WIESENTHEID

Entscheidung zur Krippe muss fallen

Wo soll die neue Krippe in Wiesentheid hin? Elf Standorte wurden bereits vorgestellt. Die lang ersehnte Entscheidung soll an diesem Donnerstag fallen.
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Bei der Frage nach dem Standort für eine Kinderkrippe in Wiesentheid gilt der ehemalige Schafhof in der Ortsmitte als einer der Favoriten. Der Gemeinderat will am Donnerstag entscheiden. Foto: Foto: Andreas Stöckinger

An diesem Donnerstag soll in der Sitzung des Wiesentheider Gemeinderats die lange ersehnte und erhoffte Entscheidung fallen, wo nun eine neue Kinderkrippe im Markt entstehen soll. Auf welchen Platz es hinaus läuft, ob es ein Neubau wird, oder ob für den Hort ein bestehendes Gebäude um- oder angebaut wird, da ließ sich Bürgermeister Werner Knaier im Vorfeld nicht in die Karten schauen. „Wir wollen die einzelnen Standorte nicht mehr im Detail diskutieren. Ich habe in der letzten Sitzung elf Standorte genannt, davon fällt keiner raus.“

Seit eineinhalb Jahren ein Thema

Der Gemeinderat befasst sich bereits seit eineinhalb Jahren mit dem Thema. Trotz vieler Diskussionen wurde bislang keine Lösung gefunden. Im Frühjahr hatten sich die Fraktionen darauf verständigt, dass bis zum 1. August eine Entscheidung fallen müsse, um das Gebäude auf den Weg zu bringen. Als Ziel wurde damals genannt, im Sommer 2018 die neue Krippe einzuweihen.

Aktuell dürfte unter den elf Möglichkeiten der so genannte Schafhof in der Wiesentheider Ortsmitte an der Kreuzung Bahnhofstraße/Neustadtstraße gute Karten haben. Das früher landwirtschaftlich genutzte Anwesen, das laut Denkmalschutz-Liste um die Zeit von 1742 erbaut wurde, war einst komplett im Besitz des Hauses Schönborn.

Schreinerei könnte Lager verkaufen

Der für die Krippe relevante Teil an der Südseite gehört seit einigen Jahren einer ortsansässigen Schreinerei, die es als Lager nutzt. Die Schreinerei hat aber ihre Produktion sowie große Teile des Betriebs in das Industriegebiet verlagert, die Besitzer seien, so Knaier, einem Verkauf nicht abgeneigt.

Das betreffende Gebäude, in dem bis vor etlichen Jahrzehnten Tiere gehalten wurden, steht zwar nach wie vor unter Denkmalschutz. „Man könnte es aber relativ schmuck umbauen“, meinte Knaier. Zudem sei es zentral gelegen. Bei der Frage nach Parkplätzen müsse man sich mit dem Nachbarn arrangieren. Unabhängig davon, ob die Kinderkrippe dort gebaut wird, sei es laut Bürgermeister Knaier eine für die Kommune interessante Immobilie. „Es ist die Frage, ob es die Gemeinde erwirbt und etwas daraus macht.“

Sportheime als mögliche Standorte

Weiter zur Debatte stehen unter anderem die beiden Sportheime des TSV/DJK und Flächen an den Sportanlagen. Beim ehemaligen DJK-Vereinsheim könnte ein An- oder Umbau erfolgen, das erst vor gut zehn Jahren sanierte TSV-Heim müsste für eine Krippe laut Knaier wohl größtenteils abgerissen werden. Dazu sind eine Rasenfläche am DJK-Gelände sowie der Hartplatz am Sportzentrum weitere Optionen.

In der Liste der Standorte taucht zudem weiter der Mehrgenerationenplatz in der Kolpingstraße auf. Diesen Standort hatten die Freien Wähler von Beginn an favorisiert, ein von ihnen dazu angestrengtes Bürgerbegehren wurde im Frühjahr wegen angeblicher rechtlicher Bedenken in letzter Minute gestoppt.

Knaier rechnet mit einer Entscheidung

Bürgermeister Knaier geht nach eigenem Bekunden davon aus, dass über den als Nummer acht auf der Tagesordnung stehende Punkt diesmal ohne allzu große Debatten entschieden wird. Er rechnet fest damit, dass eine Entscheidung fällt. „Wenn nicht, dann haben wir ein Problem. Das wäre ein Armutszeugnis für den Gemeinderat.“

Gleichzeitig will er klären, in welcher Bauweise die künftige Krippe entstehen soll. Hier steht eine Modulbauweise, eine eingeschossige Variante mit Dachausbau, zur Debatte.

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