MARKTBREIT

Einsatz für ihre Stadt

Sie schmirgeln und schleifen, arbeiten mit der Stahlbürste und später auch mit dem Pinsel: Eine Gruppe unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge hat am Samstag die Sitzbänke in der Schillerallee im Marktbreit wieder auf Hochglanz gebracht und für die nächste Zeit wetterfest gemacht.
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Einsatz: Jürgen und Susanne Rüster zusammen mit den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen aus Afghanistan, Eritrea und Somalia am Samstag in der Schillerallee. Foto: Foto: Robert Haass

Sie schmirgeln und schleifen, arbeiten mit der Stahlbürste und später auch mit dem Pinsel: Eine Gruppe unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge hat am Samstag die Sitzbänke in der Schillerallee im Marktbreit wieder auf Hochglanz gebracht und für die nächste Zeit wetterfest gemacht.

Seit knapp einem Jahr sind in Marktbreit sogenannte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bei der Arbeiterwohlfahrt untergebracht. Zwischenzeitlich sind es rund 20 Jugendliche aus unterschiedlichen Ländern, die in zwei Gruppen in der Stadt am Main ein neues Zuhause gefunden haben. Neben Deutschunterricht und der Betreuung der oft traumatisierten Jugendlichen gilt es auch, sie in die Gesellschaft zu inte-grieren.

Die Schillerallee in Marktbreit ist ein beliebter Spazierweg. Vor allem ältere Marktbreiter nutzen den ruhigen Fußweg zum Friedhof entlang der Stadtmauer. Und da das Gelände hier ansteigt, werden die Ruhebänke in der Schillerallee gerne angenommen. Doch sie sind in die Jahre gekommen, das Holz fängt an zu verwittern, sie müssten dringend einmal aufgearbeitet werden.

Susanne und Jürgen Rüster wohnen direkt neben der Schillerallee, haben das Problem erkannt und auch gleich noch eine Idee zur Lösung gefunden: Vor einigen Wochen haben sie bei einer der beiden Gruppen der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die in Marktbreit untergebracht sind, angefragt, ob nicht Interesse an einer gemeinschaftlichen Aktion zum Aufarbeiten der Bänke besteht – die Resonanz war groß: Spontan meldeten sich acht der zehn Jugendlichen und am Samstagvormittag war es dann so weit: Ausgerüstet mit Bollerwagen, Schleifpapier, Drahtbürste, Farbe und Pinsel zogen sie in die Schillerallee und arbeiteten die Bänke auf.

Natürlich in Absprache mit der Stadt Marktbreit, die auch Material und Farbe stellte. Dazu spendierte Bürgermeister Erich Hegwein ein Mittagessen, von den Freien Wählern Marktbreit kamen die Getränke und als Dankeschön für den Einsatz ein zehn-Euro-Gutschein als Überraschung für jeden der Jugendlichen.

Jürgen Rüster findet es „toll, dass die Jugendlichen so schnell bereit waren, etwas für die Stadt zu tun“. Und sie machen das nicht für irgendeine Stadt, sondern für „meine Stadt“, wie einer der Jugendlichen zu Rüster sagte. Und das gibt den Rüsters auch den Mut, demnächst mit der zweiten Gruppe der unbegleiteten minderjährigen Jugendlichen eine weitere Aktion in Marktbreit zu starten.

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