CASTELL

Castell als Mekka des Pferdesports

Castell wird sich ein Wochenende lang in eine Art Wüstenstadt verwandeln. Denn alle vier bis fünf Jahre wird der Asil-Cup ausgetragen, wobei Asil für rein und unverfälscht steht. Denn reinrassig sind etwa 200 Asil-Araber, die von Freitag, 22., bis Sonntag, 24. August, im Schlosspark zu Castell zu bewundern sein werden.
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Edles Pferd in edlem Umfeld: Silvia Naumann und ihr Asil-Araber mit Hausherr Ferdinand Graf zu Castell-Castell im Schlosspark. Am Wochenende wird in Castell der Internationale Asil–Cup ausgerichtet. Foto: Fotos: Ralf Dieter

Castell wird sich ein Wochenende lang in eine Art Wüstenstadt verwandeln. Denn alle vier bis fünf Jahre wird der Asil-Cup ausgetragen, wobei Asil für rein und unverfälscht steht. Denn reinrassig sind etwa 200 Asil-Araber, die von Freitag, 22., bis Sonntag, 24. August, im Schlosspark zu Castell zu bewundern sein werden.

Vor 40 Jahren ist der Asil-Club in Deutschland gegründet worden. Warum? Zweiter Vorsitzender Georg Thierer hat die Antwort: „Es waren nur noch eine Handvoll reinblütige Asil-Araber vorhanden.“ Vor rund 300 Jahren sind die edlen Tiere erstmals nach Europa gekommen. Ihr berühmtester Besitzer war wohl Napoleon Bonaparte. Seinen Russland-Feldzug hat er auf einem Asil-Araber angeführt. Und der hat ihn den ganzen Weg bis nach Russland und zurück getragen. Womit eine charakteristische Eigenschaft dieser Pferde schon feststeht: Eine große Ausdauer und Härte.

Distanzritt über 84 Kilometer

„Diese Pferde regenerieren aber auch sehr schnell“, sagt Silvia Naumann. Die Veitshöchheimerin reitet diese Rasse seit vielen Jahren und wird auch in Castell am Distanzritt teilnehmen. Drei Streckenlängen gibt es: 84, 63 und 36 Kilometer. Die längste Schleife führt über Wiesenbronn, Abtswind, Kirchschönbach und Prichsenstadt zurück nach Castell. An drei Stationen werden die Pferde auf ihre Gesundheit hin untersucht. Denn neben der besten Zeit ist auch der Gesundheitszustand ein Kriterium für Sieg oder Niederlage.

Die Arbeit des Asil-Clubs hat sich bewährt. Waren vor 40 Jahren nur zwei Prozent der gesamten Araberpferde reinblütig, sind es jetzt um die 20 Prozent. „Das war nicht immer ein leichtes Unterfangen“, erinnert sich Georg Thierer. Gerade in der arabischen Welt musste Überzeugungsarbeit geleistet werden. Die Pferde genießen dort ein hohes Ansehen. „Die Beduinen hatten sie einst für ihre Eroberungszüge genutzt“, erzählt Thierer. Auch als Familienpferd sind die Asil-Araber bestens geeignet. „Sie verbinden Mut und Sanftmut miteinander.“ Dabei sind sie relativ anspruchslos, was Fütterung und Haltung betrifft. Dennoch langlebig und fruchtbar. Kein Wunder, dass bei diesen Eigenschaften früher von „Wunderpferden“ die Rede war. Und genau auf die Abstammung geachtet wurde. Bei massiven Zweifeln über die Reinblütigkeit eines Pferdes hilft heute ein fünfbändiges Kompendium, das detailliert Auskunft über den Stammbaum der Tiere gibt.

Heute sind nicht nur die deutschen und internationalen Züchter stolz auf ihre reinblütigen Pferde, sondern auch Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan, der Vizepremierminister der Vereinigten Arabischen Emirate und Schirmherr des Wettbewerbes. Der Scheich wird am Freitag in Castell erwartet – mit einem zwanzigköpfigen Gefolge. An den Wettbewerben wie dem Distanzritt wird er nicht teilnehmen. „Sonst wäre die Sicherheitsstufe noch höher“, erklärt Silvia Naumann.

Die Öffentlichkeit ist ebenfalls eingeladen. Ein Reitturnier, Dressurprüfungen, eine Hengstparade und vieles mehr stehen auf dem Programm. Kamele, Salukis (arabisch-persische Gazellenhunde) und Falken werden den Eindruck zusätzlich verstärken, dass Castell ein Wochenende lang der arabischen Welt ganz nahe rückt.

Asil-Cup

Folgendes Programm ist vom 22. bis 24. August vorgesehen: Freitag, 22. August: 8 bis ca. 17 Uhr. Reitturnier für arabische Pferde, Dressurprüfungen, Jungpferdeprüfung, Ausstellungen rund ums arabische Pferd. An diesem Tag ist der Eintritt frei. Samstag, 23. August: 6 Uhr: Start der Distanzritte im Schlosspark. 8 Uhr: Bewertung der asil-arabischen Stuten. Ab 14 Uhr: Großes Showprogramm mit Hengstparade, Kamelen, Falken, Zirkuslektionen sowie Ehrung der Dressurreiter und Westernreiter. Sonntag, 24. August: Ab 8 Uhr: Bewertung der asil-arabischen Hengste. 9 Uhr: Start des Kinderdistanzrittes. Ab 14 Uhr: Showprogramm. Mit von der Partie ist auch das Bayerische Fernsehen. Die „Frankenschau Aktuell“ geht am Freitag, 22. August, von 17.30 bis 18 Uhr live auf Sendung.

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