MÜNSTERSCHWARZACH

Erntedank: Tag des Dankens und Denkens

In der Abteikirche zu Münsterschwarzach erhielt der Erntedank eine internationale Note. Aus allen Kontinenten kamen Mönche und Äbte zusammen und feierten diesen Tag.
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Wie in der Abteikirche von Münsterschwarzach wird traditionell eine Auswahl der Ernte aus Landwirtschaft und Gärten vor den Altären aufgebaut, um gesegnet zu werden. Foto: Foto: ELMAR HOCHHOLZER

Anfang Oktober feiern die Christen Erntedank. Traditionell danken die Gläubigen Gott für die gute Ernte und beten für ein solidarisches Miteinander. Am Ende des Gottesdienstes werden die Früchte der Erde, die kunstvoll und farbenprächtig aufgebaut wurden, gesegnet und mit Weihwasser besprengt.

In der Abteikirche zu Münsterschwarzach erhielt der Tag eine internationale Note. Der Altarraum konnte die sehr stattliche Anzahl von Äbten und Mönchen aus allen Kontinenten kaum fassen, die den Gottesdienst im Münster mitfeierten.

Um den weltweiten Charakter der Feier zu unterstreichen, wurden Gebete in Suaheli, der Hauptsprache Ostafrikas, und in Englisch gesprochen. Die Benediktiner der Kongregation von St. Ottilien, zu der auch Münsterschwarzach gehört, machten in Franken Halt zum gedanklichen Austausch, bevor sie zum internationalen Äbtekongress nach Rom weiterreisten.

Uralte Tradition

Der Gottesdienstleiter, Pater Deocar Engelhard, sagte, man solle „Gott dafür danken, was an Früchten auf der Welt gewachsen ist und auch im Leben“. Und: „Wer dankbar ist, denkt auch, dass das Leben selbst ein Geschenk ist“. Es sei auch „ein Tag des Staunens über die Vielfalt der Schöpfung“. Nicht vergessen dürfe man freilich all die Menschen, die hungern und Durst leiden und auch diejenigen, die für den Schutz der Erde eintreten.

Die Tradition des Dankens für die Feldfrüchte ist uralt. Schon die Bibel erzählt davon, wie Kain Gott Früchte von seinem Feld opferte. Etwa seit dem dritten Jahrhundert feiern Christen das Erntedankfest. Sie tun dies meistens am ersten Sonntag im Oktober, es ist allerdings kein fest stehender Feiertag, den alle Gemeinden begehen. Weltweit gibt es keinen einheitlichen Termin, was auch damit zusammenhängt, dass das Ende der Ernte überall auf einen anderen Tag fällt.

In den USA wird der Thanksgiving Day am vierten Donnerstag im November gefeiert. Traditionell essen die Familien zu diesem Anlass einen Truthahn. „Thanksgiving“ ist allerdings nicht ganz gleichzusetzen mit Erntedank, denn es ist nicht in erster Linie ein christliches Fest, sondern es erinnert an die Pilgerväter. Auch Atheisten feiern in den USA das Erntedankfest, das dort ein staatlicher Feiertag ist.

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