WIESENTHEID

Eine Zeitreise der Bürgerwehr

Gerade noch rechtzeitig traf ein Schmuckstück für die Ausstellung zur Feier des 400-jährigen Jubiläums der Bürgerwehr in Wiesentheid ein.
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Aufbau für die Ausstellung 400 Jahre Bürgerwehr in Wiesentheid: Klaus Schneider (links), Günter Möderl und Josef Laudenbach (stehend) bereiteten die Schau vor, die ab Samstag im Historischen Pfarrhaus zu sehen ist. Foto: Foto: ANDREAS STÖCKINGER

Gerade noch rechtzeitig traf ein Schmuckstück für die Ausstellung zur Feier des 400-jährigen Jubiläums der Bürgerwehr in Wiesentheid ein, mit dem die Organisatoren gar nicht mehr gerechnet hatten. Aus dem Archiv der Diözese Würzburg wurde erst dieser Tage eine Kopie der Originalrechnung über den Bau eines Schießhauses aus dem Jahr 1616 zugeschickt. Sie gilt als der Beleg, dass es damals bereits die Bürgerwehr gegeben hat.

Beim Aufbau der Ausstellung freuten sich Bürgerhauptmann Karl Gropp sowie die Offiziere Günter Möderl, Klaus Schneider und Josef Laudenbach, dass das Dokument noch rechtzeitig vor der Ausstellungseröffnung in Wiesentheid eintraf.

Daneben wird eine weitere Rarität zu sehen sein, die erst kürzlich wieder im Schönbornschen Schloss gefunden wurde. „Sie war gut aufgeräumt“, sagte Günter Möderl und schmunzelte beim Betrachten der sichtlich in die Jahre gekommenen Fahne. Grün-rot ist sie, auf der Vorderseite wurde ein gemalter Löwe aufgenäht.

Hobby-Heimatforscher Möderl erklärt, dass Teile der Fahne aus dem Jahr 1790 stammten. Einer der damaligen Standesherrn habe sie gestiftet, das ließ sich aus historischen Bildern und Dokumenten schließen. Eine Restauratorin hat die alte Fahne noch etwas bearbeitet, die jahrzehntelang im Verborgenen stand.

Aus privaten Nachlässen

Die Ausstellung, die am Samstag, 17. September, im Historischen Pfarrhaus eröffnet wird, bietet neben manchen Dokumenten auch viele Fotos und Zeitungsausschnitte von Bürgerwehr-Aufzügen der vergangenen Jahrzehnte, manche der Bilder sind bereits mehr als 100 Jahre alt. Außerdem sind unter anderem einige gemalte Portraits besonders markanter Männer in Offiziersuniformen zu sehen. Wie auch die Uniformen, die einst und heute getragen wurden. So steht die blaue Kluft des früheren Gemeindedieners im Pfarrhaus, der jeweils die Scheibe zu tragen hatte, auf die geschossen wurde. Eine Offiziersuniform sowie der normale Gehrock mit Frack und Zylinder sind ebenso zu sehen. Manches mehr gibt es zu bestaunen. Meist aus privaten Nachlässen, Fotoalben und Sammlungen stammen die schönen, alten Fotos, die zu einer Art Zeitreise der Bürgerwehr zusammengestellt sind. „Wir waren überrascht, was da für Bilder herausgeholt wurden“, sagte Klaus Schneider erstaunt.

Die Ausstellung, die über die Kirchweih-Tage und bis einschließlich 2. Oktober zu sehen sein wird, ist Teil der Festlichkeiten zum 400-jährigen Bestehen der Bürgerwehr. Groß gefeiert wird dieser Anlass in Wiesentheid am Kirchweihsonntag, 25. September, wo um 13 Uhr ein Festzug mit vielen weiteren Bürgerwehren, Schützencorps und anderen traditionellen Gruppen stattfinden wird.

400 Jahre Bürgerwehr: Eröffnung der Ausstellung im Historischen Pfarrhaus in am Samstag, 17. September, 17 Uhr; Sonntag, 18. September, geöffnet von 14 bis 17 Uhr; am Samstag, 24. September, von 14 bis 17 Uhr, am Sonntag, 25. September von 11 bis 17 Uhr, am Freitag, 30. September, von 17 bis 19 Uhr sowie am Sonntag, 2. Oktober von 14 bis 17 Uhr.

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