KITZINGEN

Einsatz für eine bessere Welt gewürdigt

Die aus Kitzingen stammende Schwester Vianney (Christel) Link ist in Bogota mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Die Freude war groß.
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Schwester Vianney Link mit zwei ihrer Schützlinge in Kolumbien. Das Bild stammt aus dem Jahr 2014 und wurde in Bogotá ausgenommen, wo die Dominikanerinnen sich seit Anfang der 70er Jahre um die Ärmsten der Armen kümmern. Foto: Foto: Lothar Reichel

Die aus Kitzingen stammende Dominikanerschwester Vianney (Christel) Link ist in Bogota gemeinsam mit ihrer Mitschwester Regina Häufele mit dem Bundesverdienstkreuz am Band des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden.

Besondere Verdienste

Christel Link, die mit dem Ordensnamen Vianney heißt, lebt und arbeitet seit Anfang der 70er Jahre in Kolumbien. Jetzt hat Bundespräsident Joachim Gauck die Schwestern „in Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste“ ausgezeichnet. Nach Auskunft des Bundespräsidialamts ist Schwester Link auf Vorschlag des Außenministers geehrt worden.

Entwicklungsprojekt

In der Begründung werden ihre Verdienste um die deutsch-kolumbianischen Beziehungen und das Ansehen Deutschlands in Kolumbien hervorgehoben. Gemeinsam mit anderen Ordensschwestern der Dominikaner habe Schwester Vianney Link seit 1973 ein Entwicklungsprojekt der Stiftung für Gesellschaftliche Integration und Gemeindeentwicklung in Ciudad Bolivar Bogota aufgebaut. Das beschäftige heute etwa 100 Mitarbeiter. Von der Arbeit profitierten rund 3000 Personen in Projekten wie Kinderkrippe, Seniorenbegegnungsstätte, Grundschule.

Eines der ärmsten Viertel

Der Stadtteil Ciudad Bolivar in Bogota ist laut Präsidialamt eines der ärmsten Viertel der kolumbianischen Hauptstadt. Das Hilfsprojekt erstrecke sich danach über mehrere Gebäude und Standorte. Die Kinderkrippe nehme Säuglinge ab drei Monate von oft alleinerziehenden Müttern auf. Es gebe einen Kindergarten und einen Schulbetrieb. Die Verpflegung der fast 500 Schützlinge stelle die Kantine sicher.

Ausbildung

Mit ihrem Engagement hätten es die Ordensschwestern zudem geschafft, einige ihrer Schülerinnen und Schüler bis zum Abitur zu begleiten. Für Erwachsene sei ein Ausbildungszentrum geschaffen worden, und es gebe Programme speziell für junge Frauen.

Im Rahmen der Jugendarbeit wurde auch ein eigenes Symphonieorchester gegründet. Unermüdlich sammeln die Schwestern zur Finanzierung des Projektes Spendengelder in ihren Heimatgemeinden in Deutschland. Dem persönlichen Einsatz der beiden Schwestern sei es maßgeblich zu verdanken, dass es für die Bewohner des Stadtteils konkrete Hoffnung auf eine bessere Zukunft gebe, so die Mitteilung aus Berlin.

Botschafter überreicht Orden

Überreicht wurde der Orden von Michael Bock, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Bogota in einem Festakt, der von den Mitarbeitern gestaltet worden war. Wie es dazu in einer E-Mail aus Bogothá heißt, war die Freude groß. Die Schwestern fassen danach diese Auszeichnung nicht als eine persönliche Ehrung auf. Es sei eine Anerkennung des Aufbaus lebendiger Gemeinden, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind an einer besseren Welt mitzuwirken.

Immer wieder in Kitzingen

In Kitzingen ist Schwester Christel immer wieder zu Besuch. Die katholische Pfarrgemeinde St. Johannes unterstützt ihre Arbeit seit vielen Jahren. Nicht nur der Erlös der von der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) organisierte Sternsingeraktion fließt nach Kolumbien. Für die Schwester gibt es ein Spendenkonto.

Wer die Arbeit unterstützen will, kann das unter: Missionsprokura-Kolumbien. IBAN: DE 837 429 0000000 550 8061 und St. Johannes, Aktion Bogota: DE 64 7902 0076 0378
5054 29 bei der HypoVereinsbank in Kitzingen.

 

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