KITZINGEN / OCHSENFURT

Berufswettbewerb: Zwischen Dünger und Flaschenöffner

Beim Berufswettbewerb haben angehende Landwirte ihr Wissen unter Beweis gestellt. Die zehn Besten dürfen zum Bezirksentscheid im März.
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Damit der Flaschenöffner auch greift, ist von Beginn an Präzision gefragt. Wird der Winkel falsch eingezeichnet, lässt sich das im Nachhinein kaum korrigieren. Foto: Foto: Jann Weckel
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Als Laie verzweifelt man zwischen all den nummerierten Papptellern. Darauf befinden sich verschiedene Getreidesorten, Düngemittel, Holzarten und Werkzeuge. Die Teilnehmer des Berufswettbewerbs der Landjugend aus der Sparte Landwirtschaft müssen hier ihr Fachwissen beweisen – und all die Dinge richtig benennen.

Alle zwei Jahre findet der bundesweite Wettbewerb statt. Bevor im Juni allerdings die „Deutschen Meister“ in den Bereichen Land-, Forst-, Haus-, Tierwirtschaft und Weinbau in Mecklenburg-Vorpommern ermittelt werden, stand jetzt die erste Qualifikationsstufe auf dem Programm: der Kreisentscheid.

Schriftlicher und praktischer Teil

Aus den Landkreisen Aschaffenburg, Miltenberg, Main-Spessart, Kitzingen und Würzburg trafen sich angehende Landwirte am Ochsenfurter Standort des Beruflichen Schulzentrums Kitzingen-Ochsenfurt. Unter dem Motto „Grüne Berufe sind voller Leben – Wachstum, Stärke, Leidenschaft“ galt es, einige Aufgaben zu bewältigen: Neben der Benennungs-Prüfung, wurde in einem schriftlichen Teil allgemeines und berufsspezifisches Wissen abgefragt. Eine kurze Präsentation des eigenen Ausbildungsbetriebes stand ebenfalls auf dem Programm. Praktisch wurde es auch: Aus vorgegebenen Materialien – einer Schraube und zwei Muttern – soll nach einer Bildvorlage ein Flaschenöffner gebaut werden.

Bei manchen hapert es mit dem Zeitmanagement

„Das fanden wir ganz lustig. Den können die Teilnehmer hinterher einstecken und mit nach Hause nehmen“, erklärt Barbara Hettrich von der Würzburger Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbandes die Aufgabenstellung. Josef Schiepeck, Kreisobmann des Miltenberger Bauernverbands, ist als Prüfer bei den Präsentationen im Einsatz: „Das klappt eigentlich sehr gut, nur die Zeiteinteilung könnte bei manchen besser sein.“ Er freue sich über die vielen Nachwuchs-Landwirte, schlug aber auch kritische Töne an: „Gerade die Auszubildenden, die keinen landwirtschaftlichen Betrieb im familiären Umfeld haben, haben manchmal ein zu romantisches Bild von der Landwirtschaft.“

„Es ist eigentlich ganz gut gelaufen. Ich bin zufrieden“, sagt Michael Steigerwald (19) aus Aschaffenburg nach dem Wettbewerb. Er ist in seinem dritten Ausbildungsjahr und zum zweiten Mal dabei. Bei der Verkündung der Sieger wirkt das wie Untertreibung: Er belegt den zweiten Platz der rund 70 Teilnehmer, geschlagen nur von Jana Emmert aus Kleinlangheim.

Für die zehn Besten geht es am 23. März in Schwarzenau zum Bezirksentscheid. Wer dort überzeugt, kann sich im April beim Landesentscheid in Kempten für das Bundesfinale qualifizieren.

Die Sieger im Kreisentscheid

1. Jana Emmert (Kleinlangheim) 2. Michael Steigerwald (Sommerkahl) 3. Sebastian Kraus (Rothof/Rottendorf) 4. Mathias Dirmeier (Wackersdorf), Michael Voltz (Schernau), Martin Gruber (Penzing) 7. Stephan Erbar (Gnodstadt) 8. Johann Dobler (Gemünden) 9. Kim Heyn (Collenberg-Kirschfurt) 10. Fabian Lombardia Walter (Dornheim)

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