VOLKACH

Ein Waldkindergarten in Volkach?

Für die Grünen/Bündnis 90 in Volkach wäre es eine prima Sache, wenn in Volkach ein Waldkindergarten entstehen würde. Offensichtlich sehen das auch einige Familien so.
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Dagmar Reinhart. Foto: Foto: P. Pfannes
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„Waldkindergartenkinder leben gesund im Einklang mit der Natur.“ Diese Meinung vertreten die Volkacher Grünen, die seit längerem laut über die Einrichtung eines Waldkindergartens nachdenken. Am Montagabend fand im Hotel Rose eine Infoveranstaltung zum Thema Waldkindergarten statt. 20 Teilnehmer kamen, darunter Erzieherinnen und Mütter mit reichlich Waldkindergartenerfahrung.

Gute Erfahrungen gemacht

„Ein Naturkindergarten wäre eine Bereicherung für unsere Region. Unsere Kindergärten sind proppenvoll“, sagte Regina Hetterich bei der Begrüßung. Die Sprecherin des Vorstands im Volkacher Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen hofft darauf, dass auch in Volkach dies realisiert werden kann. Ihre Erfahrungen hätten gezeigt, dass Waldkindergartenkinder jedem Wetter trotzen, keine Angst vor Spinnen hätten und mit allen Sinnen lernen.

Professionelle Unterstützung beim Gesprächsabend bekam die Ortsvorsitzende von Dagmar Reinhart und Dörte Volk vom Waldkindergarten Arnstein. Seit 1999 spielen, basteln, lernen, singen und toben dort Kinder im Alter von zweieinhalb bis sechs Jahren. Die meiste Zeit sei der Wald Spiel- und Aufenthaltsort, erklärte Reinhart. „So erleben die Kinder die Natur im Jahreslauf mit allen Sinnen, werden für ökologische Zusammenhänge sensibilisiert und lernen dadurch die Natur wertzuschätzen.“

Die Welt über die Sinne entdecken

Der Wald biete unbegrenzten Raum für die Entfaltung der Kinder und sei weitgehend spielzeugfrei. Dagmar Reinhart ist in dem Kindergarten als pädagogische Fachkraft und Interims-Leitung eingesetzt. „Kinder entdecken die Welt über ihre Sinne. Diese ganzheitliche Wahrnehmung in ausgleichender, natürlicher Umgebung empfinde ich als überaus bereichernd“, sagte sie. Ihr Motto: Was nicht über die Sinne geht, kann den Verstand nie erreichen. Verantwortlich für den Waldkindergarten in Arnstein ist ein eingetragener Verein.

Dessen stellvertrende Vorsitzende Dörte Volk berichtete von den Gegebenheiten: „Unsere Kinder haben einen Zirkuswagen und eine Waldhütte.“ Die ehrenamtliche Arbeit als Vereinsfunktionär mit der Beschäftigung von sieben Fachkräften sei anstrengend, aber sie zahle sich mit Blick auf den Nachwuchs aus.

Kommunikation untereinander

Dagmar Reinhart erinnerte an die Gründung des ersten Waldkindergartens in Deutschland 1968. Zahlreiche Waldkindergärten in Privatinitiative folgten. 1993 wurde der erste staatlich anerkannte Naturkindergarten in Flensburg eingerichtet. Knapp tausend Waldkindergärten seien mittlerweile ins Leben gerufen, für die es einen Bildungs- und Erziehungsplan gibt. Die Kommunikation der Kinder untereinander stehe im Mittelpunkt. Das Spielzeug liefere die Natur. Es gibt kein fließendes Wasser und keinen Strom. In Arnstein steht lediglich ein Notstromaggregat zur Verfügung.

Die Anwesenden waren begeistert von den Erzählungen der „Wurzelzwerge“-Mamas aus Arnstein. Auch Anette Herbig aus Krautheim, die mit ihrem „Waldkind“ zu dem Treffen gekommen war, schilderte ihre Erfahrungen: „Das Wetter spielte keine Rolle. Nur bei Sturm fällt der Waldkindergarten aus.“ Zur benötigten Kleidung meinte Dörte Volk: „Die Hosenbeine werden in die Socken gesteckt als Zeckenschutz.“ Außerdem sei Funktionskleidung angesagt, atmungsaktiv, wind- und wasserdicht. Mädchen seien im Wald ganz „stylisch“ unterwegs: „Matschhose an und rosa Röckchen oben drüber.“

Rückenwind bekommen

Im Bestreben nach einem Waldkindergarten in Volkach haben Regina Hetterich und ihre Mitstreiter also Rückenwind bekommen. Weitere Zuversicht strahlte Ingrid Dusolt aus. Stadtrat und Bürgermeister stünden hinter der Idee, meldete sich die Stadträtin zu Wort. An welcher Stelle ein Waldkindergarten installiert werden kann, ist dabei offen.

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