KALTENSONDHEIM

Es war geregelt, wer Sturm läuten musste

140. Geburtstag feiert die Feuerwehr in Kaltensondheim. Aber schon lange vor der Gründung war die Brandhilfe im Feuerfall festgeschrieben – und Pflicht aller Einwohner.
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Erinnerungen: Die Feuerwehr Kaltensondheim beim 100-jährigen Jubiläum vor 40 Jahren mit „Ehrendamen“ aus dem Ort. Foto: Foto: Feuerwehr Kaltensondheim

Mit einem ökumenischen Gottesdienst, dem anschließenden Festmarsch zum Feuerwehrhaus, einer Feierstunde mit Ehrungen und dem anschließenden Sommerfest feiert die Feuerwehr Kaltensondheim am Sonntag, 25. Juni, ihr 140-jähriges Gründungsjubiläum. Dazu werden neben den Ehrengästen auch Abordnungen benachbarter Wehren zum Festakt erwartet.

Gründungsfeiern sind auch immer Anlass für einen Blick in die Vergangenheit: Schon seit dem Mittelalter, so geht aus der Kaltensondheimer Ortschronik hervor, war die Brandhilfe im Feuerfall Pflicht aller Einwohner und fest geregelt. So gibt es für das Dorf eine Feuerlöschordnung aus dem Jahr 1853, in der das königliche Amtsgericht zu Kitzingen genau festlegt, wer im Brandfall im Ort was zu tun hat. So waren etwa Georg und Andreas Zink für die Leitung der beiden Löschmaschinen zuständig und hatten dafür zu sorgen, „dass nichts an den Maschinen verdorben wird und verloren geht“.

Je sechs Männer waren für die zwei Pumpen eingeteilt und „da an einer nur wirklich 4 pumpen, so haben 2 immer die zuerst Ermüdeten abzulösen“. Geregelt war auch, wer etwa die Feuerleiter bedienen soll, zum „Wasserfahren“ oder zum „Sturmläuten“ bestimmt ist, oder beim Wasserschöpfen helfen muss. Beim Brand in einem Nachbarort haben „zunächst die bestellten Feuerläufer fortzugehen“.

Das änderte sich mit dem 1. März 1877, als die freiwillige Feuerwehr in Kaltensondheim gegründet wurde. Viele Daten aus der Geschichte sind nachfolgend in der Ortschronik nicht zu finden. 1968 wurde angeregt vom Kreisbrandinspektor ein Fahrzeug angeschafft. Ein Jahr zuvor wurde die alte Rathausscheune zum Gerätehaus umgebaut und 1975 im ehemaligen Gemeischaftsgefrierraum ein Versammlungsraum eröffnet. Höhepunkt war sicher der Neubau des Feuerwehrhauses im Jahr 1989, das heute noch der Treffpunkt und Veranstaltungsort für die Kaltensondheimer ist.

Heute hat die Kaltensondheimer Wehr 36 aktive Mitglieder, davon neun Frauen. Aktiv ist auch die Jugendarbeit mit derzeit sieben Mitgliedern. Zum Verein zählen dann noch 26 passive Mitglieder.

Der Festtag startet am Sonntag mit dem ökumenischen Festgottesdienst um 9 Uhr. Ab 10 Uhr formiert sich der Festzug zum Feuerwehrhaus, wo ab 10.30 Uhr die Feierstunde mit Ehrungen beginnt. Ab Mittag startet dann das traditionelle Sommerfest. Den Auftakt zu den Feiern macht die Feuerwehrjugend mit dem Sonnwendfeuer am Feuerwehrhaus am Freitag, 23. Juni, ab 18.30 Uhr.

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