MAINBERNHEIM

Eine alte Baulücke wird geschlossen

30 Jahre klaffte eine ärgerliche Lücke in der Mainbernheimer Kirchgasse 2. Jetzt soll sie nach dem Willen des Stadtrats geschlossen werden. Mit gut 470 000 Euro.
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War längste Zeit Baulücke: In der Kirchgasse 2 in Mainbernheim soll ein städtisches Gebäude entstehen, das nach dem sozialen Wohnungsbauprogramm gefördert wird. Foto: Foto: TIMO LECHNER

Es ist eine ärgerliche Lücke in der Mainbernheimer Kirchgasse 2, die bereits seit über 30 Jahren klafft. Direkt neben der evangelischen Kirche stand da bis zu Beginn der 1990er-Jahre das Haus der Familie Grötsch, das aber abgebrochen werden musste. Jetzt hat der Stadtrat den Weg für ein neues Haus geebnet, das im Zuge des sozialen Wohnungsbaus entstehen soll.

Mit der Wohnraumförderung trägt der Freistaat Bayern entscheidend dazu bei, das Angebot an preisgünstigem Wohnraum zu erhöhen. Die bayerische Wohnraumförderung hat dabei nicht nur die Großstädte im Fokus. Auch für den ländlichen Raum ist die Förderung der Wohneigentumsbildung ein wichtiger sozialer Auftrag. Wohneigentum ist dort auch Haltefaktor gerade für junge Familien. Dieser Gedanke liegt dem Projekt zugrunde, das der Stadtrat bereits in vorausgegangenen Sitzungen auf den Weg brachte. Der Mainbernheimer Architekt Martin Zeltner hatte mehrere Entwürfe angefertigt, die Ende Februar der Regierung von Unterfranken vorgelegt worden waren.

Jetzt präsentierte Zeltner den favorisierten Vorschlag. Dieser sieht ein Haus vor, das drei Wohnungen auf drei Ebenen beinhaltet, von denen die beiden oberen möglicherweise noch zusammengefasst werden können. Unter dem Haus befindet sich ein Gewölbekeller, der allerdings feucht ist und nur bedingt als Stauraum genutzt werden kann. Wie in der Altstadt üblich, stehen die Häuser dicht aneinander.

Das wäre nun auch im Falle des neuen Gebäudes wieder so. Die Grundstücksgrenze zum Nachbarn links beträgt immerhin 20 Zentimeter, die Mauer des rechten Hauses steht genau auf der Grenze. „Sie können überlegen, diesen Streifen dem Eigentümer noch abzukaufen. Andernfalls müsste man die Mauer beim Hochziehen gleich mit einem Putz versehen, da hier kein Gerüst gestellt werden kann“, informierte Zeltner die Räte.

Um den Gemütlichkeitsfaktor etwas zu erhöhen, beschloss der Stadtrat einstimmig, drei Balkone bauen zu lassen, die insgesamt etwa 30 000 Euro an Mehrkosten ausmachen, womit das Haus unterm Strich etwa 474 000 Euro kosten wird. Der „Finanzierungsdeal“ nach dem Förderprogramm sieht so aus: Der Freistaat bezuschusst das Gesamtprojekt mit 30 Prozent der Kosten und gibt der Gemeinde ein vergünstigtes Darlehen zu einem Zinssatz von 0,75 Prozent. 10 000 Euro Eigenkapital muss die Stadt darüber hinaus zusteuern. Architekt Zeltner wird im nächsten Schritt die Unterlagen für das Gebäude fertig machen, um diese bei der Regierung einzureichen.

Weiteres Thema in der Sitzung des Stadtrats: Für die Einrichtung der Radlerherberge hat die Firma Pfriem aus Schwarzach mit 35 527,05 Euro das wirtschaftlichste Angebot abgegeben.

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