständig lernen. Auf Förderbänder und Lehr-Roboter müssen sie verzichten. Also Schule 3.0.

Die Woche blickt samstags zurück, was unseren Autoren aufgefallen ist.

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