Kitzingen
Altkennzeichen

Entscheidung gegen OCH, GEO, UFF und SEF

Der Kitzinger Kreistag sieht keine Notwendigkeit, die Altkennzeichen OCH, GEO, UFF und SEF für Kraftfahrzeuge wieder einzuführen. Viel wichtiger ist den Kreisräten, dass es mit der Produktion in der Firma Fehrer in Kitzingen weitergeht.
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Ehemalige Kfz-Kennzeichen kursieren immer noch bei dem einen oder anderen Landkreisbürger. Foto: Sabine Paulus (Archiv)
Ehemalige Kfz-Kennzeichen kursieren immer noch bei dem einen oder anderen Landkreisbürger. Foto: Sabine Paulus (Archiv)
Während in mancher Sitzung in den Kreisparlamenten der Nachbarlandkreise lange diskutiert wurde, fällten die Kitzinger Kreisräte am Montag einen äußerst raschen Beschluss: Die Kfz-Kennzeichen, die es vor der Gebietsreform 1972 gegeben hat, werden nicht wieder eingeführt. "KT" bleibt "KT". Das bedeutet: "GEO" für Gerolzhofen, "SEF" für Scheinfeld, "UFF" für Uffenheim und "OCH" für Ochsenfurt wird es für das Gebiet des Landkreises Kitzingen nicht mehr geben.

Hauptargument von Landrätin Tamara Bischof (Freie Wähler) ist, dass keine der genannten ehemaligen Kreisstädte im Gebiet des heutigen Landkreises Kitzingen liegt. Die Wiedereinführung würde die seit der Gebietsreform vor 40 Jahren gewachsene gemeinsame Identität als "ein Kitzinger Land" in Frage stellen. Der Beschluss beinhaltet, dass Fahrzeuge, die bisher noch Alt-Kennzeichen tragen, diese auch weiterhin nutzen können; dies betrifft insbesondere alte Schlepper.

"Was den Gesetzgeber dazu bewogen hat, wissen wir nicht so genau", sagte die Landrätin vor der Abstimmung. "Bei uns hat es so gut wie keine Anfragen an die Verwaltung gegeben, seit die Diskussion begonnen hat", fuhr sie fort.

Lediglich Jens Pauluhn (ödp) verspürte Gesprächsbedarf. "Der Gesetzgeber hat versucht, den Bürgern ihre Wahlfreiheit zu lassen, das Kennzeichen GEO ist identifikationsstiftend", sagte er und verlangte eine besondere Berücksichtigung des Kreisgebiets, das früher zum Landkreis Gerolzhofen gehörte. Dieses Ansinnen vermochte aber offenbar kaum ein anderes Kreistagsmitglied nachzuvollziehen. Nur Hans-Martin Hoffmann (Grüne) stimmte mit Jens Pauluhn dagegen, die alten Kennzeichen in der Schublade zu lassen. Damit ist der Landkreis seiner Verpflichtung nachgekommen, bis zum 30. April eine Entscheidung zu treffen.


Eine Resolution an die Firma Fehrer
Den Kreisräten brannte viel mehr auf der Seele, dass bei Fehrer 400 Mitarbeiter entlassen werden sollen. Josef Mend (FW) stellte zu Beginn der Kreistagssitzung den Antrag, die Tagesordnung entsprechend zu ergänzen, damit fraktionsübergreifend eine Resolution verabschiedet werden kann.

Dies geschah dann auch gegen Ende der Sitzung, und es war ein ergreifender Moment, als sich bei der Nachfrage, wer hier dabei ist, wer zustimmt, alle Hände im Großen Sitzungssaal hoben. Die Anwesenheitsliste gilt als Unterschriftenliste. Diese will die Landrätin zusammen mit einem Brief in den nächsten Tagen beim Management der Firma Fehrer abgeben.


Alle Kreisräte sind solidarisch mit den Mitarbeitern
Kreistagsmitglieder aller Couleur erklärten sich solidarisch mit den Fehrer-Mitarbeitern, die Anfang des nächsten Jahres laut Sanierungsplan ihren Arbeitsplatz verlieren sollen. Die Kreisräte fordern, dass das Management alle Möglichkeiten ausnutzt, um den Produktionsstandort in Kitzingen zu erhalten. "Wir sind alle miteinander stolz darauf, dass wir international tätige Firmen im Landkreis Kitzingen haben, davon profitieren wir ja auch geschlossen", sagte Josef Mend, als er seinen Antrag stellte.


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