KITZINGEN

Der VdK in Kitzingen: Er wächst und wächst und wächst

Seit den 70er Jahren gehen die Mitgliederzahlen stetig nach oben. Programm für 2019 weckt Vorfreude.
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Sie sind stolz auf ihren VdK und auf mehr als 40 Veranstaltungen im kommenden Jahr: Hartmut Stiller und Max Michelsen. Foto: Foto: Ralf Dieter
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Er ist eine Herzensangelegenheit. Für alle beide. Das merkt man im Gespräch mit Hartmut Stiller und Max Michelsen sehr schnell. Der VdK gibt den beiden was. Und sie geben viel zurück.

Im Jahr 1947 ist der Ortsverband des VdK in Kitzingen gegründet worden. 192 Mitglieder gab es schon im Gründungsjahr. Ihnen ging es – so kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges – vor allem um ihre Rechte als Kriegsverletzte und Kriegswitwen. Ursprünglich standen die Buchstaben für „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands e. V.“

Die Zeiten und die Themen haben sich längst geändert. Heute zählt der Ortsverband in Kitzingen 3185 Mitglieder, in Unterfranken sind es fast 90 000 Mitglieder und in Bayern beinahe 700 000. „Das ist schon eine ganz schöne Macht“, sagt der Ortsverbandsvorsitzende Hartmut Stiller. Der Verband heißt offiziell „Sozialverband VdK Deutschland e. V.“.

In den 70er Jahren ist die Zahl der Mitglieder bundesweit zurückgegangen. Kein Wunder: Die Kriegsversehrten sind nach und nach gestorben. Der VdK musste sich neu erfinden. Und das ist ihm gelungen. Zwei Standbeine sind es, auf denen der VdK-Ortsverein in Kitzingen heute kraftvoll steht: Ein lebendiges Vereinsleben mit mehr als 40 Veranstaltungen pro Jahr und die Beratungskompetenz in allen möglichen sozialen Fragen. Ob Rentenbescheide, Sozialversicherungsfragen, Berufsunfähigkeit, Schwerbehindertenrecht, Wohngeld oder die Grundsicherung im Alter: Es gibt viele Themen, mit denen sich die externen Berater und die Fachleute vor Ort auskennen. Deren Beratungsangebote werden sehr gut angenommen.

Oft sind es Arbeitnehmer in ihren letzten aktiven Jahren, die sich über ihren Rentenbescheid informieren wollen und dann beim VdK bleiben – bei einem Monatsbeitrag von sechs Euro kein allzu großes Problem. Bei 60,2 Jahren liegt der Altersdurchschnitt im Ortsverband Kitzingen. „Wir würden schon auch gerne jüngere Mitglieder werben“, bekennt Stiller. Etliche Angebote im neuen Programmheft zielen deshalb auch verstärkt auf die jüngeren Generationen ab.

Es gibt ein Puppentheater für Erwachsene und einen VdK-Spieletag für Kinder im Alter von 10 bis 16 Jahren. Etliche Ausflüge – von der Mehrtagesfahrt nach Ungarn bis zur Halbtagesfahrt nach Ochsenfurt – stehen auf dem Programm. Hartmut Stiller sind diese geselligen Termine ganz wichtig. „Ich will aber auch, dass der VdK mit seinen sozialen Anliegen in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird“, sagt er. Das mittlerweile zwölfte Sozialforum nimmt sich deshalb des Themas „Gemeinsam für barrierefreie Kommunen“ an. „Da liegt in Kitzingen leider noch einiges im Argen“, bedauert Stiller. Ein Rollstuhlfahrer, der in Kitzingen auf die Toilette muss, habe nach wie vor ein Problem. Kaum eine Gaststätte, die eine rollstuhlgerechte Toilette anbietet, auch in den Arztpraxen gebe es diesbezüglich Nachholbedarf. Vom Hauptbahnhof, der mit seinen vielen steilen Treppen für Rollstuhlfahrer und Kinderwagenschieber ein schier unüberwindbares Hindernis darstellt, ganz zu schweigen.

Der VdK will sich auch weiterhin für das Ehrenamt stark machen, der Kreisverband lädt am 13. Januar traditionell alle Mitglieder aus den 21 Ortsverbänden im Landkreis Kitzingen in die Rathaushalle ein, um sich für deren Arbeit zu bedanken. „Viele bringen sich über das ganze Jahr ein“, freut sich Max Michelsen. Neue Ideen und Herangehensweisen sind dabei stets willkommen. Michelsen selbst organisiert im kommenden Jahr sieben Angebote – von einer Gruppenradreise von Prag nach Meißen bis zum Kurs „Sicherer Umgang mit Smartphone, Tablet etc“, zu dem sich immer mehr Senioren anmelden.

Das neue Programm ist in einer Auflage von 4000 Stück frisch gedruckt. Die Mitglieder haben bereits eines zugeschickt bekommen, wer sich ausführlicher informieren will, ist in der Geschäftsstelle in der Würzburger Straße genau richtig. Wie lange der Ortsverband Kitzingen dort noch seiner Arbeit nachgeht, steht in den Sternen. „Wir suchen nach größeren, barrierefreien Räumen“, sagt Hartmut Stiller. Der Verband wächst, die Mitgliederzahlen steigen. Dieser Trend wird sich wohl auch in den kommenden Jahren nicht verändern.

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