IPHOFEN

Eintauchen in eine lange Geschichte

Unter der Überschrift Zusammen feiern stand das Festwochenende in Iphofen. Dieser Überschrift wurden die Iphöfer mehr als gerecht.
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Nicht ganz so angenehm: Evelyn Hatzung zeigt dem Marktbreiter Kämmer Joachim Lott wie das so ist mit der Halsgeige.
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Unter der Überschrift „Zusammen feiern“ stand das Festwochenende zu den Jubiläen 1275 Jahre der ersten urkundlichen Erwähnung Iphofens und seines Stadtteils Dornheim. Dieser Überschrift wurden die Iphöfer auch gerecht, feierten sie doch über drei Tage hinweg ein Fest, das Freude brachte, Menschen zueinander führte und Spaß machte.

Iphofens Bürgermeister Josef Mend sah die Veranstaltung professionell vorbereitet und gab sich total gelöst. Statt Anzug mit Krawatte zu tragen und mit Amtskette aufzutreten, spazierte Mend am Samstag leger gekleidet durch die Altstadt und schob seine Enkelin im Kinderwagen. Damit wurde er seiner Maßgabe für die Festtage gerecht, „dass die Leute entspannt feiern und miteinander reden sollen“.

Gute gelaunte Leute

In Festtagslaune ließ sich das Stadtoberhaupt gerne fotografieren, als ihm der Schuhmacher Thorsten Gernert die Schuhe putzte. „Der Stuhl steht dir gut“, kommentierte ein Passant die Situation mit dem Bürgermeister auf der eisernen Sitzgelegenheit aus guten, alten Tagen.

Die Iphöfer spannten mit ihrer Programmvielfalt einen Bogen von der Tradition zur Moderne. Am Rödelseer Tor empfingen Evelyn Hatzung und Ruth Holfelder in historischen Gewändern die Besucher und erhoben wie einst Pflasterzoll, der aber schokoladig honoriert wurde.

Auf dem Ratshausvorplatz führten die Dornheimer ein mittelalterliches Ritterspiel samt Tanz auf. Aber die Kommentare dazu entpuppten sich neuzeitlich, nahmen die Dornheimer doch Iphofens aktuelle Kommunalpolitik aufs Korn.

Derweil präsentierten sich die anderen Stadtteile Possenheim, Hellmitzheim und Nenzenheim am Herrengraben. Gäste landeten in der mittelalterlichen Halsgeige, Andere schauten dem Schmied oder der Pillendreherin auf die Finger, während es vor dem Markt Einersheimer Tor recht martialisch zuging. Dort lieferten sich Kämpfer in historischen Klamotten Duelle vor dem Ilmbacher Hof der Familie Fröhlich.

„Wir wollen Iphofens Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufzeigen“, beschrieb die für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Leiterin der Tourist-Information, Claudia Bellanti, die Intention der Gastgeber. Von den Rittersleut aus der Vergangenheit über die Förster aus der Gegenwart bis zur technischen Zukunft wie dem größten Fendt-Schlepper, alle Epochen waren vertreten.

Die Gäste genossen Bier, Wein oder Secco, daneben fehlte es nicht an kulinarischen Köstlichkeiten und bei tollem Sommerwetter war die Eisdiele am oberen Marktplatz hoch frequentiert.

„Die Gäste können bei uns viel erfahren, erleben, hören und sehen“, erklärte Claudia Bellanti. Tatsächlich schafften des die Besucher kaum, alle Programmpunkte zu absolvieren. Wer dem Trubel entgehen wollte, der war im Hinterhof des Dienstleistungszentrums richtig, denn dort war Chillen möglich, während ringsum Trubel herrschte.

 

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