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LANDKREIS KITZINGEN

Coronavirus: Die Schulen sind vorbereitet

Das hat es noch nicht gegeben: Alle Schulen im Freistaat schließen für drei Wochen. Was aber nicht heißt, das die Kinder nicht lernen müssen.
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Coronavirus - Hannover - Schulschließungen
Bis zum 19. April bleiben die Klassenzimmer in Bayern leer. Foto: Foto: dpa

Das hat es noch nicht gegeben: Alle Schulen im Freistaat schließen für drei Wochen. Die Schulleiter begrüßen die Entscheidung der Staatsregierung. Berufstätige Eltern müssen jetzt nach Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder suchen.

Die Schulleiter aus dem Landkreis Kitzingen hatten sich am Donnerstagnachmittag zu einer planmäßigen Besprechung versammelt. „Da konnten wir die möglichen Schritte einer Schließung schon mal besprechen“, berichtet Schulamtsleiter Kurt Krause. Die tatsächliche Verfügung am Freitagvormittag traf die Verantwortlichen deshalb nicht völlig unvorbereitet.

„Wir haben die Eltern gleich über unsere Homepage informiert“, berichtet Andrea Lorey von der Grundschule St. Hedwig in Kitzingen. Dort war bereits am Freitagmittag Arbeitsmaterial abrufbar. Für jede Klasse werden Woche für Woche neue Aufgaben bereitgestellt. Ihre Bücher und Arbeitshefte haben die Kinder mit nach Hause genommen.

Die Reaktionen der Grundschüler fielen bei Schulschluss unterschiedlich aus. „Manche hatten Tränen in den Augen, andere haben gedacht, dass es jetzt in die Ferien geht“, berichtet die Schulleiterin.

Als Ferien gelten die kommenden drei Wochen keinesfalls. „Der Unterricht ist in dieser Zeit ausgesetzt“, formuliert es Monika Rahner, Schulleiterin am AKG. Der Unterrichtsstoff soll – so gut wie möglich – auch in den kommenden drei Wochen bereit gestellt werden. „Aber wir können natürlich keinen Fernunterricht geben“, wirbt Kurt Krause um Verständnis. Jede Schule habe ihre eigenen Kanäle, um die Informationen weiterzugeben. Das Armin Knab Gymnasium setzt, wie die meisten Schulen, auf die digitale Plattform mebis. „Das ist wie ein virtuelles Klassenzimmer“, erklärt Rahner. Die Lehrer können Arbeitsblätter einstellen und mit den Schüler chatten. Jeder Schüler habe einen Account. „Einen kontinuierlichen Unterricht ersetzt das System natürlich nicht“, betont Rahner.

Am Freitagnachmittag war die Plattform schon überlastet, wie Michael Rückel berichtet. Der Leiter der Kitzinger Realschule ist deshalb froh, über ein schulinternes Email-System und eine Schul-Cloud zu verfügen. Über Apps können sich die Lehrer mit ihren Schülern austauschen, Aufgaben verteilen und beispielsweise Lösungen für bestimmte Aufgaben einfordern. Gerade die Schüler der 10. Klassen, die sich auf die Prüfungen vorbereiten, müssten jetzt eigenverantwortlich arbeiten. „Das Kultusministerium will eine Sonderregelung erarbeiten“, weiß Rückel. In der nächsten Woche soll sie kommuniziert werden.

Kurt Krause versichert, dass einzelne Schüler auf keinen Fall einen Nachteil von der außergewöhnlichen Situation davontragen. „Wir werden eine Regelung finden, die immer zu Gunsten der Betroffenen ausfällt“, verspricht er und ergänzt: „Es braucht jetzt niemand in Panik zu geraten.“

Von Panik ist Frank Delißen weit entfernt. „Wir haben alles auf den Weg gebracht“, sagt der Leiter des beruflichen Schulzentrums, zu dem auch die FOS/BOS und die Wirtschaftsschule gehören. Die Kapazitäten für die virtuellen Plattformen werden erhöht, die Verwaltungen bleiben besetzt und die Lehrkräfte werden erst einmal von daheim aus weiter arbeiten. Alle schulischen Praktika werden ausgesetzt. Als absolut sinnvolle Maßnahme bezeichnet Delißen die Anordnung und rät zur Gelassenheit. „Jetzt kommt ein Schritt kommt nach dem anderen.“

Das gilt auch für den Notfallplan, den das Kultusministerium erstellt hat.

Demnach sollen Notgruppen an den Schulen geschaffen werden, in denen Kinder unterrichtet werden, deren Eltern so genannten systemkritischen Berufen angehören. Ärzte gehören dazu, Pfleger in Altenheimen, aber auch Polizisten und Krankenschwestern. Gehören die einzigen verfügbaren Betreuungspersonen in diesen Berufsgruppen an, können die Kinder trotzdem an die jeweilige Schule gebracht werden.

Die Regelung gilt für alle Grundschulen und in den weiterführenden Schulen bis einschließlich Jahrgangsstufe 6. „Es ist kaum abschätzbar, wie viele solcher Kinder am Montag kommen werden“, sagt die Leiterin des AKG, Monika Rahner. Rund 380 Schüler gehen im Kitzinger Gymnasium in die 5. und 6. Jahrgangsstufe. „Mehr als 20 werden es wohl nicht sein“, schätzt sie. Die Abfrage bei den Eltern ist bereits am Freitagvormittag gestartet worden, übers Wochenende will Rahner die Antworten auswerten.

Michael Rückel hat bereits einen Zwei-Schichtdienst für seine Lehrer eingerichtet. Von 8 bis 12 Uhr und von 12 bis 16 Uhr werden die betroffenen Schüler in Kleingruppen betreut. Die Schulbusse werden zumindest in der kommenden Woche noch wie gehabt fahren, teilt das Landratsamt mit.

„Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen“, weiß Michael Rückel. Jetzt sei Solidarität und Nachbarschaftshilfe gefragt, fordert die Elternbeiratsvorsitzende der Siedlungs-Grundschule, Simone Güntner. Dort sind die Schüler einer Klasse bereits am Donnerstag nach Hause geschickt worden, nachdem ein Verdachtsfall aufgetreten war. „Das Telefon stand nicht mehr still“, erzählt sie. Die Unsicherheit bei den Eltern war groß. Mit der bayernweiten Regelung sei jetzt Klarheit geschaffen worden. Das sieht auch Kurt Krause so. „Wir haben jetzt eine klare Regelung, mit der wir arbeiten können.“

Musikschule auch zu

Auch die Musikschule der Stadt Kitzingen ist von Montag, 16. März bis einschließlich 19. April geschlossen. Daher wird die Neuanmeldung für das Schuljahr 2020/2021 auf den Zeitraum 20. April bis 30. April verschoben. Die „Offene Unterrichtswoche“ findet in der Woche vom 27. April bis 30. April statt.

Das Team der Musikschule ist montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie Montagnachmittag, 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung Tel. 09321/21160 oder 924906 bzw. musikschule@stadt-kitzingen.de zu erreichen.

Die Kinderkonzerte „Eine musikalische Reise mit dem fliegenden Teppich“ am Sonntag, den 22. März und am Sonntag, 29. März, werden verschoben. Das gilt auch für das Streichorchesterkonzert „In der Halle des Bergkönigs“ am Freitag, den 27. März.

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