MARKTBREIT

Eine Bildungsstation wäre denkbar

Zahlreiche Anregungen und Vorschläge hat das Landratsamt Kitzingen bei der Auftaktveranstaltung zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ gesammelt.
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Ideen, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung im Landkreis Kitzingen aussehen könnte, haben Teilnehmer der Auftaktveranstaltung im Gymnasium in in Marktbreit gesammelt. PORINNA PETZOLD Foto: Foto:

Zahlreiche Anregungen, Ideen und Vorschläge hat das Landratsamt Kitzingen bei der vierstündigen Auftaktveranstaltung zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) gesammelt. Das Thema zog rund 70 Gäste ins Gymnasium Marktbreit, darunter viele Pädagogen und politische Amtsträger, aber auch Menschen, die beruflich oder privat mit Umwelt und Natur verbunden sind.

Die Teilnehmer stellten sich der Herausforderung, ein erstes Handlungskonzept für BNE im Kitzinger Landkreis zu erarbeiten, um auf dessen Basis ein Bildungskonzept zu entwickeln.

Mit dieser Initiative greift der Landkreis Kitzingen mit Landrätin Tamara Bischof an der Spitze ein umweltpolitisches Ziel der Unesco auf, das im Kreis der G 20, der Gruppe der 20 Industrie- und Schwellenländer, formuliert wurde. Auf Landkreisebene wäre eine Umweltbildungsstation denkbar, informierte die Landrätin. Davon gibt es in ganz Bayern derzeit 65, in Unterfranken sieben, die staatlich anerkannt sind.

Gutes Beispiel aus der Rhön

Einen Einblick in seine Arbeit gab Joachim Schneider, der im Biosphärenreservat Rhön als pädagogischer Leiter der Umweltbildungsstätte „Rhöniversum“ in Oberelsbach BNE-Ziele umsetzt. Beim klassischen Ansatz gebe ein Fachmann Informationen an Interessierte weiter, beispielsweise bei Führungen, erklärt der Pädagoge. Bildungsziele für eine nachhaltige Entwicklung wollen mehr: Neben der reinen Information werde auch Handlungs- und Effektivitätswissen vermittelt, so dass Bürger anhand konkreter Handlungsempfehlungen und -anleitungen in der Lage sind, ihr Verhalten im Alltag zu verändern und Auswirkungen des Handelns zu überprüfen.

Mit dem so vermittelten Wissen könne es gelingen, das eigene Leben gut zu gestalten, ohne künftigen Generationen zu schaden, sagte Schneider. Im Biosphärenreservat Rhön bieten ein Informationszentrum, die Umweltbildungsstätte „Rhöniversum“ in Oberelsbach und ein mobiles Umweltbildungsteam zahlreiche Bildungsangebote, vom Besuch beim Rhönschäfer bis zum Geogame (Handyspiel).

In Marktbreit machten die Teilnehmer zunächst eine Bestandsaufnahme, welche Angebote im Landkreis bereits vorhanden sind. Aufbauend wurden Ideen entwickelt, wie die Potenziale in BNE-Angebote umgesetzt werden können und was benötigt wird, um die Ideen umzusetzen. Bei der Präsentation der Gruppenarbeiten erachteten fast alle Teilnehmer eine zentrale Koordinierungs- und Anlaufstelle für bestehende und neue Angebote als sinnvoll.

Fortsetzung im März

Eine gute Öffentlichkeitsarbeitsarbeit, Fördergelder und ein regionales Netzwerk wurden genannt. Die Angebote sollten sich nicht nur an Kinder richten, sondern auch an Erwachsene. Mehrfach war auch der Wunsch nach einer mobilen Umwelt-Bildungsgruppe genannt worden, die Bildungsangebote für nachhaltige Entwicklung direkt zu den Bürgern bringen könnte. Die Ergebnisse mit vielen Detailvorschlägen werden jetzt ausgewertet.

Am 29. März ab 18 Uhr findet die Bürgerbeteiligung in der Realschule Kitzingen ihre Fortsetzung: Die Ideen für BNE werden in einer Planungs-Werkstatt konkretisiert.

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