KITZINGEN

Er wächst und wächst

Wo früher die Amerikaner lebten, entsteht heute der neueste Kitzinger Stadtteil
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Ein neuer Stadtteil entsteht. Mit allem Drum und Dran. Georg Wittmann ist guter Dinge, dass die Arbeiten in den Marshall-Heights in vier bis fünf Jahren abgeschlossen sind. Dann werden rund 3000 Menschen in dem ehemaligen Wohngebiet der US-Amerikaner am Ortsausgang Kitzingens Richtung Würzburg wohnen.

2006 haben die Amerikaner Kitzingen verlassen. Zehn Jahre später konnte Wittmann mit der Vermarktung loslegen. Vorausgegangen waren lebhafte Diskussionen über die Nutzung des rund 32 Hektar großen Geländes und intensive Verhandlungen mit der Stadt. Dann ging alles schnell.

„Wir haben Nachfrage

ohne Ende.“

Georg Wittmann, Investor

Die 103 so genannten Texas-Häuser im oberen Teil des Geländes waren flott verkauft. „Einfamilienhäuser zu fairen Preisen gehen immer“, weiß der Investor. Die Nachfrage nach den 3- bis 5-Zimmer-Wohnungen in den Wohnblocks ist ungebrochen hoch. Fünf dieser Blocks sind bereits saniert und bezogen, ein weiterer soll bis zum Herbst fertig sein. Bis Mitte des nächsten Jahres will Wittmann insgesamt 350 Wohnungen auf den Markt gebracht haben. „Wir haben Nachfrage ohne Ende“, bestätigt er. „Es ist kein Problem, die Wohnungen zu verkaufen.“ Etwa ein Drittel der Anfragen kommt aus der Großen Kreisstadt, die meisten vom Landkreis oder von außerhalb.

Etwa 700 Menschen leben schon jetzt in den Marshall-Heights. Das Bayerische Rote Kreuz betreibt einen Kindergarten. Ansonsten sind soziale oder gewerbliche Einrichtungen Mangelware. Das soll sich in Kürze ändern. Georg Wittmann schwebt ein Stadtteil vor, in dem alle notwendigen Einrichtungen fußläufig zu erreichen sind. Viele Gespräche mit potenziellen Betreibern von Geschäften oder Praxen stehen nach seiner Aussage kurz vor dem Abschluss. Beispiel Lebensmittel: Entweder es kommt ein großer Verbrauchermarkt mit einem Vollsortiment oder ein kleinerer Discounter mit separater Drogerie, mit Bäcker und Metzger. „Das brauchen wir hier dringend.“ Bezüglich Gastronomie und/oder einem Bäckereicafé seien auch schon konkrete Planungen am Laufen. Fitness-Center, Friseur, Physiotherapeut, Gastronomie: Angebote, die nach Wittmanns Überzeugung kommen werden. „Das Interesse bei Betreibern ist da“, versichert er.

Insgesamt 30 Wohnblocks stehen auf dem Gelände, jeder Block hat 16 bis 24 Wohnungen. Wittmann rechnet mit rund 730 Wohneinheiten, die nach Abschluss aller Arbeiten belegt sein werden. Zwei Wohnblocks, direkt an der Einfahrt in Nähe des McDonald, werden abgerissen. Dort will die Polizei einen Neubau errichten, um ihre Dienststelle von der Landwehrstraße in ein paar Jahren in die Marshall-Heights zu verlegen. Bislang ist das Areal nur über die Gabelsbergerstraße erschlossen, künftig soll der Verkehr auch über die zwei Zufahrten an der B8 in das Gebiet fließen können. Wittmann wünscht sich lieber früher als später eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Bislang sind die Bewohner auf Privat-Pkw oder Fahrräder angewiesen, um in die Stadt zu kommen. Zwischen 85 und 112 Quadratmeter groß sind die Wohnungen in den vierstöckigen Wohnblocks. Sie ziehen fast ausschließlich junge Familien an. Die können sich über einen zweiten Kindergarten auf dem Gelände – betrieben von der Stadt Kitzingen – freuen. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren. Im September soll er eröffnet werden. „Für die ehemaligen Schulen gibt es auch verschiedene Interessenten“, informiert Wittmann – ohne ins Detail gehen zu wollen. Dafür hat er in Sachen Tagespflegezentrum Positives zu vermelden. „Die Gespräche sind weit gediehen.“ Weitere medizinische Einrichtungen sollen folgen. Ein Gesundheitszentrum schwebt Wittmann vor, Arztpraxen. „Auch da gibt es schon Gespräche“, versichert er.

„Besser hätte es nicht laufen können.“
Vorläufiges Fazit des Investors

Auf dem Gelände ist vieles in Bewegung, es wird fleißig gearbeitet. Stichstraßen werden aufgerissen, Leitungen gelegt, Fassaden gestrichen. Anfang des Jahres haben die Stadt und Georg Wittmann einen städtebaulichen Vertrag unterschrieben, in dem die Erschließungsmaßnahmen für das gesamte Areal geregelt sind. Ende des Jahres soll der Vertrag in Kraft treten. Also arbeitet Wittmann an der Infrastruktur. „Die Kanäle und die Gehsteige sind weitgehend fertig“, berichtet er. Gleiches gilt für die Straßenbeleuchtungen und die Straßenbeläge. Strom und Wärme für die jetzigen Bewohner des Gebietes und den Kindergarten kommen aus einem Blockheizkraftwerk. Kürzlich haben Wittmann und die Licht-, Kraft- und Wasserwerke eine Lösung für die kommenden Nutzer des Geländes gefunden: Ein zweites, größeres Blockheizkraftwerk soll in Modulbauweise entstehen und den Rest des Geländes versorgen. Kitzingens neuester Stadtteil wächst und wächst. Sehr zur Freude von Georg Wittmann. „Besser hätte es nicht laufen können.“

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