KITZINGEN

„Es scheitert immer am Menschen“

Er hat viel von der (Berufs-)Welt gesehen. Jetzt ist Jürgen T. Knauf auch unter die Krimiautoren gegangen. Sein Wirtschafts-Thriller „Kaleidoskop der Scherben“ speist sich aus seinen vielfältigen Erfahrungen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Verwurzelt in der Heimat: Jürgen T. Knauf hat viel von der Welt gesehen. In Kitzingen fühlt er sich trotzdem wohl. Foto: Foto: Ralf Dieter
+1 Bild

Er hat viel von der (Berufs-)Welt gesehen. Jetzt ist Jürgen T. Knauf auch unter die Krimiautoren gegangen. Sein Wirtschafts-Thriller „Kaleidoskop der Scherben“ speist sich aus seinen vielfältigen Erfahrungen.

Frage: Sie sind seit 1994 als Unternehmensberater tätig. Warum haben Sie nicht ein Fachbuch über die Unternehmenskultur und über nötige Veränderungen geschrieben?

Jürgen Knauf: Sie werden lachen. Kaleidoskop der Scherben habe ich als Fachbuch angefangen, aber nach einer Weile habe ich gemerkt, dass etwas fehlt.

Was denn?

Knauf: Ich wollte auch etwas vom Leben reinpacken, ich wollte den Lesern Ideen mitgeben, die sie für ihr eigenes Leben inspirieren. Außerdem dachte ich mir, eine Geschichte in die man als Leser eintaucht, kann Inhalte viel besser transportieren, Wissen fühlbarer machen und macht außerdem mehr Spaß beim Lesen.

Was meinen Sie?

Knauf: Naja, was dem Protagonisten in meinem Buch passiert, kann jeden treffen: Das Unternehmen steht vor der Insolvenz, er soll innerhalb von zwei Monaten ein Rettungskonzept erstellen. Private Probleme kommen hinzu. Von seinen Erfahrungen, Sorgen und Nöte kann jeder profitieren, der zwischen den Zeilen liest.

Auch Menschen, die gar nicht in Führungspositionen sind?

Knauf: Natürlich, zumal jeder in seinem bestimmten Wirkungskreis ja eine Führungsaufgabe übernimmt. In dem Buch geht es aber vor allem darum, wie man leichter durchs Leben gehen kann und beruflich erfolgreicher ist. Wer zur Reflexion fähig ist, der wird Tipps erhalten, wie er sich privat oder beruflich besser verhalten kann.

Was heißt besser verhalten? Und wie lässt es sich erfolgreicher durchs Leben gehen?

Knauf: Nun, letztlich geht es doch immer darum, wie wir durchs Leben gehen und miteinander umgehen. Je offener und ehrlicher der Dialog, mit uns selber, in der Familie und im Job ist, desto besser. Und gerade in Unternehmen liegt hier vieles im Argen. Chefs könnten eine Menge an Kosten und Problemen sparen, wenn sie ein paar wesentliche Dinge beherzigen. Es scheitert immer am Menschen.

Das verstehe ich nicht.

Knauf: Viele Unternehmen geben viel Geld aus, um ihre Mitarbeiter besser zu motivieren, die Krankheitstage zu reduzieren oder die Fluktuation zu minimieren. Dabei wird leider meist nur an einzelnen Phänomenen gearbeitet. Ein Ernährungskurs hier, ein Lauftraining dort und dazu noch eine Maßnahme zum Teambuilding. Aber es wird nie ganzheitlich gedacht und Maßnahmen setzen selten dort an, wo der größte Handlungsbedarf ist, wo es wirklich klemmt.

Was heißt für Sie ganzheitlich?

Knauf: Das ist für mich ein Dreiklang aus Körper, Geist und Seele. Natürlich ist Ernährung und Bewegung wichtig, aber nicht allein. Ich brauche auch eine gute Stimmung im Betrieb und motivierte Mitarbeiter. Und nicht zuletzt sollte ein Mitarbeiter das nötige Fachwissen mitbringen und offen für Neuerungen sein. Immerhin sind wir Innovationsstandort in Deutschland – zumindest noch. Start-Ups machen uns vor, wie es geht.

Wie denn?

Knauf: Dort arbeiten in der Regel Menschen, die überzeugt von ihrer Idee sind und Lust darauf haben, sie umzusetzen. Alle haben ein gemeinsames Ziel, wollen es erreichen und ziehen an einem Strang.

Lässt sich das auf alle Unternehmen so einfach übertragen?

Knauf: Grundsätzlich ja. Natürlich braucht jedes Unternehmen seine eigenen Lösungen. Eine individuelle und ganzheitliche Analyse ist unerlässlich, aber im Prinzip geht es immer darum, die Mitarbeiter zu verstehen, einzubinden und auf die individuellen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen. Sie wollen mitgenommen werden.

Das heißt?

Knauf: Das heißt, dass ich als Chef oder Führungskraft mit meinen Mitarbeitern offen reden und wirklich zuhören muss. Aus dem Gehörten ergeben sich klare Zielvorgaben und ein priorisierter Maßnahmenkatalog. Beides muss transparent sein.

Der Mitarbeiter als wichtigster Bestandteil eines Unternehmens?

Knauf: Ja, auf jeden Fall. Sir Richard Branson, einer der erfolgreichsten Unternehmer unserer Zeit und Selfmade-Milliardär hat es so formuliert: Erst die Mitarbeiter, dann die Kunden, dann die Inhaber und Anteilseigner eines Unternehmens. Dem kann ich nur zustimmen.

Wissen die meisten Unternehmen immer noch nicht um die Bedeutung einer guten Belegschaft?

Knauf: Leider nicht alle. Und die wenigsten leiten die richtigen Schritte ein, um ihre Mitarbeiter zu motivieren, gesund zu halten und deren Innovationskraft zu stärken.

Das alles findet sich in Ihrem Buch?

Knauf: Wer zwischen den Zeilen lesen kann, findet viele Ideen. Der Leser erhält viele Inspirationen für ein glücklicheres Leben und zum Ende des Buchs bekommt er sogar ein komplettes Rezept für mehr Erfolg im Unternehmen. Das alles in einem spannenden Erzählstil.

Kaleidoskop der Scherben ist im Eigenverlag der SCOPAR GmbH erschienen und hat die ISBN-Nr. 978-3-981-65650-3

Zur Person

Jürgen T. Knauf ist in Hohenfeld aufgewachsen, hat am AKG sein Abitur gemacht. Danach hat er in Schweinfurt Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen studiert und bei Porsche im Entwicklungszentrum gearbeitet. Seit 1994 ist er als Unternehmensberater tätig. 2005 hat er sein eigenes Unternehmen, die SCOPAR GmbH mit Sitz in Würzburg gegründet.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren