MAINBERNHEIM

Eine Satzung gegen Hundekot

Hundehäufchen auf vielen Plätzen sind fast überall ein Ärgernis. Die Stadt Mainbernheim kämpft jetzt mit einer Satzung gegen die Tretminen.
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Lassen sich Hundebesitzer vom Reglement einer Satzung davon beeindrucken, was sie mit Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner machen? Und: Schert sich die Katze um das Verbot der freien Platzwahl ihres stillen Örtchens? Fragen, die wieder einmal ein Ratsgremium beschäftigten.

Diesmal waren es die Stadträte in Mainbernheim, die ausgiebig über den Entwurf einer Satzung diskutierten, die wegen stetiger Verunreinigung öffentlicher Flächen wohl notwendig ist.

Altbürgermeister mistete aus

Anlass der Debatte war das Ergebnis einer spontanen Reinigungsaktion von Altbürgermeister Karl Wolf, der in den Grabengärten stolze 160 Haufen auf wenigen Metern gesammelt hatte.

Die Satzung soll nun gewährleisten, dass Grünanlagen, Kinderspielplätze und öffentliche Aufenthaltsbereiche so genutzt werden, dass sie in ihrem Bestand erhalten, nicht beschädigt oder verunreinigt werden und dass andere Benutzer nicht behindert oder belästigt werden. Oder genauer gesagt: Die Stadt will durch die Satzung eventuelle Verstöße selbst verfolgen können und nicht immer das Landratsamt als Ordnungsbehörde einschalten müssen.

Das wollten die Genossen der SPD-Fraktion genauer wissen, die sich eingehend mit dem Regelwerk befasst hatten. Robert Finster meinte, eine Satzung sei nur so gut, wie man ihre Regeln auch durchsetzen kann.

Oskar Münzer mahnte die Verwaltung, Verstöße dann auch verfolgen zu müssen. Im Übrigen müssten dann auch Katzenbesitzer dafür sorgen, dass die Stubentiger – also Freigänger – reinlich bleiben.

Vorsicht, Kontrolle

Bürgermeister Peter Kraus bekräftigte, dass er sich die Satzung nicht „einfach aus dem Ärmel“ geschüttelt habe und durchaus mit gleichartigen Satzungen anderer bayerischer Gemeinden abgeglichen habe.

Wie die Stadt Verstöße überhaupt ahnden darf, das werde er nun noch mit der Rechtsaufsicht am Landratsamt abstimmen. Auf jeden Fall könnten sich Hundebesitzer nicht mehr mit einem „das habe ich nicht gewusst“ herausreden. Die Satzung sei rechtswirksam, sobald sie veröffentlicht und in der Verwaltung ausgelegt sei, stellte der Bürgermeister fest.

Damit entgegnete Kraus auch den Bedenken von CSU-Stadtrat Christian Zimmermann, der einen Schilderwald angesichts des Satzungsaushangs befürchtete.

Kollege Herbert Friederich regte an, Tierhalter, die mit ihren Hunden spazieren gehen, durchaus zu kontrollieren, ob sie eine Tüte zur Beseitigung des Kots mit dabei hätten. Wenn dies nicht so sei, müsse man Vorsatz vermuten.

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